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Die Welt · 1906-09-07 · 36 (7.9.1906) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
36 (7.9.1906)
Date
1906-09-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 36 DIE^ELT 9 bilden, das sich unter der Leitung des Aktionskomitees aller zionistischen Fragen in diesem Lande annehmen soll. Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Greenberg, Dr. Tschlenow, Dr. Bodenheimer, Ussischkin, Rechtsanwalt Rosenbaurn und Scheinkin beteiligten, wird das vom E. A. C. für die Arbeiten in Palästina eingesetzte Komitee, bestehend aus den Herren Direktor Levontin, Dr. Kohan und Dr. Jacobsohn bestätigt. Die folgende, von Herrn Greenberg eingebrachte Resolution zieht der Antragsteller uach kurzem Geschäftsordnungsdebatte zurück: Die Konferenz empfiehlt die Verschmelzung des Jewish Colonial Trust mit der Anglo-Palestine Company zu einer Gesellschaft unter dem Namen Anglo-Palestine Bank Limited, deren Tätigkeit tunlichst auf Palästina und dessen Nachbarländer oder auf Geschäfte sich beschränken soll, die mehr oder weniger in direktem Zusammenhang damit stehen. Sodann verliest Herr Goldberg den Kassabericht der russischen Zentrale in 'Wilna. Präsident Wolffsohn konstatiert, daß bisher aus Rußland kein einziger Schekel eingegangen ist und die englische Federation bloß eine Anzahlung von 50 Pfund geleistet habe. So könne es nicht weiter gehen. Wir haben vom Kongreß ein vorgeschriebenes Budget, konnten aber bisher die bewilligten Dotationen nicht auszahlen, weil wir keine Mittel haben. Die Propaganda-Kommission, die z. B. 12 000 Mark jährlich erhalten soll, welcher Betrag durch die Landeszentralen aufzubringen ist, erhielt von uns ein Darlehen von 1000 Mark, um überhaupt die Arbeit beginnen zu können. Ich werde dem A. C. einen Plan vorlegen, nach welchem wir das ganze Schekelsystem regeln müssen. Es ist aber schon jetzt notwendig, daß die Jahreskonferenz darüber Beschlüsse fasse, daß die Federationen den Schekel an die Zentrale abzuführen haben. Dr. Hantke: Wir müssen inbezug auf Rußland diesmal eine Ausnahme machen. Keineswegs aber für die andern Länder. Wir müssen endlich einmal mit dem alten Schlendrian aufräumen. Manche Landeszentralen scheinen der Ansicht zu sein, daß die Schekelgelder ihnen gehören und sie nur einen Teil an die Zentrale nach Köln abzuführen haben. Das ist ein großer Irrtum, den Landeszentralen gehört gar nichts, sie müssen den ganzen Schekel abliefern und erhalten dann von der Zentrale den ihnen gehörenden Anteil. Ich bin der Ansicht, daß dieses System nur dann stramm durchgeführt werden kann, wenn die Vorstände der einzelnen Federationen persönlich für die Ablieferung des Schekels haftbar sind. Wenn die Federationen sich nicht fügen werden, bleibt dem A. C. nichts anderes übrig, als den einzelnen Ortsgruppen die Schekelblocks einzusenden. Wie bereits erwähnt, gibt es ja besondere Ausnahmefälle, wie z. B. in Rußland, aber auch hier wäre es richtiger gewesen, die Form aufrecht zu erhalten und vom A. C. die Bewilligung der Ausgaben einzuholen. Wenn wir wollen, daß unsere Leitung die nötigen Arbeiten ausführt, geeignete Beamte anstellen kann etc., dann müssen wir ihr die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Moser verbreitet sich über die finanzielle Gebahrung der englischen Federation und bemerkt, daß die Landsmannschaft, die die Schekel nicht ganz an das A.-C. abliefere, fremde, ihr zur Weiterbesorgung übergebenen Gelder für sich behalte. Greenberg antwortete auf die Ausführungen Mosers und erklärte, daß er nunmehr, nachdem er auch noch in das Direktorium des Nationalfonds gewählt sei, das Amt eines Hon. Secretary der englischen Federation nicht mehr beibehalten könne und daher von diesem Posten demnächst zurücktreten werde. Dr. Schallt gibt Aufklärung über die jetzt sehr befriedigende Lage der Organisation in Österreich und spricht über die allgemeine finanzielle Basis unserer Organisation. Er schlägt vor, daß nur denjenigen Gruppen das Wahlrecht für den Kongreß eingeräumt werden darf, die ihren Schekel pünktlich abgeliefert haben, wodurch auch ein demokratisches Prinzip geschaffen werden würde. Präsident Wolffsohn bemerkt zu den Ausführungen Dr. Schalits, daß er ganz mit ihm einverstanden sei und einen derartigen Vorschlag, wenn er nicht von anderer Seite gemacht wird, selbst einbringen werde. Dr. Hantke bringt hierzu folgende Resolution ein, die einstimmig angenommen wird: „Die Jahreskonferenz erinnert die Landesorganisationen daran, daß die Schekelgelder dem Aktions-Komitee gehören und infolgedessen — ganz unabhängig davon, wie groß die Ausgaben der Landesorganisationen sind, in jedem Jahre an das Aktions-Komitee abzuführen sind. Die Landesorganisationen, dürfen nur die ihnen zugebiligten Beträge für ihre Zwecke verwenden." Der Präsident gibt hierzu folgende Erklärung ab: Das E. A.-C. wird in Zukunft die Kongreßwahien nur derjenigen Landsmannschaften anerkennen, die ihren Schekel regelmäßig und vollständig an das A.-C. abgeführt haben. Hierauf erstattet Dr. Nossig sein Referat über die Propagandakommission und die Gründung einer jüdischen Tageszeitung. Folgende Resolutionen werden angenommen: „Die Jahreskonferenz nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, daß die bestehende Tageszeitung-Kommission die Vorarbeiten zur Gründung einer jüdischen Tageszeitung in die Hand genommen hat und spricht der Kommission ihre Sympathie aus." „Die Jahreskonferenz empfiehlt dem E. A. C, die für die Propaganda im Oriente notwendigen Mittel der Propaganda- Kommission baldigst zur Verfügung zu stellen." Hierauf folgt das Referat Feiwel über die zionistische Presse. Heinrich Rosen bäum berichtet über folgende, von ihm geplante Organisation, Bund jüdischer Lehrer I. Schaffung einer Weltorganisation der Lehrer der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte zum Zwecke a) der Verbreitung der jüdisch-nationalen Idee und Erziehung der Jugend im jüdisch-nationalen Sinne. b) Verbreitung und Förderung der Kenntnis des Hebräischen als Lebenssprache. II. Einberufung eines Kongresses der Lehrer nach Basel, und zwar zur Zeit der Abhaltung des Zionisten-Kongresses. III. Schaffimg eines speziellen Organes der Lehrer-Organisation behufs Propagierung der Idee und Vorbereitung des Kongresses. Das Erscheinen des Organes „Der jüdische Lehrer" ist bereits sichergestellt. Die Redaktion und Administration wird in London ihren Sitz haben. Behufs baldiger Realisierung dieser drei Punkte ernennt die Jahreskonferenz aus ihrer Mitte eine Kommission von fünf Mitgliedern, die die nötigen Schritte machen sollen, um die Weltorganisation der jüdischen Lehrer zur baldigen Tatsache werden zu lassen. Die Kommission wird in allen Ländern Mitglieder kooptieren oder Korrespondenten ernennen. Wenn möglich soll sich die Kommission auch mit der Schaffung eines Bundes der hebräischschreibenden Schriftsteller und Journalisten befassen, eventuell eine mit der früher genannten gemeinsame Organisation herstellen. Der Inhalt der von Herrn Rosen bäum unterbreiteten Vorlage wird zur Kenntnis genommen und ihm für seine Bestrebungen die Sympathie ausgesprochen. Zwei Ansuchen um Bewilligung von Subventionen werden aus Mangel an Mitteln abgelehnt. In Verhinderung des Referenten Herrn Kremenetzky, der abreisen mußte, spricht Herr Dr. Bodenheimer über den Jüdischen Nationalfonds und macht, nach Verweisung auf den in unserer letzten Nummer gedruckten Bericht, einige Mitteilungen. Dr. Hantke spricht zum Berichte des Nationalfonds und rügt scharf, daß die Kosten, insbesondere des Wiener Zentralbureaus, viel zu hoch sind. Das Bureau koste fast so viel, wie es einbringe, und seine Leistungen wären nichts weniger als befriedigend. Redner erbittet Aufklärungen über die Ausgaben des Nationalfonds in Palästina. Weiter beantragt Dr. Hantke, daß das Wiener Bureau mit den übrigen Zionistischen Bureaus in London oder Köln vereinigt werde. "Dr. Bodenheimer erklärt im Namen des Herrn Kremenetzky, daß jetzt, nachdem die Legalisierung des Nationalfonds in der kürzesten Zeit durchgeführt sein wird, die Tätigkeit des Wiener Bureaus in der bisherigen Weise als beendigt anzusehen ist und Herr Kremenetzky selbst für die Auflösung des Wiener Bureaus ist. Dr. Schalit kritisiert gleichfalls die Tätigkeit des Wiener * Bureaus an der Hand einiger konkreter Belege. Dr. Schenkin wünscht, daß der Aufsichtsrat des A. P. C. eine umfassendere Aufsicht über die Tätigkeit der Bank in zionistischer Hinsicht in Palästina ausübe. Zum Schlüsse wird das Budget für das nächste Jahr vo-r gelegt und genehmigt. Präsident Wolffsohn verliest noch die eingegangenen Begrüßungen und schließt die Jahreskonferenz nach einigen einleitenden Bemerkungen mit folgenden Worten: „Die gestrige Nachtdebatte halte ich trotz der großen Überanstrengung durchaus weder für unfruchtbar, noch für überflüssig. Und hier will ich auch eine kleine persönliche Sünde bekennen. Es war schon spät, und eine Abstimmung über die Weitertagung ergab Stimmengleichheit. Ich hätte also die Sii7A\ng schließen können, tat es aber nicht, weil ich das lebhafte Verlangen hatte, diese Debatte weiter zu hören. Aber nicht die „Politischen" allein

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