Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 30 (26.7.1907)
- Date
- 1907-07-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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wohner — darunter die kleinere Hälfte Juden — meist Sephardim. Von sonstigen Juden im Lande war kaum twas bekannt, Kolonien gab es noch nicht. Petach- Tikwah war zwar schon im Jahre 1878 von Jerusaemer Juden begründet worden, doch hatte man die Kolonie verlassen, und erst nach dem Beginn der neuen Kolonisation faßte man auch dort wieder neuen Mut.;)ie einzige jüdische landwirtschaftliche Ansiedelung war Mikweh Israel, die Ackerbauschule der Alliance Israelite, eine halbe Stunde von Jaffa an der Jerusalemer .andstraße gelegen. Im Qründungsjahre von Rischon erfolgte dann auch lie Gründung von Wadi-Chanin (eine Stunde von liehe, die ja naturgemäß mit viel mehr Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt hat. i!| Alles in allem ist das Resultat fünfundzwanzigjähriger Kolonisationstätigkeit nicht gering anzuschlagen. Die jüdische Bevölkerung Jaffas ist von ca. 100 auf fast 8000 Seelen angewachsen, die Kolonien zählen ebensoviel, und Jerusalem ist mit annähernd 50 000 Juden (gegenüber 16 000 Andersgläubigen) wieder die jüdischste Stadt der Welt geworden. Die Judenschaft Palästinas zählt jetzt etwa 85 000 Seelen. Damit übertrifft sie schon die christliche Bewohnerzahl des Landes, die auf 80 000 geschätzt wird, und wenn wir vom Ostjordanlande absehen, das fast üischon) von Sichron Jakob in Samaria, von Rosch Pin ah in Galiläa ( unweit Safed). Im Jahre 1883 folgte Jessod ha'ma'alah, 1884 ßkron, Katra, MischrnarHa-Jarden, 1888kamhinzu Kastinie, 1890 Rechoboth, 1891 wurden Chederah, Woza, Bne Jehuda und Ain Seitun gegründet, 1896 folgten Metuleh und Artuf, und schließlich in den Jahren 1900 bis 1903 die Kolonien Sedschera, Wes'cha, Milhamie und Jamma-Dalaika, diese letzteren sämtlich in der Tiberiasgegend. Rechnet man hierzu noch die verschiedenen Landkäufe an Stellen, wo die Kolonisation vorerst noch nicht begonnen werden konnte oder einstweilen wieder aufgegeben werden mußte, eine Anzahl neuer „jüdischer Punkte" im Lande, wie die Ölfabrik bei Beth-Arif, die Waisenschule Kirjath Sefer und andere, die nicht eigentlich als Kolonien angesprochen werden können, so kommt schon eine ziemliche Summe in einem weiteren Sinne kolonisatorischer Arbeit zusammen. Aber auch die städtische jüdische Ansiedelung gehört in den Bereich dieser Betrachtung, denn ein guter Teil der städtischen Judenschaft Palästinas ist unter dem Einfluß der Kolonisationsidee nach dem Lande gekommen, und dieser Teil der jüdischen Ansiedelung hat vielfach eine bessere Entwicklung gezeigt, als die landwirtschaftkeine Juden, dagegen aber an 10 000 Christen zählt, so wird das Verhältnis für die jüdische Position noch günstiger. Verglichen mit der großen jüdischen Wanderung nach den Ländern des Westens sind freilich diese Ziffern noch klein zu nennen. Aber als ein Anfang betrachtet — und zwar als ein Anfang voller Schwierigkeiten — sind es doch hoffnungsvolle Ziffern. Hoffnungsvoller noch, wenn wir dabei die Entwicklung des Landes als solchen und den Fortschritt des türkischen Reiches in Betracht ziehen. Wenn die Rolle der Juden als der besten Kulturvermittler von beiden Seiten — von Türken wie von Juden — recht verstanden wird, so können wir hoffen, nach abermals fünfundzwanzig Jahren auf eine Entwicklung zurückzublicken, die vielen unserer Wünsche schon Erfüllung gebracht und uns in eine neue glückliche und verheißungsvolle Zukunft der Juden eingeführt haben wird. Der Kolonie und den Kolonisten aber senden wir, die noch „außerhalb des Landes" sind, heute unsere innigen Wünsche. Unsern Festgruß allen Brüdern, „die da lieben den Staub des Landes!" 9*