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Die Welt · 1906-07-06 · 27 (6.7.1906) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
27 (6.7.1906)
Date
1906-07-06
Page
– (sequence 18)
Language
German
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20 diei|kelt No. 27 Zur projektierten Zwangsorganisation der deutschen Juden Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes schreibt der „Frankfurter Zeitung": Der Leitartikel: „Organisation der israelitischen Religionsgemeinschaft" in der „Frankfurter Zeitung" vom 20. Juni weist dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde eine Rolle in dieser Angelegenheit zu, die seiner tatsächlichen Stellung nicht entspricht. Wir bitten daher, der nachstehenden Berichtigung einen Platz in Ihrer Zeitung gönnen zu wollen. „Am 16. Oktober 1898 hat der VIII. Deutsch-Israelitische Gemeindetag, also die Mitgliederversammlung des Bundes, einstimmig den Beschluß gefaßt: „Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund beauftragt den ständigen Ausschuß unter der Befugnis zur Kooptation, eine Enquete über die rechtliche Organisation der jüdischen Gemeinden Deutschlands zu veranstalten und den Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Gesetzes vom 27. Juli 1847 und der übrigen im preußischen Staatsgebiet derzeit geltenden Juden-Organisations-Gesetze auszuarbeiten." Pflichtschuldig hatder Ausschuß des Gemeindebundes zunächst einen Bearbeiter für den ersten Teil der Aufgabe in der Person des Herrn Rechtanwalts und Notars Machol in Königstein i. Taunus gewonnen, dessen Arbeit alsdann Herrn Geheimrat Prof. Dr. Rosin in Freiburg als Material für den zweiten Teil des Auftrages, Entwurf eines Organisationsgesetzes, zugestellt wurde. Die Wahl des genannten hervorragenden Fachmannes dürfte sicher dem Ausschuß nicht zum Vorwurf gereichen. Der Ausschuß hat Herrn Geheimrat Rosin nicht die mindeste Direktive für sein absolut selbständiges Werk gegeben und auch, nachdem Herr Geheimrat Rosin auf dem X. Gemeindetage zu Frankfurt a. M. Pfingsten vorigen Jahres ein vorläufiges, übrigens mit großem Beifall aufgenommenes, Referat über seine Stellung zu den einzelnen in Betracht kommenden Fragen erstattet hatte, sich jedes Eingriffes enthalten. Desgleichen hat der Ausschuß, als er pflichtgemäß die Rosinsche Arbeit den nächst Beteiligten, nämlich den jüdischen Gemeinden Preußens und ihren Verbänden zur Kenntnis brachte, ausdrücklich hervorgehoben, daß es sich um eine absolut selbständige Arbeit des beauftragten Gelehrten handle. Nach der Aufnahme, die das Werk bei den Beteiligten findet, hat sich der Ausschuß als Beauftragter seiner Bundesgemeinden zu richten. Es trifft also in keiner Weise die Auffassung zu, daß der Gemeindebund, soll heißen der Ausschuß, sich den Entwurf zu eigen gemacht habe und damit eine Richtung einschlage, die seinem Ziele, der Förderung der jüdischen Religion, unmöglich nützlich sein könne. Der Ausschuß ist bis jetzt völlig neutral, und es bedarf wohl keiner Begründung, daß die Leiter eines Instituts, das auf Freiwilligkeit aufgebaut ist, das genügende, von dem Verfasser des Artikels vermißte, Verständnis für die Bedeutung der Freiwilligkeit auf religiösem Gebiete besitzen." Für die Opfer der Brandkatastrophe in Uritschje (bei Bobruisk), die den halben Ort in Asche legte und 70 jüdische Familien auf das schwerste betroffen hat — sie wurden sämtlich obdachlos—, sind vom Hilfsverein der deutschen Juden 5000 Mark bewilligt und zur zweckentsprechenden Verteilung sofort nach Petersburg überwiesen worden. Berichtigung. In No. 24 bemerkt die Zentrale der Materialiensammlung für Deutschland in ihrem Berichte pro 1905—1906, daß die Philatelie-Abteilung in Wien sich aufgelöst habe. Dies beruht auf einem offenbaren Irrtum, wie das schon die vom Zentralbureau des jüdischen Nationalfonds zu Wien in der „Welt" wöchentlich verlautbarten Briefmarkenspenderlisten dartun. Briefkasten der Redaktion A. L. Dankend abgelehnt R, S. in B. Unser Redaktions-Kollege Herr Coralnik befindet sich seit dem 1. d. auf Urlaub und kehrt erst zu Ende des Monats zurück. Mehrere Einsender : Die ausführliche Berichterstattung über die russischen Ereignisse zwingt uns, einige Einsendungen für spätere Nummern zurückzustellen. , Unseren reisenden Gesinnungsgenossen bringen wir zur Kenntnis, ^JJJJ^ WELT« fa JSSSf" zum Einzelverkaufe regelmäßig aufgelegt wird: Berlin: Jüdischer Verlag, Charlottenburg, Herderstr. 3/4 Bei sämtl. Bahnhofsverkaufsstellen der Firma Georg Stilke Bern: Bahnhofsbuchhandlung A. Franke Brünn: Zeitungs- und Inseratenbureau Wilczek, Ferdinandsg. 28 Czernowitz: S#ul Bltimenthal, Rathausstraße 12 Dresden: Bahnhofsbuchhandlung Paul Trenkler, Hauptbahnhof Karlsbad: Alfred Kohn, Papiergesch., Kaiser-Franz-Josephsstraße Emile Sandler, Papiergeschäft, Kirchenplatz Leopold Weil, Papiergeschäft, Kaiser-Franz-Josephstraße Köln: Bahnhofsbuchhandlung J. O. Schmitz, Hauptbahnhof Krakau: Wolf Rosenblum, Grodgasse 42 Leipzig: Max Frömberg, Hauptbahnhof C. A. Dittreich, Bayrischer Bahnhof Lemberg: Karl Buchstab, Zeitungsbureau, Karl-Ludwigstraße London: R. Mazin & Cie. 65 old Motague street Marienbad: Hans Fink, Papierhandlung, Kaiserstraße Paris: M. Chereschewsky, 21 rue Custine Pilsen: Gustav Lüftschitz, Zeitungsbureau Gustav Liska, Zeitungsbureau Przemysl: M. Krug, Zeitungsbureau Prag: Emilie Taussig, Wenzelsplatz 42 Warschau: Buchhandlung Hazefirah, Nalewki 24 A. Zuckermann, Nalewki 7 Wien: Jüdischer Nationalfonds, IX. Türkenstraße 9 J. Bettenhausen, Westbahnhof „ Staatsbahnhof Karl Schmelzer, Nordbahnhof „ Nordvvestbahnhof Zeitungsbureau Hermann Goldschmidt, I. Wollzeile 15 Tabak-Trafik I. Adlergasse 7 „ I. Freyung 4 „ II. Stefaniestraße 2 „ II. Schiffamtsgasse 8 II. Praterstraße 42 VIII. Albertgasse 13 „ IX. Liechtensteinstraße 8 IX. „ . 19 Das erste Moorbad der Welt. --Franzensbad ^eeee besitzt die stärksten Stahlquellen, leichtverdauliche Eisensäuerlinge, alkalische Glaubersalzwässer, Lithionsäuerlinge. Vier große städtische Badeanstalten mit natürlichen, kohlensäurereichen Stahl-, Mineral-, Sol- und Strombädern, den heilkräftigen Moorbädern, Dampf- und Heißluftbädern, elektrischen Wannen- und Lichtbädern, medico-mechanisches Institut, Inhalatorium. Bewährt bei: Blutarmut, Bleichsucht, Skrofulöse, Rheumatismus, Gicht, Katarrhen der Atmungsorgane, Harnorgane und Verdauungsorgane, habitueller Stuhlverstopfung, Nervenkrankheiten, Neurasthenie, Hysterie, Frauenkrankheiten, Exsudate-Herzkrankheiten, Insuffizienz des Herzens (Herzschwäche), chronischen Herzmuskel- und Herzklappenentzündungen, Neurosen des Herzens, Fettherz. Hervorragendstes Herzheilbad Österreichs. - Saison vom 15. April bis 30. September. —— Versand des kräftigen Lithionsäuerlings „Nataliequelle", der Franzens-, Salz- und Wiesenquelle, der Stahlquelle, Herkules-, Stefanie- und Dr. Cartellieriquelle, Indikationen bekannt. Jede Auskunft erteilt — Prospekte gratis.— * die Kurverwaltung. Dr. Albert Goldberg praktiziert wieder in BT Bad Neuenahr. Redaktion; Berthold Feiwel, A. Coralnik. — Verantwortlicher Redakteur: Julius Berger. — Druck von M. DuMont Schauberg, Köln.

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