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Die Welt · 1907-09-20 · 38 (20.9.1907) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
38 (20.9.1907)
Date
1907-09-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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14 ÖIE3aEELT No. 38 des Zarenreiches durch russische Studenten sehr stark in Anspruch genommen wird, erhielt wie im Vorjahre Frc. 300. Für Galizien, woselbst der Hilfsverein der Deutschen Juden in engster Verbindung mit der befreundeten Großloge für Deutschland und in Kooperation mit dem Wiener Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien vorgeht, wurden Bewilligungen vollzogen, die den Ausbau des Hilfswerks speziell auf dem Gebiet der Jugendfürsorge weiterführen. Es wurden Mittel zur Begründung von Kindergärten in Tarnow und Kolomea bewilligt, wo ein besonderes Bedürfnis nach diesen segensreichen Instituten besteht, die sich auch in Galizien aufs beste bewähren, und wo tatkräftige und hingebungsvolle Persönlichkeiten die Initiative zur Durchführung dieses schönen humanitären Werkes ergriffen haben. Es wurden ferner dem jüdischen Zweigkomitee für die internationale Bekämpfung des Mädchenhandels zur weiteren Verfolgung seiner Zwecke durch Begründung von speziellen Komitees in Galizien, die dem Mädchenhandel im Lande selbst energisch entgegenwirken sollen, ein Betrag von Mk. 800 zur Verfügung gestellt. Eine hebräische Schule in Rzeszow, die in kleinem Rahmen Nützliches leistet, erhielt eine Zuwendung von 200 Kr. Für Schüler der Lehranstalt des Herrn Rabbiners Dr. Jung in Ung. Brod (Galizier und Russen) wurden 600 Kr. Stipendien gewährt. Ein großer Teil der Tagesordnung, die sich auf Bewilligungen für Lehranstalten und andere Institute im Orient, insbesondere in Palästina, bezieht, wurde zurückgestellt bis zur Rückkehr des Herrn Dr. Nathan von einer Reise, die er nach dem Orient, Bulgarien, der europäischen Türkei, Kleinasien, Syrien, Palästina zum Studium der wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Länder und der Lage der dortigen Juden und ihrer Aussichten für die Zukunft unternimmt. Der Ausschuß dankte Herrn Dr. Nathan dafür, daß er bereit ist, die Institute des Hilfsvereins im Orient zu besichtigen und Vorschläge für eine weitere Ausgestaltung des Schulwerkes und der humanitären Institutionen des Hilfsvereins zu machen. Herr Dr. Nathan wird schon von der Reise aus fortlaufend Beobachtungen aus dem Orient dem Ausschuß einsenden. Unter Vertagung aller andern Anträge, die aus den Balkanländern und der europäischen und asiatischen Türkei vorlagen, wurden für das hebräische Gymnasium;n Jaffa, durch dessen Begründung einem lebhaften Bedürfnis entsprochen worden ist, 1600 Frc. zur Anschaffung von Büchern und Instrumenten bewilligt. Zur Ausbildung einer palästinensischen Kindergärtnerin in Deutschland — an Kindergärtnerinnen von Fach ist ein großer Mangel in Palästina — und zur Unterstützung eines Arztes, der sich in Palästina niederlassen will und der spezielle Kenntnisse auf ophthalmologischem Gebiete hat, — was für den Orient von besonderm Wert ist, — wurden entsprechende Beiträge gewährt. f.. Bildungs-Vereine;; Jugend" der jüd. jugendl. Arbeiter und Handelsangestellten in Osterreich Tagesordnung der ersten Konferenz am 30. September und 1. Oktober in Lemberg: 1. Eröffnungsrede. 2. Wahl des Präsidiums. 3. Rechenschaftsbericht des provisorischen C. K. 4. Unsere ökon. Aufgaben. a. Lehrlingsfrage, b. Reiseunterstützungsfonds. 5. Unsere kulturellen Aufgaben, a. Gruppen, Kurse, b. Gewerbeschulreform, c. Presse und Broschüren, 6. Organisation. 7. Agitation. 8. Wahl eines neuen C. 9. Anträge. Briefkasten der Redaktion S. Uns unbekannt. O. Weinberg: Leider nicht verwendbar. K. An die verehrliche Redaktion der „Welt", Köln. In Nr. 26 Ihres geschätzten Blattes spricht Herr Dr. H. Löwe über den „trostlosen Bildungszustand einer deutschsprechenden Jerusalemer Lehrerbildungsanstalt, wo fortgeschrittene Schüler Goethe als deutschen General zu schätzen wissen." Gestatten Sie nun uns Endesunterzeichneten, dazu folgendes zu bemerken: Zunächst ist es eine Irreführung, durch den Ausdruck „Deutschsprechende Lehrerbildungsanstalt" den Schein zu erwecken, als nähme das Hebräische dort nicht den ihm gebührenden Rang ein. In Wirklichkeit ist das Hebräische die Hauptsprache unseres Semmars. Anderseits sind wir als Lehrer des Deutschen an genannter Anstalt nicht geneigt, die obige völlig haltlose und gehässige Behauptung stillschweigend hinzunehmen. Die jetzige erste Seminarklasse hat im Unterricht selbst Goethes Gedichte, Götz und Tasso, die zweite Hermann und Dorothea, Reineke Fuchs, von Wahrheit und Dichtung mehrere Bücher, sogar einzelnes aus Faust I. Teil; die Abiturienten des vergangenen Jahres Egmont, Iphigenie und Werthers Leiden gelesen. Aber selbst unsere erst jetzt ins Seminar eingetretenen Schüler haben schon ausreichend mit Goethes literar-geschichtlicher Bedeutung Bekanntschaft gemacht. Welche Glaubwürdigkeit also jene von Herrn Dr. Löwe angeführte Tatsache beanspruchen kann, beurteilt sich damit selbst. Da nun Herr Dr. Löwe noch niemals das Seminar oder einen Seminaristen mit Augen gesehen hat, also unmöglich von deren Bildungszustand aus eigner Anschauung Kenntnis haben kann, so fordern wir ihn hiermit öffentlich auf, seinen Gewährsmann oder seine sonstigeQuellezu nennen, eventuell seine unwahre Behauptung zu widerrufen und seine Beleidigung zurückzunehmen. Andernfalls werden wir durch die zuständige Stelle die Unwahrheit jener Angabe feststellen lassen, da wir auf keinen Fall die Ehre unserer Anstalt antasten, noch den Ruf unserer Zöglinge verunglimpfen lassen werden. Jerusalem, den 17. Juli 1907. Mit ergebenster Hochachtung Josef Carlebach Dr. Siegfried Rothenberg Seminar-Oberlehrer. Seminar-Oberlehrer. Als Rückäußerung hierzu schreibt Herr Dr. Löwe: An die Redaktion der „Welt" zu Köln Ohne auf die Form und den Inhalt der Zuschrift einzugehen, bemerke ich, daß sich Herr Josef Carlebach und Herr Dr. Siegfried Rothenberg in der mir ihrerseits zur Rückäußerung vorgelegten Zuschrift verpflichten, „durch die zu» ständige Stelle die Unwahrheit jener Angabe (in meinem Artikel) feststellen zu lassen." Ich werde an derselben „zuständigen Stelle" den exakten Beweis für meine Mitteilung führen. Auf eine weitere Diskussion an anderer Stelle mich einzulassen, habe ich nach dem Anrufen der zuständigen Stelle keine Veranlassung mehr. Ich erwarte das Anrufen der „zuständigen Stelle"! Dr. Heinrich Löwe. Nachtrag zum Kongreßbericht Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Kongreß noch nachfolgende Resolution angenommen hat. die in unserm Bericht versehentlich nicht enthalten ist: Das Engere Aktionskomitee wird beauftragt, der nächsten Jahreskonferenz Vorschläge für die Änderung der Geschäftsordnung der Kongresse zu machen. Die Jahreskonferenz wird beauftragt, über die Änderung endgültig zu entscheiden. Berichtigung In der Rede Dr. Tschlenows in Nr. 36 muß es heißen: Seite 14, Zeile 9 von unten: „eine Bank mit 1 Million Franks" (anstatt „mit 5—6 Millionen"). Seite 15, Zeile 45: „aus den zionistischen Reihen" (anstatt „aus den Reihen der russischen Juden").

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