Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1907-07-12 · 28 (12.7.1907) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
28 (12.7.1907)
Date
1907-07-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316240-3316271--49490-3344430
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Rußland: Radswiloff: M. Glinsky (D), A. Segan (S), Gostynin-Wlozlawek: Rabbiner Leib Kowalsky (D), Sische Wolf Görlitz (S), Nikolajew: Dr. Levi Wilensky-Berlin (D), Dun ajewzy-Swanjetz: M.Schein kin-Jaffa(D), Dr.Mossinsohn, Dr. Chaim Weitzmann (S), Uni i. Kaukasus: Rabbiner David Basoff (D), Antopol: M. J. Lipschitz-Pinsk, Juda Leib Berger-Pinsk (D), S. M. Rabbinowitsch, Chaim Weitzmann-Pinsk (S), Wilkowischky: J. Nissenbaum- Franzensbad (D), Kolo: A. Spielvogel, J. Nisenbaum (D), J. Willner (S), Noworadomsk: H. Farbstein-Warschau (D), Dr. Emil Margulies-Trautenau (S), Sosnowice: J. M. Weinreb (D), Odessa: Sapir, Ussischkin, Klausner, Schimkin, Rabbinowitsch, Lewinsky, Temkin, Rawinowitsch, Boruchow (D), Ettinger, Barbasch, Friedmann, Feld bäum, Bialik,Salz mann,Scheinkin,Mossinsohn, Frankfeld (S), Petrikau: Moses Feinkind (D), M. Szereszewski (S), Reval: S. Pomeranz (D), J. Mark (S). Serbien: Belgrad: Victor Sonnefeld (D), Benjamin Fieischer(S). England: London: J. Cowen, L. J. Greenberg. Niederlande: Dr. jur. Isidore Hen, Jakobus Kann, Siegfried Hoofien, Eduard Pool (D), Dr. Mauritz Wolff, Dr. Jules N. de Vries, David Cohen, David Roß Czn (S). Schweiz: Zürich: M. Fogal-Zürich (D), Slonimsky-St.Gallen(S), Basel: Moritz Levy-Liestal (D), J. Grünberg-Genf (S), Biel: Dr. Camille Levy-Biel (D), Max Steinberg-St. Gallen (S), Bern: Dr. Israel Rabin (D), Julius Meyer-Basel (S). Mandatsbewerbungen Um ein Kongreßmandat bewerben sich ferner: stud. Leon Slonimsky, St. Gallen, Dr. Jokob Großkopf. Hoczow. Konferenz der russisch-zionistischen Organisation im Haag In der Zeit vom 9.—13. August findet im Haag die IV. Konferenz der russischen Zionisten statt. Das Recht zur Teilnahme an dieser Konferenz haben außer den russischen Kongreß delegierten auch solche Personen, die von einer Gruppe von 100 Schekelzahlern gewählt sind. Für die Teilnahme an der Konferenz werden im Haag besondere Legitimationskarten ausgestellt werden. Die Protokolle über die Wahl der speziell für diese Konferenz gewählten Delegierten müssen beim Zentralkomitee der russisch-zionistischen Organisation bis zum 15./28. Juli eingeliefert sein. Gleichfalls beim Zentralkomitee und zum selben Termine mögen Anträge und Resolutionen eingereicht werden, die sich auf die nachfolgend verzeichneten Gegenstände der Tagesordnung beziehen: Tagesordnung der IV. russisch-zionistischen Konferenz Freitag, 9. August: 1. Eröffnung; 2. Wahl des Bureaus; 3. Bericht über den Stand der zionistischen Bewegung in Rußland (Dr. Pasmanik); 4. Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees (L. Jaffe); 5. Finanzbericht (J. Goldberg). Sanistag, 10. August, Nachtsitzung: 1. Organisationsfrage (Dr. Pasmanik); 2. Finanzen und Budget (B. Goldberg). Sonntag, 11. August, Vorm.: Die nächsten Aufgaben der Tätigkeit innerhalb der Judenheit. Organisation der Gemeinden (Seidenmann); Nachm.: Die Frage einer selbständigen Parteipolitik (L. Motzkin, W. Schabotinski). Montag, 12. August: Kongreßfragen. 1. Die nächsten Arbeiten in Palästina (M. Disengoff); 2. Agrarkredit (W. Idelson); 3. Organisation der Zentralbehörden und der Finanzinstitute (S. Rosenbaum). Dienstag, 13.August: Presse (J. Lurie). Wahlen in den Permanenzausschuß. In den Zwischenzeiten des Kongresses: 1. Weitere Behandlung der Kongreßfragen; 2. Wahlen der Mitglieder des Zentralkomitees und der sonstigen Behörden. VON DER „PRAKTISCHEN" PALASTINAARBEIT Eine Kritik der Kritik Es passiert nicht eben selten, daß durch eine Diskussion über strittige Punkte einer Aufgabe oder gar über Fragen der Methode und Technik die elementarsten grundlegenden Fragen, von denen beide Parteien ausgegangen sind, derart verbogen werden, daß es schließlich not tut, aus den höheren Sphären zum ABC des ganzen Gedankenkomplexes zurückzuflüchten, auf daß nicht alle Logik zum Teufel gehe. So scheint es auch heute angemessen, ein paar Gemeinplätze über unsere wirtschaftlichen Aufgaben in Palästina auszusprechen. Durch die Kontroverse zwischen Dr. Kohan und Prof. Warburg und den Artikel von Amittai „Nationale Ansiedelung in Palästina" konnte der Eindruck erweckt werden, als sei die Begründung großzügiger kapitalistischer Unternehmungen in Palästina von Europa aus prinzipiell von all denen zu verwerfen oder gering zu schätzen, die eine Übersiedelung zionistischer Kapitalisten nach Palästina für die geeignetere Methode halten, unserm wirtschaftlichen Vordringen im Lande ein rascheres Tempo zu verleihen. Bisher dürfte jeder Zionist, der überhaupt eine gegenwärtige Ausbreitung unserer wirtschaftlichen Einflußsphäre in Palästina für erstrebenswert hielt, sich darüber klar gewesen sein, daß uns jedes Mittel, das diesen Zielen förderlich ist, jede Art von Landankauf durch jüdisches Kapital, jede Form landwirtschaftlicher, industrieller und kaufmännischer Neugründungen, kurz, jede Methode wirtschaftlicher Ausbreitung willkommen sein müßte. Warum plötzlich die Alternative: Das Beste oder nichts? Was berechtigt plötzlich, Störung und Verwirrung in unsere Palästinaunternehmungen hineinzutragen, weil sie nicht das höchste Ideal praktisch-zionistischer Tätigkeit darstellt? Herr Dr. Kohan verlangte von den kapitalkräftigen Zionisten, daß sie sich nicht nur mit einem kleinen Anteil an einem Syndikat beteiligen, sondern daß sie selbst nach Palästina übersiedeln und dort mit einem beträchtlichen Teil ihres Vermögens an den Unternehmungen interessiert sein müßten; erst wenn sie persönlich an dem Gedeihen der Geschäfte stark engagiert wären, würde unser wirtschaftlicher Einfluß im Lande sichtbare Fortschritte machen. Die Gründung eines Unternehmens, dessen Aktionäre in Europa wohnen bleiben, wo sie den Verlust der kleinen Anteilsumme leicht verschmerzen könnten, sei von vornherein verfehlt. Es ist im Grunde verständlich, daß ein in Jaffa ansässiger Zionist an der gedeihlichen Fortentwicklung unserer wirtschaftlichen Stellung in Palästina mit Hilfe der bisher in Aussicht genommenen Methoden verzweifelt, wenn er, der die gewaltigen Schwierigkeiten dieser Entwicklung täglich vor Augen sieht, diese Schwierigkeiten mit den im Verhältnis dazu zwerghaften Anstrengungen der europäischen Zionisten vergleicht, wenn er vergeblich nach neuen, im Lande selbst erstehenden kapitalistischen Unternehmungen ausschaut. Wirkt doch die Mißstimmung hierüber selbst auf den Zionisten, der nur einige Wochen in Palästina weilt* so drückend, daß er an jeglicher Palästinaarbeit in Europa schier verzweifeln zu müssen glaubt. Was hier von größeren jüdischen Besitzständen angetroffen wird, verdankt seinen Ursprung entweder den Millionenspenden großer Philanthropen, mit denen für die nächste Zukunft nicht gerechnet werden kann, oder der Arbeit von Männern, die mit ihrer ganzen Existenz, ihrem Hab und Gut, ihrem Leben, ihrer Zukunft an dem Gelingen des Werkes interessiert waren. Man er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.