Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 22 (31.5.1907)
- Date
- 1907-05-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE KÖLN AM RHEIN, UBIERRING 23 ELT ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XL JAHRG. Köln, 31. Mai 1907 pmrfc nSnn'V }VD "rr> No. 22. Für die anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der „Welt" am 4. Juni erscheinende J u bi läu msf estn ummer haben bisher Beiträge zugesagt: Mathias Acher, Simon Bernfeld, Martin Buber, A.Coralnik, Berthold Fei wel, Heinrich Grünau, Leon Kellner, Heinrich Loewe, Max Nordau, Alfred Nossig, N. Sokolow, Heinrich York= Steiner, Otto Warburg, Siegmund Werner, Theodor Zlocisti; außerdem die Künstler: E. M. Lilien, Leopold Pilichowski, Hermann Struck. Überdies wird die Nummer noch eine Reihe anderer wertvoller Beiträge enthalten. Schon die angezeigten Namen beweisen, daß die Jubiläumsnummer der „Welt" für alle Zionisten ein besonderes Interesse haben wird. Aber nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch eine besonders gute Ausstattung wird diese Nummer eine dem Anlaß würdige Erinnerungsgabe darstellen und für die Agitation besonders wertvolle Dienste leisten. Jeder Zionist möge sich diese Nummer anschaffen! Der Preis wurde mit 40 Pfennig exklusive Porto festgesetzt. Vereine und Korporationen erhalten bei Mehrbezug entsprechenden Rabatt, und zwar berechnen wir 50 Exemplare mit Mk. 15.—, 100 „ „ „ 25.—, 500 „ „ „ 100.—. Bestellungen sind bis 31. Mai a.c. zu richten an die Expedition „DIE WELT", Ubierring 23. Im Haag Der achte Zionistenkongreß soll in diesem Jahre im Haag tagen. Es ist durchaus richtig, wie einer unserer Mitarbeiter in dieser Nummer behauptet, daß die Wahl dieses Ortes eine Anerkennung für die niederländische zionistische Organisation bedeutet. Aber vor allem und mehr als das kennzeichnet diese Wahl ein sympathisches Verhältnis zu diesem Lande, das die Juden als seine freien Söhne behandelt und beschützt. Natürlich kann man dem Volksempfinden keinen Zwang anlegen. . . . Sowohl hier wie in anderen Ländern bleibt noch eine gewisse Trennung in gesellschaftlicher Beziehung bestehen. Und die Juden werden überall als Menschen, die einer anderen Rasse als die Mehrheit der Bevölkerung angehören, betrachtet. Aber die Freiheitsliebe der Holländer ist mit ihrem Charakter so eng verbunden, daß kein einziger unserer Landesgenossen ernstlich daran denkt, an unseren Grundfreiheiten zu rütteln. Und selbst die, die in bezug auf die auswärtige Politik heftig gegen die Juden Partei ergreifen, ziehen unsere Rechte nicht in den Kreis ihrer Diskussion. So können wir sicher sein, daß die Sache unserer Freiheit bei vielen Holländern ohne Unterschied der Parteien und Richtungen große Anerkennung finden wird. Was die Hauptaufgabe eines Kongresses, wie des unsrigen, außer der Organisationsarbeit, die unentbehrlich für die Fortführung unseres Werkes für die allernächste Zukünft ist, ausmacht, ist die wiederholte Proklamierung vor aller Welt, daß wir das Recht haben, für das unfreie jüdische Volk eine Freiheitsgrundlage zu schaffen, Kraft für die Zukunft zu sammeln, um das schwergeprüfte jüdische Volk aus dem Verfall zu erheben, — etwas, was auch für das Christentum, das das Volk Moses' so lange geknechtet hat, eine große Wohltat sein wird. Eine Proklamierung und eine Kundgebung zugleich! Unsere Worte und unsere Taten sollen den Nachweis erbringen, daß das Judentum nicht eine versteinerte Mumie ist, die in die Paragraphen vergilbten Pergaments *) Der „Joodsche Wächter", das Organ der holländischen Zionisten, begrüßt den achten Kongreß mit vorstehendem Artikel.