Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 35 (31.8.1906)
- Date
- 1906-08-31
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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entweder keine Belegexemplare einsenden, oder die gesammelten Gelder der Bank unregelmäßig abführen. Die einzige Möglichkeit, in dieser Richtung Ordnung zu schaffen, ist, daß jede Landeszentrale es übernimmt, dafür zu sorgen, daf3 die Zeitungen des betreffenden Landes nicht nur Belegexemplare an das Zentralbureau des N. F. einsenden, sondern auch das gesammelte Geld, nach Monaten geordnet, der Bank regelmäl3ig abführen. Unbeschränktes Vertrauen ist gewiß sehr schön, aber ungerechtfertigt bei Verwaltung, von öffentlichen Geldern und den Funktionären selbst alles andere als erwünscht, besonders hier, wo es sich um teilweise von den Ärmsten unseres Stammes herbeigetragene Opferpfennige handelt. Also Ermöglichung der Kontrolle und Verlautbarung aller auch, der kleinsten Gaben. Stand des Jüdischen Nationalfonds am 30. Juni 1906. Bestand am 1. Juli 1905 ....... Einnahmen vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1906: Durch Verkauf von Nationalfondsmarken .... £ 2423,10, 4 „ Eintragungen ins Goldene Buch.....„ 3083, 2, 4 „ sonstige Spenden: durch die Bank . . . „ 2366,10, 2 Zentralbureau d. Jüd. Nat.-Fonds „ 845, 0, 4 die Welt, div. Zeitungen . . . . „ 2025,19, 8 „ Zinsen.......„ 1352,15, 2 „ verfallene Anzahlungen für das Goldene Buch „ 320,19, 7 „ Oelbaumspenden . . „ 390,13, 6 „ noch nicht abgeschlossene Sammlungen zur Eintragung ins Goldene Buch.....„ 220,14, 2 Ausgaben vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1906: Kommissionen an die Bank £ „ „ diverse Zeitungen und Landeszentralen .........„ DiverseSpesen, Abonnements, Bureauarbeiten, Porti, kalligraphische Arbeiten etc. . „ Ausgaben für Sammelbüchsen „ „ in Palästina durch die Palästinakommission . „ 540, 3,10 339,18, 6 492,18, 2 59,15, 1 665, 0, 5 Nettoeinnahmen vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1906 ........... Vermögen des Nationalfonds am 30. Juni 1906 3029, 5, 3 2097,16, 0 £ 41997,14, 6 10931, 9, 3 52929, 3, 9 Das Vermögen des Jüd. Nationalfonds ist wie folgt angelegt: Bar bei der Jüdischen Kolonialbank . . Konsois............. . Andere Wertpapiere......... Noch nicht abgeschlossene Sammlungen zur Eintragung ins Goldene Buch bei der Jüdischen Kolonialbank .... 583 Aktien der Jüdischen Kolonialbank 2 Aktien der Moskauer Raffinerie ä Rbl. 250, —........... 1 türkisches Prämienlos Frcs. 400,— . 1 russische 4"/o Reichsrente Rbl. 100,— 1 Schaumburglos, Holl. Fl. 1,50 . . . . 5 serbische Tabaklose ä Frcs. 10,—, Frcs- 50,—............ Landbesitz „Hatikwah" ...... „Daleika" ........ 5324,16, Außer den oben verzeichneten Ländereien besitzt der Nationalfonds noch 200 Dunam Land, die ihm geschenkt worden sind. £ £ 5566, 6, 0 29101,14, 3 9402, 6, 5 38504, 0, 8 704, 6, 6 583, 0, 0 50, 0, 0 16, 0, 0 10, 0, 0 0, 2, 6 2, 0, 0 2168 11,10 5324,16, 3 7493, 8, 1 i 1 1 52929, 3, 9 Bericht der Propaganda-Kommission Erstattet von Dr. ALFRED NOSSIO Die vom VII. Kongreß eingesetzte Propaganda-Kommission, welche auf der Basis der letzten programmatischen Resolutionen eine neue, wirksame Agitation entwickeln sollte, konnte der ihr gestellten Aufgabe bis jetzt nicht in gewünschtem Maße nachkommen. Die Ursachen hiervon sind in der allgemeinen Lage des Zionismus zu suchen. Zunächst haben die Vorgänge in Rußland, obwohl sie dem Zionismus, intellektuell neuen Nährstoff lieferten, die zionistische Propaganda im letzten Jahre praktisch gelähmt. An ihre Stelle mußte eine Wohltätigkeits- und Protestaktion treten. Die Ha:.ipteinnahmequellen unserer Organisation versiegten infolge der Pogrome, des russisch-japanischen Krieges sowie der russischen Revolution, und dies ist wohl der Grund, daß der Propaganda-Kommission statt der ihr ausgesetzten Jahresdotierung von 12000 Mk. nur ein Vorschuß von 1000 Mark bewilligt wurde, der ihr eine Aktion in größerem Stil nicht möglich machte. Neben diesen äußeren Umständen wirkten die inneren Verhältnisse des Zionismus in dem Berichtsjahre auf die Tätigkeit der Propaganda-Kommission hemmend ein. Trotz der Beschlüsse des VII. Kongresses, die mit einer fast an Einmütigkeit grenzenden Majorität gefaßt worden waren, bestand sowohl in den leitenden Körperschaften wie in den breiten Massen unserer Bewegung noch ein programmatischer Zwiespalt, der sich .hauptsächlich auf die Methode unserer Aktion, viel weniger auf das territoriale Ziel derselben bezog. Angesichts dieses Nachzitterns des Überzeugungskampfes war die Mehrheit der Mitglieder der Zentrale der Propaganda-Kommission dafür, sich in diesem Jahre abwartend m verhalten, um interne Reizungen zu vermeiden. Zu allen diesen Hemmnissen trat noch eine sehr fühlbare Zerfahrenheit unserer Organisation, die überaus schwierige und schleppende, oft völlig versagende Verständigung mit den Propagandakollegien und den Vorständen der zionistischen Organisationen in den verschiedenen Ländern, zum Teile sogar formelle Kompetenzstreitigkeiten. Auch auf diese paralysierenden Momente muß liier hingewiesen werden, weil sie durch den guten Willen unserer führenden Parteigenossen und eine strengere Handhabung der Parteidisziplin seitens des A. C. beseitigt werden könnten. Ein reger Austausch von Propagandarednern zwischen den Zentren unserer Bewegung, die Veröffentlichung von zahlreichen Agitationsbroschüren in verschiedenen Sprachen, die Eröffnung einer kräftigen interterritorialen Propaganda in einheitlichem Geiste,