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Die Welt · 1907-05-10 · 19 (10.5.1907) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
19 (10.5.1907)
Date
1907-05-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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In Beirut, wo wir erst seit fünf Monaten arbeiten, war ein Gewinn bisher selbstverständlich noch nicht zu erwarten. Diese Filiale hatte bei der Kürze ihres Bestehens noch gar keine Depots und hatte alles Geld für ihren Bedarf entsprechend der allgemeinen Lage des Geldmarktes teuer zu verzinsen. Wir. dürfen aber für das laufende Jahr bereits auf ein gutes Resultat hoffen, zumal das Direktorium Ihnen jetzt einen Beschluß betreffs Erhöhung des Kapitals der A. P. C. auf £ 100 000 vorlegt. Ich möchte schließlich nicht verfehlen, meine besondere Anerkennung für die hervorragenden Leistungen unseres Managers, Herrn Levontin, und für die verdienstvolle Mitwirkung unseres Beamtenkörpers auszusprechen." Vorstehender Bericht wurde angenommen. Die Bilanz pro 1906 und der Bericht der Bücherrevisoren wurden verlesen und einstimmig angenommen. Auf die Empfehlung des Direktoriums hin beschloß die Versammlung, das Direktorium zu beauftragen, sofort die notwendigen Schritte zu tun, um das Kapital der Gesellschaft auf £ 100000 zu erhöhen, wovon 30 000 £ sofort emittiert werden sollen. Die Generalversammlung beschloß ferner, daß der Reingewinn pro 1906 auf den in der Bilanz aufgeführten Posten „Gründungsspesen" abgeschrieben werde. Die statutengemäß .zurücktretenden drei Direktoren, die Herren Cowen, Greenberg und Kremenezky, wurden von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Die bisherigen vereidigten Auditors der Gesellschaft, die Herren Jackson, Pixley & Co, London, wurden wieder, gewählt. Die Versammlung schloß mit Dankesvoten an den Vorsitzenden, den Manager, Sekretär und die Beamten. Übersetzung London E. C, den 16. April 1907. 58, Coleman Street. An die Aktionäre der Anglo-Palestine Company Ltd. Wir bestätigen das Zertifikat am Fuße der Bilanz per 31. Dezember 1906 und schließen daran den folgenden Bericht: Die aus Jaffa, Jerusalem und Beirut nach London gesandten Bilanzen und Rechnungen sind in guter Ordnung und vom Managing Direktor und anderen Angesteilten der Company unterzeichnet. Wir haben von den englischen Konsulaten direkt Zertifikate erhalten, in welchen der Kassenbestand und der Bestand an sonstigen Dokumenten bei diesen Filialen per 31. Dezember 1906 bescheinigt wird. Laut Jerusalemer Konsulat - Zertifikat ist der Wert der diskontierten Wechsel um ca. Frcs. 4600 (oder £ 180) geringer als der in der Jerusalemer Bilanz ausgewiesene Betrag. Ihr Manager Mr. Hirsch wird Aufklärung über diese Differenz beschaffen. Wie in unseren vorigen Berichten bereits erklärt, ist es für uns unmöglich, irgend eine Verantwortung betreffs der Bilanzen und Rechnungen dieser Filialen zu übernehmen, ausgenommen insoweit, als die Korrektheit der Eintragungen in die Londoner Bücher aus denselben in Frage kommt. Ebensowenig können wir ein Urteil über die Bonität der Forderungen der Company abgeben. Wir haben auch wiederum festzustellen, daß wir die Jewish Colonial Trust-Aktien, welche der „Anglo-Palestine Company Ltd.", gehören, nicht haben in Augenschein nehmen können, da sie sich zum großen Teil zu Verkaufszwecken in den Händen auswärtiger Agenten der Company befinden. Wie wir auch schon früher hervorgehoben haben, sollen durch diese Bemerkungen* keinerlei Zweifel auf die Korrektheit der Ziffern geworfen, sondern lediglich auf die engen Grenzen unserer Prüfung hingewiesen werden. Während des Geschäftsjahres ist der Saldo des El Arish Conto - in der Höhe von £ 3516.11.8 seitens des „Jewish Colonial Trust Ltd.", in Übereinstimmung mit einem Generalversammlungsbeschluß desselben vom 29. August 1906, übernommen worden. Wir müssen wiederum auf das Abschreiben der Gründungsspesen und der Kosten für Eröffnung der Filialen über eine Periode von 10 Jahren hinweisen — was nach unserer Ansicht zu lang ist. (gez.) Jackson Pixley Browning Husey & Co. Chartered Accountants, Auditors. Aufgaben des Nationalfonds Auszug aus dem Referat von Dr. Bodenheimer Der Redner begann mit einer historischen Einleitung und fuhr lann fort: „Nachdem verschiedene Pläne bezüglich der Verwaltung des Nationalfonds aufgetaucht wraren, worunter insbesondere der Plan 'er Schaffung eines Trusts im Anschlüsse an die Jüdische Kolonialank von Herbert Bentwitch beachtenswert war, wurde auf der etzten Jahreskonferenz zu Köln auf Vorschlag des Referenten ^schlössen, den Nationalfonds als eine Genossenschaft, beschränkt iiirch Garantie, zu schaffen. Der Plan dieser Genossenschaft ist in höchst einfacher. Die Inhaber der Founder Shares der Bank ind die einzigen Mitglieder der Genossenschaft. Dieselben wählen inen Vorstand, welcher den Namen Direktorium führt und unter -OHtrolle des engeren Aktionskomitees steht, dem durch die von im ernannten Governors ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Direktoriums eingeräumt ist. Im übrigen ist der Nationalfonds im Anschluß an die Beschlüsse des sechsten Kongresses begründet orden. Derselbe bildet daher jetzt eine völlig selbständige Körperehaft mit den Rechten einer juristischen Person, welche berechtigt nd verpflichtet ist, sich eine selbständige Verwaltung zu schaffen. >as Direktorium hat sich bereits konstituiert. Die Aufgabe des Direktoriums und Zentralbureaus möchte ich hier in kurzem klar- ■ teilen: Die Aufgabe des Zentralbureaus wird sowohl organisatorischer vie propagandistischer Natur sein. Organisatorisch muß das Zentralureau insofern wirken, als es in jeder einzelnen Landesorganisation ine dem Hauptbureau entsprechende Einrichtung schafft, soweit olche noch nicht vorhanden sein sollte. Die Aufgabe dieses %tionalfondsbureaus der Landesorganisation wird dann sein, für die einzelnen Distrikte selbständige Bureaus zu schaffen oder Vertrauensmänner zu ernennen. Die Bureaus haben im wesentlichen das Inkasso zu besorgen und zu kontrollieren. In propagandistischer Beziehung empfehle ich ein Zentralkomitee des Nationalfonds aus der Mitte des großen Aktionskomitees unter Zuwahl geeigneter Personen. Entsprechend diesem Komitee soll in jedem einzelnen Lande ein besonderes Nationalfondskomitee gebildet werden. Dieses Komitee hat dafür zu sorgen, daß in den einzelnen Distrikten und Ortsgruppen Vertrauensmänner gewählt werden, welche für die Propaganda des Nationalfonds tätig sind. Der Propaganda soll in erster Linie ein Publikationsorgan dienen, welches regelmäßig erscheint und die Spendenausweise aus der ganzen Welt veröffentlicht. Die Aufgabe des Zentral-Bureaus in Verbindung mit dem Komitee wird sodann sein, Broschüren jeder Art und Anweisungen für die einzelnen Vertrauensmänner zu vertreiben und zu publizieren. Das Zentral-Bureau wird durch eine ständige Korrespondenz den einzelnen Vertrauensmännern bei Publikation und Organisation des Nationalfonds zur Seite stehen. Ich brauche nur zu erwähnen, daß das Zentral-Bureau eine Menge laufender Arbeiten durch die Buchungen der einzelnen Spenden-Eingänge, durch die Eintragungen ins Goldene Buch und Versendung der Diplome für dasselbe und der Karten für die Ölbaumspende zu bewältigen haben wird. Auch die Versendung der Büchsen, Telegramm-Blankette und Sammelbögen und dergleichen wird die ständige Aufgabe des Zentral- Bureaus sein. Das Direktorium wird im wesentlichen eine Verwaltungstätigkeit finanzieller Natur zu leisten haben. Hierbei möchte ich bemerken, daß m. E. diese Verwaltung lediglich von wirtschaftlichsozialem Gesichtspunkt auszugehen hat, obwohl der N. F. als 2*

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