Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 25 (21.5.1907)
- Date
- 1907-05-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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16 DIEIME LT Seiten versucht worden ist, entbehren wir noch immer einer umfassenden Darstellung, wie wir sie aus der Feder Freudenthals erwarten durften. Wie weit Spinoza mit dem wissenschaftlichen Schrifttum des Judentums vertraut war, läßt sich nicht nur aus manchen Äußerungen in seinen großen Schriften („der Ethik'und des theologisch-kritischen Traktats"), sondern auch aus dem Verzeichnis seiner Büchersammlung erkennen, die nach seinem Tode meistbietend versteigert wurde. Dieses Verzeichnis ist in der letzten No. 25 Zeit aufgefunden worden, und es wäre vielleicht ein sehr interessantes Unternehmen, die jüdischen Bücher nach der Richtung zu durchforschen, was Spinoza aus ihnen entnommen und verwertet hat. Freudenthal hätte auf diesem Gebiete noch sehr viel leisten können, wenn ihn nicht der Tod allzu frühzeitig mitten in seiner gelehrten Arbeit überrascht und ihn jäh dahingerafft hätte. Sein Lebenswerk ist unvollendet geblieben. 1 o o o o o o o (T— ooooooojj AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o Australien Die Bestrebungen, die australischen Zionisten zu einer Federation zu vereinigen, werden bald zum Ziele führen. Aus East Melbourne wird uns berichtet: Die Mitglieder der Victorian Zionist League versammelten sich unter dem Vorsitz des Präsidenten, Hon. Nathaniel Levi, J. P. zu einer Besprechung der Vorbereitungen für die Kongreßwahlen und anderer aktueller zionistischer Angelegenheiten. Es wurde beschlossen, der nächsten Versammlung die Errichtung eines eigenen Vereinsheims und einer Lesehalle vorzuschlagen. Der Präsident berichtete über die Schritte, die geschehen sind, um eine Vereinigung der australischen Zionisten zu einer Federation herbeizuführen. Wenn auch die Schwierigkeiten infolge der großen Entfernungen (von Perth nach Sydney fährt man fast eine Woche) groß sind, so ging doch die allgemeine Ansicht dahin, daß da eine Federation sehr wohl gegründet werden könne. Es ist beabsichtigt, eine Delegiertenversammlung einzuberufen, die die Frage endgiltig lösen soll. China Wir lesen im amerikanischen (nichtzionistischen) „Jewish Exponent": „Es fällt manch einem schwer, den ernsten Willen zu begreifen, mit dem die Zionisten sich der Ausbreitung ihrer Bewegung hingeben und die Energie, die sie ihrer Propaganda auch unter den schwierigsten Umständen widmen. Die Wahrheit ist, daß sie tatsächlich ihren Standpunkt in Wirklichkeit umsetzen, wonach sie zu einer weltumspannenden Organisation zählen, die die Angehörigen jeder Art jüdischen Glaubens, Orthodoxe, Konservative, Reformer und Radikale ebenso umfaßt, wie diejenigen, die nur mehr Juden sind auf Grund ihrer Abstammung. Sie beweisen in Wahrheit, welch ein mächtiger Faktor eine solche Vereinigung, die alle vier Enden der Erde umfaßt, für den Fortschritt und die Ausbreitung des Judentums darstellen muß. So zeigt z. B. der uns eben zugegangene vierte Jahresbericht der Shanghai Zionist Association, daß im fernen China eine tätige und eifrige zionistische Körperschaft existiert, deren Mitglieder zwar nicht zahlreich sind, die aber nichtsdestoweniger von demselben Enthusiasmus beseelt sind, der seinen Ausdruck auch in den großen Städten Europas und Amerikas findet. Die Mitgliederliste der Association enthält nicht nur Namen aus Shanghai, sondern auch solche aus Hongkong, Hankow, Wuchow, Wuhu und Wladiwostock in Sibirien. Wo können wir irgendwo ein gleiches Beispiel des jüdischen Universalismus finden wie in der zionistischen Bewegung?" Kanada Toronto: Hier bestehen 6 zionistische Vereine. Der Verein „B'nai Zion" hat in den letzten 9 Monaten über 200 Dollar für den Nationalfonds gesammelt, hat 175 Aktien des J. C. T. verkauft, führt eine energische Propaganda für die Ölbaumspenden, die bereits sehr gute Erfolge gebracht hat, und hat sich auch an der Schekelsammlung gut beteiligt. Er erhält eine Sonntag- und Abendschule, wo 120 jüdische Kinder hebräischen Unterricht genießen. Der Frauen- und Mädchenverein „B'noth Zion Kadimah", mit Mrs. G. Ryens an der Spitze, zeichnete sich ebenfalls sehr aus. In kurzer Zeit hat er über 100 Dollar für Aktien und Nationalfonds an die kanadische Federation eingesandt. Vor einigen Tagen ließ er sich ins Goldene Buch einschreiben und steuerte 5 Bäume dem Herzlwalde bei. Nicht weniger eifrig ist der Frauen- und Mädchenverein „Toronto Daughters of Zion" mit Miß Dora Simon an der Spitze. Der Geselligkeitsverein „Young Mens Zion Club", mit seinem neugewählten Präsidenten Mr. J. Klein, verbreitet sehr eifrig den zionistischen Gedanken in der jüdischen Jugend, und verliert keine Gelegenheit, den Zionismus und seine Forderungen seinen Mitgliedern nahe zu legen. Nicht unwichtig ist der „Zion Literary Club", der aus jungen Leuten besteht, die sich sehr eifrig dem Studium der jüdischeh Geschichte und Literatur hingeben. Diese 5 Vereine sind Angehörige der Zionistischen Federation in Kanada, und miteinander durch einen lokalen „Council" von je 5 Delegierten für jeden Verein verbunden. Diesem Council obliegt die allgemeine lokale Propaganda zu organisieren und zu überwachen. Außerdem besteht ein „Poale Zion "-Verein, der aber leider weder der Federation, noch dem lokalen „Council" untergeordnet, aber nicht minder eifrig bestrebt ist, den Zionismus in seinem Kreise zu verbreiten und das Beste für unsere Institutionen zu leisten. Das Gebäude, welches vom „B'nai Zion" gemietet ist, genügt nicht mehr für die lokalen Bedürfnisse. In Anbetracht dessen wurde einstimmig von den Vereinen beschlossen, sich ein neues Gebäude käuflich zu schaffen und mit allen modernen Einrichtungen auszustatten. Um dies so schnell wie möglich zustande zu bringen, sind bereits alle Vorbereitungen getroffen worden, um die zionistischen Vereine für diesen Zweck unter dem Namen „The United Zionist Societies, Limited" mit einem autorisierten Aktienkapital von Mk. 30 000.— eintragen zu können. Die hiesigen Zionisten nehmen diesmal großes Interesse an dem Kongreß und werden dies Jahr im Haager Kongreß vertreten sein. Die Vereine „B'nai Zion" und „B'noth Zion Kadimah" haben bereits die Kandidatur des Herrn A. Jalick vorgeschlagen. Die Wahlversammlung der Schekelzahier wird demnächst stattfinden. An zionistischen gut besuchten Massenversammlungen fehlt es in unserer Stadt nicht. Vor kurzem hielten Rev. Meldola de Sola aus Montreal und Mr. G. Miller aus Buffalo je einen mit großem Beifall begleiteten Vortrag über den Zionismus in dem neuen Prachtgebäude der Synagoge „Goel Zedek" vor einem Publikum von über 1500 Personen. Die hiesigen Zeitungen äußerten sich sehr sympathisch über den Zionismus und die Reden, hauptsächlich über die des Rev. de Sola. Gelegentlich eines kurzen Aufenthaltes des Präsidenten der Federation Mr. Ciarence J. de Sola in dieser Stadt verweilte er einen Abend mit den Leitern der zionistischen Vereine und, gab ihnen im Lokal des „B'nai Zion" in einer Ansprache einen Überblick des gegenwärtigen Zustandes im zionistischen Lager. Er äußerte sich entschieden für die praktische Arbeit in Palästina durch Heranziehung jüdischer Kapitalien, Gewerbetreibender und Landarbeiter. Am 2. d. M. hielt der Präsident des „B'nai Zion" Herr A. Falick vor einer sehr besuchten Versammlung im Vereinslokale einen Vortrag über den Ursprung und die Ziele des Zionismus. Italien Mailand. Mailänder Zionistenverein. Der Vorschlag, eine Bibliothek in den Lokalen des Mailänder israelitischer; Kinderasyls, via Disciplini 11, zu eröffnen, wurde schon im vergangenen Januar von der Generalversammlung unseres Vereins w Erwägung gezogen. Heute ist er durch den Edelmut einiger unsere' Freunde zur Tatsache geworden. Der Grundstock einer Schriften Sammlung über das vergangene und gegenwärtige Leben unsere: Volkes und die zionistische Bewegung, welche dessen Zukunft vo: bereitet, ist nunmehr gelegt. Unser Material ist in einem Katalcu; zusammengefaßt und zur Verfügung der Mitglieder gestellt worden Unter den im Katalog verzeichneten Werken befinden sich Zeitschriften, welche uns regelmäßig von deren Abonnenten gesehen: < werden, ferner einige uns noch zu wenig bekannte Origina!- monographien. Diese Monographien wurden uns von ihren Autoren in mehreren Exemplaren geschenkt, damit unsere Bibliothek, welche