Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 18 (3.5.1907)
- Date
- 1907-05-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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16 DIE ELT No. 18 Basar beschäftigt, dessen Erträgnis dem Baufonds für die Halle der B'nei Zion zugute kommen soll. Holland Auf Veranlassung der Rotterdamer Zionisten fand dort am 23. Februar ein Kunstabend statt, dessen Reinerträgnis dem Fonds für die Errichtung eines Waisenhauses in Palästina für die russischen Pogromopfer bestimmt war. Der Abend nahm unter der ausgezeichueten Leitung des Herrn Dr. A. van Raalte einen sehr guten Verlauf. Dem Komitee gehörten Juden aller Kreise an. Um die Veranstaltung machten sich durch Solovorträge verdient die Herren Wolff, Verhey und Mossel, sowie die Damen Nenny Goudsmit, Lotte Roosing und Siegfried Blauuw. Ein Theaterstückchen fand vielen Beifall. Der Reinertrag betrug Mark 2300.—, die dem Jewish Colonial Trust für oben gedachten Zweck überwiesen wurden. China Der Jahresbericht der Shanghai Zionist Association gibt wiederum ein erfreuliches Bild von der regen Tätigkeit dieser so fernen Gruppe. Der Bericht verzeichnet mit Genugtuung, daß der Verein im verflossenen Jahre beachtenswerte Fortschritte gemacht hat. Der Verein hat einen Literaturzirkel eingerichtet, dessen Vortragsabenden durchschnittlich 200 Personen beiwohnten. Folgende Vorträge wurden gehalten: „Die zionistische Bewegung" von N. E. B. Ezra, „Zionismus vom ökonomischen und internationalen Standpunkt" von Rev. S. Fyne-London, „Sabbathai Zewi" von N. E. B. Ezra, „Die Mission Israels" von Rev. Frank Rawlinson. Der Lesezirkel hält eine Reihe jüdischer Zeitungen. Die Schekelsammlung ergab die Zahl von 200 Schekeln, zum Vertreter der Vereinigung auf dem VIII. Kongreß wurde Herr Dr. Gaster-London in Aussicht genommen. 15 Aktien des Jewish Colonial Trust wurden verkauft. Für den Nationalfonds wurden fast 1400 Mark gesammelt. Auf Grund des Aufrufes der Palästina-Kommission bildete sich ein Palästina-Komitee, dem es gelang die Summe von ca. 1000 Mark für die Zwecke der Palästina-Kommission flüssig zu machen. Wir beglückwünschen unsere Shanghaier Freunde zu ihrem guten Erfolge, der nur möglich war infolge der eifrigen und hingebungsvollen Mitarbeit aller Gesinnungsgenossen. Canada Die „Federation of Zionist Societies of Canada" hat in den letzten Monaten eine außergewöhnliche Tätigkeit entfaltet, um die Schekelsammlungen im ganzen Lande möglichst umfangreich zu gestalten. Auch der Verkauf von Aktien des „Jewish Colonial Trust" sowie die Sammeltätigkeit für den Nationalfonds ist bedeutend gewachsen. Insbesondere hat sich der Präsident der Federation, Herr Clarence de Sola, große Mühe gegeben, die Sammlungen für den Nationalfonds und für die Zwecke der Palästina-Kommission zu vergrößern. In Toronto existieren jetzt 6 zionistische Vereine, und sie alle arbeiten mit gutem Erfolge. Für den 21. April war eine große Versammlung in dieser Stadt geplant, zu der Anmeldungen aus allen Städten der Provinz' Ontario vorlagen. Die Eröffnungsansprache wird der Rabbi Rev. Meldola de Sola halten, der anerkannte Führer der jüdischen Orthodoxie in Amerika, der ein Bruder des Präsidenten der Federation ist. Die „Töchter Zions" und die B'nai Zion Kadimah in Montreal haben ebenfalls jüngst sehr erfolgreiche Versammlungen abgehalten, bei denen große Beträge für die zionistischen Fonds gesammelt wurden. Neue zionistische Vereine wurden jüngst in London, Bezirk Ontario, und in Yarmouth, Nova Scotia, gegründet. Vor einiger Zeit besuchte Herr Lewin-Epstein Canada und sprach in verschiedenen, sehr gut besuchten Versammlungen zugunsten der Palästina-Fonds. Im Anschluß an seine Vorträge wurden in Montreal und Toronto Verkaufsstellen für Palästina-Weine errichtet. Auch in Winnipeg wird demnächst eine große Versammlung stattfinden. Rabbi H. Masliansky und der Präsident der Federation werden die Redner sein. Rußland Das Zionistische Zentralkomitee hat soeben sein Zirkular Nr. 6 in hebräischer, jüdischer und russischer Sprache versandt. Das Zirkular handelt hauptsächlich von den Schekelsammlungen; Das nächste Zirkular wird sich mit dem bevorstehenden Kongreß und den Fragen, die auf demselben beraten werden sollen, beschäftigen. * Über eine Vortragstournee des Herrn Dr. Mossinsohn wird berichtet: Donnerstag den 5. April a. St. hielt Herr Dr. B. Mossinsohn vor einer Massenversammlung in Schklow, Gouv. Mohilew, eine zionistische Agitationsrede. — Tags darauf sprach er in Kopis, sodann in Orscha, wo auch ein bedeutender materieller Erfolg erzielt wurde. Am 9. April a. St. hielt Dr. Mossinsohn in Schawel, Gouv. Kowno, ein Referat über „Zionismus und Nationalismus". Am 11. April sprach er vor einer Massenversammlung in Witebsk. * Der Delegierte des Z.-K. Herr Ch. Grünberg berief in Grodno eine Versammlung ein, wo er über „Palastinismus und Territorialismus" sprach. Es wurde eine zionistische Schülergrüppe ins Leben gerufen, ferner wurde ein Bürgerkomitee eingesetzt, das die Aufgabe hat, für die Selbstbesteuerung zugunsten des N.-F. und für die Schekelsteuer tätig zu sein. Ferner hielt Herr Grünberg Versammlungen ab in Horodok, Luna, Bielsk und Wisoko- Litowsk. Ungarn Budapest. Demnächst findet hier die fünfte Landeskonferenz der ungarländischen Zionisten im neuen Zionistenheim (IV., Hajö-u. 10) statt. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht festgesetzt. Die Tagesordnung der Landeskonferenz ist die folgende: 1. Konstituierung des Präsidiums. 2. Bericht des Präsidenten des Landeskomitees. 3. Referat über die Agitation. 4. Besprechung des gegenwärtigen Standes der zionistischen Bewegung. 5 Budget 6. Anträge. 7. Wahl des Landeskomitees. Bonyhäd. Am 2. Halbfeiertage des Pachssafestes fand hier eine große zionistische Versammlung statt, in der Herr Rabbiner Dr. Hermann Abraham söhn aus Särbogärd referierte. Redner fand mit seinen schwungvollen, begeisternden Ausführungen reichen Beifall. Trotz der erbitterten Gegnerschaft „tonangebender" Gemeindekreise ist ein großer Teil der jüngeren Generation für unsere Bestrebungen gewonnen und läßt sich durch keinerlei Terrorismus in ihrer Anhänglichkeit an das zionistische Ideal beirren. Auch ein zionistischer Mädchenverein „Judith" ist hier begründet worden und entwickelt eine bemerkenswerte Tätigkeit. Debrecen. Am 14. d. M. veranstaltete der hiesige zionistische Verein „Ivria" eine Agitationsversammlung im Prunksaale der Industriegesellschaft. Die erste Rede hielt der hiesige Arzt Dr. Moritz Rözsa, der die bisherigen Resultate der zionistischen Bewegung kurz skizzierte. Hernach sprach der Delegierte des Landeskomitees, Ingenieur Hermann Beregi aus Budapest. Er wies an der Hand der Geschichte und der jüdischen Gegenwart die Notwendigkeit des Zionismus nach. Dr. med. Josef Löwy referierte über die Organisation und die Institutionen des Zionismus. Eugen Vajda rezitierte den „Jüdischen Mai" von Morris Rosenfeld in ungarischer Sprache. Prof. Albert Rubin stein, Vizepräsident der „Ivria", beleuchtete den Zionismus vom soziologischen Gesichtspunkte. Die Vorträge machten bei der zahlreichen Zuhörerschaft großen Eindruck und gewannen uns viele neue Freunde. Szatmär. Die hiesige zionistische Ortsgruppe veranstaltete Sonntag den 21. d. M. im großen Saale des Hotel Hungaria einen Vortrags- und Propagandaabend, der sehr gut besucht war, und an dem die Herren -H. Gott lieb und N. Goldstein wirkungsvolle zionistische Reden hielten. Budapest. Der Verein zionistischer Universitätshörer „Makkabäa" hielt am 20. d. M. eine gutbesuchte Versammlung ab, in der Rabb.-Kand. Isak Pfeifer über „Die Lage der Judenheit und des Zionismus" referierte. Redner kam insbesondere auf die jüngsten rumänischen Vorgänge zu sprechen, die er in inteiessanter Weise vom zionistischen Standpunkte beleuchtete. Simon Izsäk sprach über den gegenwärtigen Stand des Nationalfonds. Bei dieser Gelegenheit wurden die Advokaturskandidaten Dr. Siegmund Alt und Dr. Hermann Schimmerling in den Vorstand gewählt. — Der zionistische Bürgerverein „Dr. Herzl" hielt Sonntag, den 28. d. M. eine Sitzung ab, in der Herr David Kohn einen Vortrag über „Die Sklavenfrage im vorigen Jahrhundert und die Judenfrage von heute" in deutscher Sprache hielt. Verschiedenes Wien. (Zionistischer Zentralverein.) Zwei außer ordentlich gelungene Veranstaltungen fanden diese Woche statt Am 24. April sprach Gg. Adolf Böhm vor zahlreichem Publikum über seine Palästina-Reise. Er legte dar, welche großen Fortschritte der Zionismus in Palästina macht. Er schilderte -namentlich die Verbreitung der hebräischen Sprache und das Vorherrschet des neuen Geistes in allen Schulen und unter der Jugend. Eine Reihe von Lichtbildern unterstützte den nachhaltigen Eindruck. Am 25. April sprach Gg. Nathan Groß über die Stellung der „Poalc Zion" zum bevorstehenden VIII. Kongreß. Er betonte die Notwendigkeit, in Palästina vor allem einen Bauernstand zu schaffen. Aus den städtischen jüdischen Proletariern könne aber nur im Wege