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Die Welt · 1907-08-18 · Sep. 3 (18.8.1907) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
Sep. 3 (18.8.1907)
Date
1907-08-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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lionisrnus wird kein Interesse erwecken. — Der Redner entwickelt iann ein von ihm und andern vor dem Kongreß ausgearbeitetes 'rogramm der Arbeit für die nächste Verwaltungsperiode: olitische Tätigkeit. Wiedereröffnung einer zielbewußten polischen Tätigkeit in der Türkei und in den politischen Hauptzentren uter Berücksichtigung aller gangbaren Wege, die durch Erlangung nmer höherer rechtlicher Garantien und politischer Konzessionen -iir Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in alästina zu führen geeignet sind. Insbesondere sollen unsere politischen Unterhandlungen auf die in'zielle Aufhebung des Verbotes der Einwanderung von Juden /.ich Palästina und Erlangung einer Konzession für eine geschlossene ößere Ansiedlung von wirtschaftlich selbständigen Juden in alästina oder in dessen Nachbargebieten, auf Erleichterung des irunderwerbes in diesen Ländern und Regelung des Systems der nid wirtschaftlichen Steuern, auf den Ausbau der Autonomie der dischen Gemeinden Palästinas und die Verleihung der Eigenschaft ristischer Persönlichkeiten an die zionistischen Institutionen gerichtet in. Zur Erreichung dieser Zwecke müsse der politische Dienst iganisiert werden durch Schaffung eines politischen Ressorts innerilb des engeren Aktionskomitees, durch Bestellung diplomatischer genten der zionistischen Organisation in Konstantinopel und allen »litischen Hauptzentren, durch Einrichtung einer jüdischen dtungskorrespondenz und Ausbau das repräsentativen Organs des Monismus. In Palästina müssen wir durch wirtschaftliches Vordringen, üturelle Hebung und die Organisation der Juden dieses Landes .ile Gegenwartsarbeit zu leisten bemüht sein, wobei aber die ätigkeit der Organisation als solche nur die dauernden Beugungen zur allseitigen Stärkung des jüdischen Elementes zu haffen berufen ist. Die Gegenwärtsarbeit in den Ländern der Diaspora ubedie regste Beteiligung der zionistischen Landesorganisationen an jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben und die Anstrebung iiier dauernden Verständigung zwischen allen für Palästina tätigen orporationen, die Initative zur Gründung jüdischer Kunst und teraturvereine zu betreffen; die Stellungnahme der Zionisten zu n allgemeinen politischen Fragen in den einzelnen Staatsgebieten eibt dem Ermessen der Landesorganisationen vorbehalten. Vier Jahre sehen wir jetzt zu, schließt Dr. Nossig, daß die ( ider des Zionismus stille stehen, obwohl im Innern der Bewegung j -ben ist. Jetzt oder nie müssen wir uns richtig entscheiden.__| Dr. M arg uli es (Teplitz) wünscht im Namen der österreichischen ndsrnannschaft die Aufstellung eines Programms für die Tagesinung. Supraski (Rußland). Das herauszugebende Pogrombuch soll eh russisch erscheinen. Dr. Pas man ik. Mit welchem Programm kam jetzt das engere . -C. zum 8. Kongreß? Mit gar keinem. Hat das A.-C. schon Erkenntnis der neuen Lage? Es ist sehr wahr, wir brauchen iterielle Kräfte; aber woher schaffen wir sie? Nur durch den nweis auf reale Arbeit. Sogar Kolonialbank und N.-F. wurden uch den Hinweis auf nahe Erfolge zustande gebracht. Nur auf ei Wegen können wir reiche Mittel schaffen: durch national- Mtische Tätigkeit in der Diaspora und durch Realpolitik in Palästina. j nationalpoli;ische Arbeit in einzelnen Ländern hat dem Zionismus •:ht geschadet, sondern genützt. Viele haben nicht früh genug griffen, daß der Zionismus ein soziales Problem ist. Mit Literatur nn man Hungernde nicht füttern. Der zweite Weg zur Macht für uns ist der Hinweis auf Arbeit Palästina. Es kann nicht auf einmal gehen, es geht langsam, ch und nach vorwärts. Das A.-C. hat gar keinen Plan entwickelt, 'ihrend wir in ihm die Führer sehen wollten. — Es kann sich :ht um Sieg einer Richtung handeln, sondern um Synthese aller -■ifte. (Lebhafter Beifall). Dr. Radin (NewYork) beantragt im Namen der Amerikaner, schränkung der Redezeit in der Generaldebatte auf 10 Minuten, roßer Beifall). Motzkin (Rußland) spricht gegen diesen Antrag. Dr. Magnes vertritt den Antrag der Amerikaner. Trietsch dagegen. Der, Antrag der Amerikaner wird angenommen. Dr. Niemerower: Dr. Pasmanik selbst hat gegen sich gerochen, indem er mehrere Arbeitsfelder ausschied: Kulturarbeit;}<J diplomatische Tätigkeit. Im A.-C. müssen verschiedene Achtungen vertreten sein. Der Zionismus kann einheitlich sein, 1,;,er nicht einseitig, es gibt nicht zwei, sondern vier Wege. Dr. Glü cksohn: Es ist jetzt fast modern geworden, über reale ■\rbeit in Palästina zu sprechen. Aber während für andere Zwecke jel ausgegeben wurde, bekam die Palästinakomrnission nur Mark vom Aktionskomitee. Das sei ein arges Mißverhältnis. Trietsch: Einen Bericht über die Tätigkeit des A. C. haben wir bisher nicht erhalten. Was ist mit den Beschlüssen des 7. Kongresses geworden? Die Zentrale sollte nach Berlin kommen; das ist nicht geschehen. Die Hinzuziehung bewährter Kräfte aus Rußland ist nicht erfolgt. Die Arbeit in Palästina ist mit verschwindenden Mittein betrieben worden. Auch die Einbeziehung der Nachbarländer Palästinas wurde vernachlässigt. Statt dessen wurde die Brüsseler Konferenz einberufen. Auf ihr hätten die Zionisten einen wichtigen Vorschlag machen können: das jüdische Auswanderungsamt, das vor allem die Nachbarländer Palästinas in seine Tätigkeit einbeziehen mußte. — Weiter aber hat das A. C. nichts getan, auch nicht in diplomatischer Beziehung. Bisher haben uns die falschen Vorstellungen von Charter Autonomie und Garantie der Großmächte beherrscht. (Da die Redezeit abgelaufen ist, muß Redner abbrechen.) Geschäftsordnungsdebatte über die Beschränkung der Redezeit: Cowen, Wolffsohn, tieymann, Scheper, Braude, Bodenheimer, Kaßner, Kaplanski, Littmann Rosenthal, Auerbach, Gronemann. Schluß der Sitzung 12V2 Uhr. Nachmittagssitzung Beginn: 3 Uhr Vorsitzender D. Wolffsohn macht Mitteilung, daß Ihre Maj. die Königin der Niederlande durch ihren Adjutanten von Mühlen für die Huldigung des Kongresses telegraphisch ihren Dank ausgesprochen hat. (Lebhafte Akklamation.) Es folgt die Fortsetzung der Debatte über den Bericht des Zentralbureaus Dr. Salz (Tarnow) bringt die Meinung der österreichischen Landsmannschaft zum Ausdruck. Man kann nicht einfach jede praktische Arbeit in Palästina als Chowewe-Zionismus abtun. Es braucht nicht jede Arbeit den Zweck des Zionismus wiederzugeben, sondern ist nur Mittel zu diesem Zwecke. Diese Arbeiten hat das A. C. zu wenig gefördert. Redner legt dann die Thesen des Bielitzer Parteitages vor: „Der Parteitag erachtet die praktische Arbeit in Palästina, sofern sie parallel mit der politischen Aktion geleistet und von politischen Gesichtspunkten aus geleitet wird, für unbedingt notwendig zur Erforschung und Erschließung des Landes, zur Stärkung der realen Position der Juden in Palästina, zur Hebung ihres kulturellen Niveaus und zur Schaffung der praktischen Vorbedingungen für eine künftige jüdische Massensiedlung. Der Parteitag begrüßt die Aktionen der Palästinakommission, die er als eine solche Tätigkeit darstellend ansieht." Wichtig ist eine Vertretung für uns in Palästina und politische Arbeit. Innerpolitische Fragen gehören nicht vor den Kongreß, sondern sind Sache der Landsmannschaften, da die Verhältnisse in jedem Lande anders liegen...(Beifall.) Basow plädiert in hebräischer Sprache für eine zionistische Agitation in Kaukasien,. Buchara und Dagestan. Dr. Waldmann (Österreich) ist der Meinung, daß die innerpolitische Tätigkeit den Zionismus in Österreich verflacht hat. Aber man muß sie anders betreiben, dann ist sie nützlich. Man darf nicht den Zionismus in dieser Arbeit zurückstellen. Wir brauchen dafür nicht eine besondere Partei, sonst hat diese den Nutzen, nicht wir. (Beifall.) Goldenberg: Das Programm wort hat Nordau ausgegeben: Der Zionismus ist die Kokarde des jüdischen Volkes. — Der Bericht des A. C. ist keine fruchtbare Anleitung, sondern einfache Registratur der Tätigkeit der Landsmannschaften. B. Goldberg "(Wilna) stellt Anfragen wegen des Kassenberichtes in Hinsicht auf „Welt" und Haolam". Sodann verliest Herr Goldberg einen Bericht über den Zionismus in Rußland (den wir später veröffentlichen werden. Anm. d. Red.). Del. Dr. Ehrenpreis ist gezwungen, zum zweiten Male das Wort zu ergreifen, weil seine gestrigen Bemerkungen über die innerpolitische Tätigkeit besonders bei den galizischen Gesinnungsgenossen Erbitterung hervorgerufen haben. Er wollte sich keineswegs in die innerpolitischen Angelegenheiten eines Landes einmengen oder eine Resolution des Kongresses provozieren. Doch habe er die Überzeugung gewonnen, daß die politische Tätigkeit der österreichischen Zionisten bei aller Anerkennung ihres großen Erziehungswertes unmittelbar eine Schwächung des reinen zionistischen Gedankens nach sich gezogen habe. Es sei zu befürchten, daß bei weiterer Expansion eine vollständige Verschiebung erfolgen werde. Redner polemisiert dann gegen die Äußerungen des Delegierten Dr. Pasmanik, daß der Zionismus eine soziale Bewegung sei. Der Zionismus ist seinem Wesen nach eine Kulturbewegung. (Lebhafter Beifall.)

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