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Die Welt · 1906-09-07 · 36 (7.9.1906) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
36 (7.9.1906)
Date
1906-09-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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I 'fr - W h'$ 16 DIEIaEELT No. 36 i*L > : Teltsch (Mähren). Sonntag den 19. August veranstalteten die Teltscher Zionisten in den Lokalitäten der isr. Kultusgerneinde, welche ihnen vom H. Kultusvorstande gütigst zur Verfügung gestellt wurden, eine Versammlung, die sich zu einer imposanten Kundgebung für den Zionismus gestaltete. Im Namen der Zionisten begrüßte Gg. cand. ehem. Pätek die zahlreichen Gäste. Sodann übergab der Präsident Gg. Ludwig Hahn dem Referenten stud ing. Fischer aus Brünn das Wort, welcher in erschöpfender, lichtvoller und hinreißender Weise das Thema „Die Lösung der Judenfrage'4 besprach, indem er den Zionismus als einzig mögliche Lösung hinstellte. Die Rede fand begeisterten Beifall. Die ausgeschriebene Debatte keim nicht zustande, da uns die Gegner boykottierten. Es geht jedoch das Gerücht, daß sie eine Gegen Versammlung einberufen wollen. Karlsbad. Der 1 L JüdischeA bituriententag für Böhmen, der am 14. August in Karlsbad stattfand, nahm einen schönen und befriedigenden Verlauf. Die Anzahl der Teilnehmer betrug 45. Rabbiner Dr. Ziegler wohnte den Verhandlungen bei und bewies, dal.) er für die Lage und die Arbeit der jüdischen Studenten ein warmes Interesse hegt. Das erste Referat, von Herrn Arthur Pollak-Prag gehalten, behandelte die theoretischen Lösungsversuche der Judenfrage auf nur religiös-kultureller, auf assimilatorischer und sozialdemokratischer Grundlage und die Unmöglichkeit ihrer Ausführung infolge der Nichtberücksichtigung des nationalen Momentes. Der zweite Referent, Herr Rieh. Wolf-Teplitz, besprach in seinem Referate: „Was lernt der jüdische Student aus seiner Geschichte?" die Stellung des jungen Juden während seiner Schul- und Studienzeit und stellte eine nationale Erziehung im Elternhause und eine strenge Selbsterziehung im späteren Alter als unumgänglich notwendig für eine geistige Regeneration des Judentums hin. An die beiden Referate schlof3 sich eine rege Debatte, die die rege Teilnahme aller Anwesenden an der Sache zeigte. Im Laufe der Debatte betont Herr Dr. Ziegler die Wichtigkeit des Zionismus für die Rückkehr der Jugend zum Judentum, die ohne ihn der jüdischen Kultur und dem jüdischen Leben immer mehr entfremdet worden wäre. Der Abituriententag, von den Herren Steiner-Teplitz und Lenk-Karlsbad geleitet, nahm folgende Resolution an: „Der am 14. August lQOb in Karlsbad tagende IL Jüdische Abituriententag für Böhmen gibt einmütig der Überzeugung Ausdruck, daß eine Lösung der Judenfrage nur auf nationaler Basis möglich sei, und fordert alle Teilnehmer am Abituriententage auf, in ihrem nunmehrigen Wirkungskreise an der Hochschule in diesem Sinne aus allen Kräften an einer Regeneration des Judentums mitzuarbeiten." Am Tage waren entweder durch Delegierte oder durch Begrüßungsschreiben vertreten: Der Einzelverein „Zion"-Karlsbad, die Studentenvereinigungen: Bar-Kochba-Prag, Barissia-Prag, Theodor Herzl-Wien, Unitas-Wien, Ivria-Wien, endlich der A.-H.-Verband der Bar- Kochba-Prag. Der Verlauf der Konferenz berechtigt zu der Hoffnung, daß die Institution des Abituriententages sich als notwendige Tribüne für die Interessen des angehenden Hochschülers erhalten wird. med. Walther Kohner. Suczawa, 20. August. Unsere Stadt war gestern der Schauplatz einer großartigen jüdischen Versammlung, wie wir sie vorher kaum je gesehen. Der Verein „Juda Makkabi" feierte sein Gründungsfest unter dem Protektorate und in Anwesenheit des Herrn Abg. Dr. B. Strauch er. Der festlich geschmückte Saal des Hotel Central war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Vertreten waren die gesamte jüdische Intelligenz, die Arbeiterschaft, die Jugend und die Verbindungen und Vereine „Zephirah", „Hebronia", „Hasmonaea", „Chermonia", ,.Jüd. Kultur", „Th. Herz!" und „Zion". Unter den vielen Reden rief besonders die des Abg. Straucher großen Enthusiasmus hervor. Nachdem derselbe die verfehlte Politik der Juden unter den Deutschliberalen und unter den fremden Nationen beleuchtet, kommt er zu dem Resultate, daß nur in der Selbsthilfe die Rettung des jüdischen Volkes liegen könne. „Die einzige Lebensform des Judentums1*, sagte er, „ist das durch den Zionismus geeinte Volk, und die einzige Lösung der Judenfrage liegt in der Erfüllung unseres zionistischen Programms. Doch sollen wir dabei auch nicht die Gegenwartsarbeit vergessen, und deshalb ist die „jüd. polit. Organisation" notwendig, um für die sozialen und nat.- kulturellen Bedürfnisse des Volkes in seiner jetzigen Lage eintreten zu können." Mit dem Rufe „Unser festes Panier sei Iwri unoichi" schloß Straucher. Die Rede wurde mit frenetischem Jubel aufgenommen. Weiter sprachen noch Kultuspräsident Adv. Dr. Finkler, Adv. Dr. Lupiii, der Redakteur des jüdischen Wochenblattes Löbl Taubes, Dr. N. Wender, stud. jur. Herzberg („Zephirah"), cand. phil. Pilpel („Hebronia") u.v.a. In den Zwischenpausen sang die Jugend zionistische Weisen. Für den Nationalfonds wurde gesammelt. Die Versammlung hat dem Zionismus eine große Zahl neuer Anhänger gebracht. Baden bei Wien. Am 13. v.M. veranstaltete der Zionistische Zentral-Verein in Wien in unserer von zahlreichen jüdischen Kurgästen frequentierten Stadt eine Versammlung, in der Gg. Rabb. Dr. Julius Reach (Gaya) über „Die Zukunft der Juden" in seiner bekannten glänzenden Weise sprach und stürmischen Beifall erweckte. Die Versammlung, der Dr. Bernhard präsidierte, hat für unsere Sache ungemein gewirkt, nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung des Gg. Dr. Reich, des hiesigen Rabbiners. Mähr.Ostrau. Die jüdisch-akademische Verbindung „Ivria,, feiert aus Anlaß ihres XXX. Semesterbestandes am 8. und 9. September a. c. im Festsaale des Deutschen Hauses in Mähr.¬ Ostrau ihr Stiftungsfest. Samstag den 8. September Festkommers (Herrenabend), 1,29 Uhr abends. Sonntag den 9. September Akademie mit Tanzkränzchen. Für das studentische Herzldenkmal eingelaufene Beträge: Sammelbogen Nr. 46, „Makkabea" Drohobycz F. Halpern ä 5 Kr., N. Sußmann ä 50 h. . . Summe 5 Kr. 50 h. Sammelbogen Nr.- 47, „Makkabea" Drohobycz M. Kreppel, Wegner, Sternbach, Liebermann, Bienstock ä 50 h., Mandel 60 h., Kreisberg, Ruß, Seemann, Lüfschitz, Wagmann, Süßwein ä 1 Kr., Spitzman 2 Kr. Summe 11 Kr. 10 h. Sammelbogen Nr. 49, „Makkabea" Drohobycz Schubman, Goldhammer Jak., Goldhamrner Is., Kreisberg, Lauterbach, Chajes ä 1 Kr., Sternbach, Kreisberg, Goldhammer A. ä 50 h............Summe 7 Kr. 50 h Durch kleine Spenden:..............11 Kr. 46 h Sammelbogen Nr. 89, Michael Schaum, Tlumacz 6 Kr. 20 h „Hasmonäa", Czernowitz...........13 Kr. 50 h Sammelbogen Nr. 76, Hebronia", Czernowitz Kultusgemeinde Czernowitz ä" 10 Kr., Wender, Noe ä5 Kr., Bochner, Brunstein, Unleserlich ä 4 Kr., M. Wender 3 Kr., Chodrome, Sacher, Silber ä 2 Kr., Klein, Fuhrmann, Hackel, Unleserlich, Schorr, Unleserlich, Krämer, Körtmayer, Töppner, Füchte, Hildebrand, Haß, Gold, Unleserlich, Blauber, Kommer ä 1 Kr.......Summe 57 Kr. Sammelbogen Nr. 77, „Hebronia, Czernowitz Dr. Benno Straucher, Fittinger, Trübb ä 10 Kr., Menczel, Wender, Nadler ä 5 Kr., Salter, Dr. Kick ä 4 Kr., Dr. Redlich, Wagschal, Metzer, Büchler, Bianowic, Schönbaum ä 3 Kr., Schwarz, Unleserlich, Ohbeapfen, Dr. Knobrunner, Willich, Scheuer, Dr. Leiter, Buchholz, König ä 2 Kr., Tropp und Falikmann 1 Kr. . . . Summe 92 Kr. Gesamtsumme 203 Kr. 26 ' Mit bestem Dank und Zionsgruß Studentenkomitee zur Errichtung eines Herzldenkma' in Moza bei Jerusalem. Liste der Spenden für „Bezalel" Herr Kremenetzky, Wien, 100 Frcs., „ Feinberg, Jaffa, 200 „ für die Reisekosten der Schüle; nach den jüdisch-palästinensischen Kolonien. „ M. Disenhof, Jaffa 40 Frcs. für die Bibliothek der Schüler kommune. Frau Kaufmann, „ 45 Mk. Unterstützung für einen armer. Schüler. Herr L. K. Weiß, „ 30 Frcs. „ B. Klimker, Rischon Le Zion, 10 Frcs. Herren Gebrüder Mi nkow, Jerusalem, 10 „ Herr Prof. Boris Schatz „ 20 „ am Gratulationstage de. Bezalellehrers Herrn Julius Rotschild gespendet. B. S An das jüdische Publikum! Ein Unternehmen großen Stils, dessen hervorragende Bedeutung wir unsern Glaubensgenossen nicht erst klar zu machen brauchen, ist es, zu dessen Durchführung sich unser Vorstand entschlossen hat, und zu dessen Gelingen der Verein sich die Mithilfe des jüdischen Publikums erbittet. Es handelt sich um eine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina im Herbst 1. J. Bei den Vorarbeiten für diese Reise glaubten wir unserem Zwecke am besten zu dienen, indem wir auf folgende Momente das Hauptgewicht legten: 1. Günstige Reisezeit. 2. Interessante Reiseroute mit reichhaltigem, anregendem Programm.

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