Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 21 (24.5.1907)
- Date
- 1907-05-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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\'o. 21 DIE^ELT 17 o o o o o o o c 1) o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG {{o o o o o o o IS 2> o o o o o o Amerika Baltimore. Die Tikvath Zion Association veranstaltete am 31. März eine große Feier. Der Saal war überfüllt, viele neue Freunde wurden für die Bewegung gewonnen. Boston. In einer Versammlung der sämtlichen zionistischen Vereine Bostons wurde beschlossen, eine Reorganisation der Vereine in Boston in die Wege zu leiten. Ein Komitee, dem Vertreter aller Vereine angehören, soir viermal jährlich zusammentreten, um über die gemeinsamen Angelegenheiten der Vereine zu beraten. Es steht zu erwarten, daß die geschaffene Neuorganisation für die Bewegung in Boston von großem Vorteil sein wird. Brooklyn. Am Sonntag den 7. April veranstaltete die Zionist League eine Massenversammlung mit dem Zwecke, die Juden Brooklyns für die Bestrebungen des Palästina-Komitees zu interessieren. Herr Lewin-Epstein, der Vorsitzende des Komitees, verbreitete sich in der ihm eigenen lichtvollen Weise über den Fortschritt der jüdischen Tätigkeit in Palästina während der letzten Jahre. Unter anderm sagte er, daß in den letzten beiden Jahren mehr Land von Juden in Palästina gekauft worden sei, als während der ganzen vorhergehenden 25 Jahre. Außer Herrn Lewin-Epstein sprachen noch die Herren Dr. Magnes und Genes mit gleichem Erfolge. Es wurden ca. 500 Mark an diesem Abende gesammelt. Cleveland. Am 22. April fand eine große zionistische Versammlung statt. Dr. Aron Swades sprach über „Zehn Jahre Zionismus", Mr. Harry Simon über „Die Notwendigkeit des Zionismus" und Mr. S. Klein über „Die Pflichten des Zionisten". Im verflossenen Jahre wurden von unserm Vereine ca. Mk. 1800.— für den Nationalfonds und Mk. 250.— für den „Bezalel" gesammelt. New-York. Das zehnjährige Stiftungsfest der „Friends of Zion" gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung des zionistischen Gedankens. Die Rednerliste wies eine Reihe der glänzendsten Namen der amerikanischen Judenheit auf. Wir nennen folgende: Eliakum Zunser, Abraham Goldfaden, Scholem Aleichem, Dr. Magnes, A. H. Fromenson, Dr. Epstein, Dr. Blaustein usw. Für den Nationalfonds wurden ca. 500 Mark gesammelt. St. Louis. Bisher wurden allein in unserer Stadt mehr als 1500 Schekel gesammelt. Oberschlesischer Gruppenverbandstag Am 5. d. Mts. fand in Gleiwitz unter der Teilnahme von Delegierten sämtlicher acht oberschlesischer Gruppen sowie einer Anzahl Gleiwitzer und auswärtiger Gesinnungsgenossen — im ganzen waren etwa 45 erschienen — eine Tagung des Gruppenverbandes „Oberschlesien" statt. Nachdem die Ortsgruppenleiter und die Funktionale des Verbandes eingehende Berichte erstattet hatten, referierte der Vorsitzende Dr. Stahl-Tarnowitz über „Die Aufgaben des VIII. Kongresses". In der sich anschließenden Diskussion wurde u. a. das Verhältnis des Zionismus zur Ito, insbesondere aber die Bedeutung der praktischen Palästinaarbeit, lebhaft erörtert. Sodann wurde die Frage der Einteilung der oberschlesischen Wahlbezirke sowie der aufzustellenden Kandidaten besprochen. Oberschlesien wird diesmal voraussichtlich drei Delegierte zum Kongreß entsenden, da die Anzahl der Schekelzahler in diesem Jahre etwa 600 betragen wird — gegen 400 im 7. Kongreßjahre. Auf Antrag von Dr. Cass irer-Gleiwitz wurde beschlossen, eine Zentrale für Broschürenversand zu schaffen, von der aus die Ortsgruppen mit Broschüren versorgt werden sollen. Schließlich gelangte folgende, von Rappaport-Kattowitz eingebrachte und begründete Resolution zur einstimmigen Annahme: „In Erwägung, daß zur Vertretung allgemein-jüdischer Interessen und der speziellen Lebensinteressen der Juden in der ganzen Welt, vorzugsweise in den Ländern, in denen eine jüdisch-politische Repräsentanz nicht besteht, in erster Linie die zionistische Organisation berufen und verpflichtet ist, — in Erwägung, daß die aus Anlaß der Algeciraskonferenz stattgehabte Aktion einer Reihe von philanthropischen Organisationen zugunsten der marokkanischen Juden unter tatkräftigster, allerdings inoffizieller Mitwirkung hervorragender führenderGesinnungsgenossen zustande gekommen ist, gestattet sich der Gruppenverband „Oberschlesien" an das verehrüche A.-C. die ergebene Anfrage zu richten, aus welchem Grunde bei der beregten Angelegenheit eine offizielle diplomatische Intervention unterblieben ist." Böhmen Alle nach Karlsbad zur Kur kommenden Gesinnungsgenossen werden aufmerksam gemacht, daß der Verein „Zion" jeden Mittwoch, abends V« 9 Uhr, im Restaurant Kirsch seine Zusammenkünfte abhält. Wie alljährlich veranstaltet auch heuer der Verein eine Reihe von allgemein zugänglichen Vorträgen über aktuelle und interessante Fragen des Judentums. Wir haben in dieser Saison bereits einige hervorragende jüdische Männer gewonnen und bitten noch jene Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, bei den wöchentlichen Zusammenkünften einen Vortrag zu halten, ihre Adresse uns baldmöglichst bekannt geben zu wollen. Die fünfte Landeskonferenz der ungarischen Zionisten Am 12. d. M. fand im neuen Zionistenheim zu Budapest die fünfte Jahresversammlung der ungarländischen Zionisten statt. An derselben nahmen 60 Delegierte teil, die von 28 Ortsgruppen entsandt worden waren. Vertreten waren u. a. die Städte: Budapest, Kaschau, Bonyhäd, Märamaros-S ziget, Debrecen, Nagyszeben, Nagy-Tapolcsäny, Szatmär, Nagybänya, Preßburg, Papa. Die Beratungen begannen um 9 Uhr vormittags. Im Namen des vorbereitenden Ausschusses schlug Dr. L. E)ömeny zum Präsidenten der Konferenz Gg. Samuel Bettelheim (Preßburg) vor, zu Vizepräsidenten: Moriz Juhäsz und Armin Beregi, zum Beisitzer: Leopold Lebowitsch und zu Schriftführern: Josef Keppich und David Widder. Nachdem diese Kandidaturen einstimmig genehmigt waren, übernahm S. Bettelheim den Vorsitz und begrüßte die Teilnehmer. Nachdem der Referent des Legitimationsausschusses seinen Bericht erstattet hatte, nahm der Präsident der Landesorganisation, Dr. Sändor Gruber, das Wort, um über die zionistische Tätigkeit im abgelaufenen Jahre zu berichten. Er wies auf die speziellen Schwierigkeiten hin, die der Verbreitung des Zionismus in Ungarn im Wege ständen, namentlich auf den Umstand, daß den Statuten der zionistischen Landesorganisation infolge gehässiger Einflüsterungen von. jüdischer Seite noch immer die Genehmigung seitens ,der Regierung verweigert wird. Sodann kam er auf die allgemeine politische Situation des Zionismus iin gegenwärtigen Zeitpunkte zu sprechen und präzisierte die Stellung des Landeskomitees kurz dahin, daß es jedenfalls als wünschenswert und notwendig erscheine, wenn die reale Arbeit, die in Palästina von Privatpersonen und Körperschaften geleistet wird, durch die zionistische Palästinakommission in moralischer und wissenschaftlicher Hinsicht tatkräftig gefördert wird, daß es aber Aufgabe der zum VIII. Kongreß zu entsendenden Delegierten sein werde, für die Wahrung des politischen Charakters der Bewegung einzustehen. Der Referent gedachte auch der Toten des letzten Jahres, u% a. des unvergeßlichen Rabbi M. A. Roth (Papa). Er gab eine Übersicht über die Ausbreitung der Bewegung, über die Tätigkeit des Landesbureaus usw. — Es waren im abgelaufenen Jahre 28 Vereine und 66 Vertrauensmänner tätig. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Präsidialbericht referierte der Kassierer der Landesorganisation. Aus seinem Bericht geht hervor, daß bis zum Tage der Konferenz 1089 Schekel und 453 Kronen an Landesbeitrag eingegangen sind. 20" „ von letzteren wurden dem Turnverein zugewendet. Der Schekel wurde ohne Abzug an die Zentrale abgeführt. Es wurde eine Anzahl Shares der Jüdischen Kolonialbank abgesetzt. Zum Schlüsse legte der Referent den Budgetentwurf für 1907/8 vor, dessen Beratung für die Nachmittagssitzutig angesetzt ist. Dr. L. Dömeny referierte über den Nationalfonds. Er besprach die vor kurzem erfolgte Legalisierung und die Sammeltätigkeit in Ungarn. Es wurden 1058 Büchsen placiert und 671 Sammelbögen versandt. Das Ergebnis der Selbstbesteuerung beträgt bis jetzt 3190 Kronen. Marken wurden für 4849 Kronen abgesetzt. Der Referent wies auf die rastlose und zielbewußte Tätigkeit des N.-F.- Kommissärs Läszlö Kohn hin, dem dieser günstige Erfolg zu verdanken sei. Nachdem die Rechenschaftsberichte erstattet waren, übernahm M. Juhäsz den Vorsitz und erteilte das Wort Herrn Samuel Bettelheim (Preßburg), der die Berichte und die Tätigkeit des Landeskomitees einer scharfen Kritik unterzog. Namentlich rügte