Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1907-08-02 · 31 (2.8.1907) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
31 (2.8.1907)
Date
1907-08-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316240-3316274--49558-3344501
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

15 entity mentions

Name Schenkin, Mendel Ort Wahlkreis Landsmannschaft Name Ort Wahlkreis Landsmannschaft 1. Dunajewzi (16) Rußland 2. Schwanetz 3. Luzk 4. Romei (93) 5. Benderi (96) Ersatzmann: 1.Bogratschow, 2. —, 3. S. Aschkenasi, 4. B. Schatz, 5. — Scherek, Simon Posen Posen Deutschland Schimkin, N. Odessa Odessa (33) Rußland Schleifer,R'anw. David Kamenetz Kamenetz (50) Schioessinger, Dr. Max Cinncinaty Southeastern Amerika Council 3, Pittsburg Schlzomawitsch, Chaim Lodz Lodz (141) Rußland Schnelling, Jacob Hannover Hannover-Emden Deutschland Schulhof, J. N. Osijek Osijek Kroatien- Slavonien Schußheim, Leo Krakau 1. Westgalizien I Österreich 2. P. Z. Stanislau Schur, Dr. Samuel Stanislau Südgalizien VI Österreich Schutzmann, Leo Boryslaw P. Tr. Boryslaw Österreich Schwarz, Schalom Odessa Beresewka (81) Rußland Schwarzfeld, M. Bukarest 15'16 Bukarest Rumänien Stahl, Dr. Hermann Tarnowitz O./S. Oberschlesien I Deutschland Stand, Dr. Adolf Lemberg 1. Bukowina II Österreich 2. Ostgalizien II Ersatzmann: 1. Dr. B.Stecher, 2. B. Schatz. Stand, Karl Lemberg Westgalizien IV Österreich Stazinski, stud. A. Minsk Minsk (89) .Rußland Steiner, Ludwig Teplitz Böhmen VIII Österreich Steinberg, Dr. K. G. Brest-Litawsk Brest-Litawsk (126). Rußland Straucher, Dr. B. Czernowitz Bukowina I Österreich Strauß, Dr. Isaak München München Deutschland Regensburg Bamberg Struck, Hermann Berlin Botosani IV Rumänien Sturmann, David P. Z. Wlazlarsk Kutno-Planks etc. Rußland / (130) Tanaiser, Chaim Wilna Semjalitzschi- Sombrow (106) Temkiii, Wladimir Jelissawetgrad 1. Odessa (36) 2. Akkermann Ersatzmann: 1. M. Scheinkin, 2. J. Friedland. Trietsch, Davis Tschlenow, Dr. J. Uger Umansky, Dr. Moskau Moskau (28) Rußland Lodz. Lodz (142) Rußland Leeds London, Leeds, England Manchester, Nottingham Urysohn, G. Moskau Tschita Rußland Ussischkin, M, Odessa Odessa (31) Vecht, A. Buenos-Aires 1. Cape Peninsala 1. Süd-Afrika 2. Buenos-Aires 2. Argentinien Ersatzmann: 1. York Steiner, 2. M. M. Vecht. Walawelski, Jehuda Wilna Wilna (100) Rußland Waldmann, Dr. J. Tarnopol Tarnopol Österreich Warburg, Prof. Otto Berlin Berlin Deutschland Wassermann, Salomo. Tomachow Tomachow (65.) Rußland Weinreb, Israel M. Sosnowitzi Sosnowitzi „ Weinschal, Dr. Benzion Baku Baku 110 Weißenberg, Sch. Petersburg Borissow 44 Weißglas, Sigm. Zastawna Südgalizien VIII. Österreich Weitzmann, Dr. Ch. Manchester 1. London 1. England Manchester Leeds Nottingham 2. Witebsk (54) 2. Rußland Ersatzmann: 1. Dr. Freidel, 2. öorelik. Weizmann, Mosche Baku Baku 111 Rußland Werner, Dr. Ludwig Wien Mähren I. Österreich Wiener, Arnold Kattowitz Oberschlesien III. Deutschland Wilner Issaja Schitomir Schitomir, Rußland Goroschki (92) Wilenski, Dr. L. Charlottenburg Nikolajew 4 Wittlin Oswald Lemberg Ostgalizien I. Österreich Wolf, Dr. Alex. S. Wien 15 21 Amerika Wolfsohn, David Köln 1. Johannesburg, 1. Süd-Afrika 2. Sarbogard, 2. Ungarn Nagybanja etc. 3. "Budapest 3. Ersatzmann: 1. Jul. Simon, 2.—, 3. S. Seligmann. Wolfsohn, Frau D. Köln Cape Peninsula Süd-Afrika Wolpert, B. 4 Orange River Colony „ York-Steiner, H. Wien Johannesburg „ Zeitlin, M. L. Petersburg Dwinsk (26) Rußland Ziffer, Dr. G. Lemberg Ostgalizien III. Österreich Zlocisti, Dr. Th. Berlin Johannesburg Süd-Afrika ZUR JUDENFRAGE Von GUSTAV TUCH (Hamburg) (Schluß) Soll die jüdische Stammesgemeinschaft als Weltvolk ausscheiden? Es wäre gegen ihre Bestimmung, sie vermag, und darf es nicht, weil sie aus Achtung vor sich selbst und um der Menschheit willen darin verbleiben muß. Überall auf weitem Erden runde, wo jüdisches Blut den Boden getränkt hat —- und wie massenhaft geschah es — besteht unser Anrecht auf Bürgertum, auf Landseßhaftigkeit, auf politische und soziale Gleichstellung. Um des Vergossenen stehen wir aufrecht, dieses Anrecht bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen. — Und der Menschheit halber! Man konnte der Judenheit sittliche und ästhetische Minderwertigkeit andichten. Ja, man konnte mit Feuer und Schwert und Vergewaltigung zeitlich und örtlich sie zu derartigem herabdrücken. Allein sie erhebt sich ständig gegen jedwede Art von Barbarismus. Wiedererstanden aus der Verfolgung, verzichtet sie ihrerseits auf die Mittel der Gewalt, des Drucks und der Unlauterkeit. Ihre Vergangenheit weist sie darauf hin, daß sie in der Zukunft sein soll — und womit sie alle einseitig ethischen und einseitig ästhetischen Bestrebungen überragt und aus dem Felde schlägt: —- die berufene Vertreterin und Förderin beider Seiten menschlichen Wesens. Die jüdische Idee verbindet in Innigkeit Menschenliebe und menschliche Freiheit! Man hat die Ausdrücke gefunden: „Deutsche (französische, englische) Staatsbürger jüdischen Glaubens", ferner: „Juden deutscher (französischer, englischer) Kultur." Weder mit jenem, noch mit diesem wird voll bezeichnet, was wir sind, — noch viel weniger, was wir tun sollen. Unsere völkischen und ebenso unsere Pflichten gegen die Gesamtmenschheit müssen darauf gerichtet sein, daß nicht wir von anderen Nationen, sondern diese von uns die Bezeichnung entlehnen, auf daß es dereinst von ihnen heißen werde: Deutsche, Franzosen usw. jüdischer Zivilisation und jüdischer Kultur! Was hier über jüdische Zivilisation geäußert ist, mag hinreichend geläufig klingen, da Lehrinhalt und Sittengesetz der monotheistischen Religionen aus der Quelle des Judentums entspringen. Hinsichtlich der Kultur wird man möglicherweise einem Vorbehalt begegnen. Man wird versucht sein, tinserm Verhältnis zu einem bedeutenden Wahrzeichen der Kultur, nämlich zur Kunst, nachzuforschen: — nicht sowohl insofern Kunst das Ergebnis des errungenen Besitzes, der daraus hervorgegangenen, vermehrten höheren Bedürfnisse ist, als insofern es ihre Ausübung, Richtung, Beeinflussung anbetrifft. Man könnte bei oberflächlicher Beurteilung uns entgegenhalten, daß die Wiederbelebung der antiken Kunst an der Wende des Mittelalters nicht das Verdienst der Juden sei, sondern daß sie von christlicher Seite ausgegangen und vorwiegend in ihrem Besitz verblieben sei. Tatsächlich begegnet man diesem Ausspruch. Es handelt sich dabei aber um eine stets sich wiederholende Verwechshing, Kunsterzeugnissen können kirchliche Motive zugrunde gelegt werden; 2*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.