Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 19 (10.5.1907)
- Date
- 1907-05-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 19 =- - DIE 3 Nachmittags fand zunächst die Generalversammlung der Anglo-Palcstine Company statt, worüber wir nachfolgend berichten. Mit besonderer Freude nahm die Versammlung die Mitteilung des Präsidenten zur Kenntnis, daß in Hebron eine neue Filial-Agentur der A. P. C. eröffnet worden sei. In der Fortsetzung der Debatte über den Nationalfonds gab das Direktorium die Erklärung ab, daß es sich konstituiert habe und demnächst Mitteilungen über die Art der Verwaltung, der Propaganda und Verwendung des Nationalfonds machen werde. Das Direktorium seinerseits hat eine Reihe von Vorschlägen, die beim Aktionskomitee eingereicht und dem Direktorium übergeben worden sind, insbesondere die Palästina betreffenden (Bezalel, Kiriath Sefer, Verwaltung der Nationalfondsgüter), so lange zur definitiven Begutachtung zurückgestellt, bis Herr Dr. Arthur Ruppin, der demnächst im Auftrage des Engeren Aktionskomitees und des Direktoriums des Nationalfonds nach Palästina reist, über diese Fragen dem Direktorium Bericht erstattet haben wird. Den Bericht des Vorsitzenden des Direktoriums des Nationalfonds, Herrn Rechtsanwalts Dr. Bodenhcimer, an die konstituierende Sitzung bringen wir an anderer Stelle. Dann folgte die Debatte über Palästina. Herr J. H. Kann leitete die Debatte mit einem Berichte über seine Reise ein, der in dieser Nummer veröffentlicht wird. Eine Reihe von Rednern berührte die Frage der Kolonisation und Kulturarbeit in Palästina und der Beziehungen zu den anderen dort wirkenden jüdischen £ELT =r— ----:-= 5 Organisationen. Am Ende der Debatte wurde ein Antrag des Herrn Sokolow, dem hebräischen Gymnasium in Jaffa eine Subvention von Pres. 500 seitens des Aktionskomitees zu bewilligen, einstimmig angenommen. Im Anschluß an die Debatte über das Waisenhaus sprach die Versammlung den Frauenvereinen in Südafrika und Australien, die mit so gutem Erfolge die Sammlungen für das Waisenhaus unternommen haben, den Dank des Aktionskomitees aus. Die darauffolgende Debatte über die Abänderung des Organisationsstatuts wurde eröffnet durch ein Referat des Herrn Rechtsanwalts Dr. Hantke, das wir in der nächsten Nummer abdrucken werden. Die Fülle von Vorschlägen, die zu diesem Punkte gemacht wurden, veranlaßte die Versammlung zu dem Beschlüsse, das Engere A. C. zu ersuchen, die Landsmannschaften aufzufordern, im Anschlüsse an die Veröffentlichung des Hantke'schen Entwurfes ihre Stellungnahme durch eine Diskussion in der „Welt" zu präzisieren. Bei dieser Gelegenheit ist zu erwähnen, daß die anwesenden Vertreter des Wilnaer Zentralkomitees der russisch-zionistischen Organisation über eine grundlegende ReFormieruug ihrer Landesorganisation und ihre gegenwärtige systematische Ausgestaltung der Propagandaarbeit berichteten. Mit einer herzlichen Ansprache des Präsidenten, die mit einem Dankesvotum erwidert wurde, schloß am Dienstag, den 7. Mai, abends 8 (ihr, die Sitzung. Bericht über die 6. ordentliche Generalversammlung der Anglo-Palestine Company, Limited, abgehalten am 7. Mai 1907 in Köln a. Rh., im Hotel Du Nord Die Generalversammlung wurde um 3 Uhr nachmittags eröffnet. Herr Wolffsöhn, der Präsident des Direktoriums, führte den Vorsitz. Nachdem der Sekretär die Bekanntmachung bezüglich der Generalversammlung zur Verlesung gebracht, trug der Vorsitzende folgenden Bericht, des Direktoriums vor: „Das verflossene Jahr ist für uns ein Jahr befriedigenden und guten Fortschrittes gewesen. Der Gewinn in Jaffa betrug . £ 1030.—.— in Jerusalem...... . £ 260.—.— zusammen ........ £ 1290.—.— Verlust Beirut...... £ 510.—.—, sodaß der Reingewinn in Palästina £ 760.—.— beträgt. Dieser Gewinn erscheint nicht groß, er entspricht nur etwa 2°/0 unseres Aktienkapitals, aber es liegt in der Natur unseres Instituts, daß wir unsere Gelder nicht ausschließlich in rein kommerzieller und gewinnbringender Weise verwerten können. Wenn auch die Basis unserer Geschäftsleitung eine kommerzielle ist, so kommen doch infolge der gebotenen Berücksichtigung jüdischer Interessen Geschäfte vor, die eine andere Bank nicht machen würde, wie z. B. die Vorschüsse an jüdische Kolonisten, welche in der Regel wenig gewinnreich sind. Doch möchten wir von solchen Geschäften nicht abraten: sie sind für uns sogar unerläßlich. Es wird aber mit großer Vorsicht vorgegangen, und Verluste von irgendwelcher Bedeutimg sind nicht vorgekommen. Auch Gelder an Leihgenossenschaften, ferner zum Zweck von Landankäufen müssen von uns zu billigsten Zinsen und zu den günstigsten Bedingungen hergegeben »werden, so daß auch dabei der Verdienst nur ein sehr schmaler .ist. Anderseits sind unsere Spesen durch den zionistischen Charakter unseres Instituts (umfangreiche Berichte, Korrespondenzen mit dem Direktorium und Privatpersonen usw.) nicht unbeträchtlich. Auch ist zu berücksichtigen, daß wir in Palästina mit einer äußerst scharfen und billig arbeitenden Konkurrenz zu rechnen haben, der wir uns bezüglich unserer Bedingungen besonders für den /Anfang anpassen mußten. Unsere Bankgeschäfte breiten sich in erfreulicher Weise aus; an industriellen Unternehmungen der verschiedensten Art haben wir uns beteiligt und auch auf diese Weise der jüdischen Kolonisation Nutzen gebracht. Die Jerusalemer Filiale, die im vorigen Jahre noch einen Verlust ergab, brachte in diesem Jahre Gewinn und beweist damit, daß das Unternehmen ein gesundes ist und einen ständig steigenden Überschuß erhoffen läßt. Die Depots bei derselben steigern sich in bedeutendem Maaße, — ein Beweis für das wachsende Vertrauen, das der Anglo-Palestine Company von der Bevölkerung entgegengebracht wird. 2