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Die Welt · 1906-05-11 · 19 (11.5.1906) · page 2

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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tionsversammlung aus Anlaß der Schekettage eingeladen wird, die am 19. stattfinden soll und bei der Max Nordau und Dr. Alexander Marmorek als Referenten fungieren werden. Schweiz Der Schweizerische Zionistenverband rüstet sich gleichfalls, die Schekeltage wirkungsvoll zu gestalten. Obgleich der Schekel in vielen Ortsgruppen schon eingezogen ist, wird die schweizerische Föderation diese Gelegenheit, die zionistische Idee in einer großartigen Weise zu propagieren, nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Der Verband hat an alle Vereine die dringliche Aufforderung ergehen lassen, alle Kräfte zur glanzvollen Durchführung der Schekeltage anzuspannen. Österreich Das österreichische Landeskomitee hat folgendes Zirkular an die Distriktskomitees ergehen lassen: Wien, 4. Mai 1906.' Löbliches Distriktskomitee! Der vom Aktionskomitee erlassene und in der vorigen Nummer der „Welt" publizierte Aufruf über die Schekeltage ist Ihnen zweifellos bekannt. Wir müssen den eindringlichen Appell der Zentrale mit allem Nachdruck unterstützen. Es ist eine Ehrenpflicht der österr. Organisation, die Schekelagitation in großzügiger Weise zu betreiben. Es handelt sich nicht nur um den moralischen Erfolg und eine imposante Kundgebung des zionistisch gesinnten Judentums, sondern auch darum, dem Aktionskomitee durch Zuführung möglichst großer materieller Mittel die erfolgreiche Weiterführung der Bewegung zu erleichtern, ja zu ermöglichen. Denn es ist Ihnen bekannt, daß der letzte Kongreß eine ganze Anzahl von Beschlüssen gefaßt hat, die das Budget des Aktionskomitees wohl sehr belasten, aber der praktischen Palästinaarbelt bedeutend zugute kommen. Gerade in Österreich ist.die Schekelagitation von großer Wichtigkeit. Wir Zionisten müssen heuer, im geschichtlichen Jahre politischer Arbeit, erst recht zeigen, daß wir an unserem zionistischen Endziel unverrückt festhalten und ihm durch tausendfache Leistung der allgemeinen zionistischen Steuer begeistert unseren Tribut zollen. Die österreichische Landesorganisation wird und darf an den Schekeltagen hinter der Propaganda anderer Länder nicht zurückbleiben. Sie hat in den letzten Monaten ein weithinleuchtendes Beispiel ihrer Agitationskraft und Stärke gegeben. — Die Schekeltage sollen dies abermals dokumentieren. Das Landeskomitee empfiehlt den Distrikten, mit der Schekelsammlung sofort, und zwar mit dem Aufgebot aller verfügbaren Agitationsmittel zu beginnen. Die Schekeltage müssen den Abschluß der Sammlungen bilden und feierlich begangen werden. Von den lokalen Verhältnissen wird es abhängen, in welcher Form und unter welchem Namen diese Feier stattfindet. Für Versammlungen aller Art wird als Tagesordnung empfohlen das Thema: „10 Jahre Judenstaat". Es sind gerade zehn Jahre her, daß der Judenstaat erschien, also gewiß ein richtiges und inhaltreiches Dezenium, über das sehr viel zu sagen ist. Wir erwarten von den Distriktskomitees, daß sie in ihrem autonomen Wirkungskreise jeder Ortsgruppe, jedem Vertrauensmann gemäß den lokalen Bedürfnissen und Möglichkeiten ihre Arbeit für die Schekeltage zuweisen und die Durchführung ihres Auftrages mit aller Energie überwachen. Es wird sich jetzt zeigen, wo unsere Organisation lebensfähig ist und über wieviel bewußtnationale Anhänger sie verfügt. Das Landeskomitee, das für den Erfolg der Schekeltage sich beim Präsidenten des Aktionskomitees verbürgt hat, kann nicht eindringlich genug zur energischsten Arbeit aufrufen. Wir setzen in alle Distrikte und Einzelorganisationen das feste Vertrauen, daß sie ihre Parteipflicht erfüllen und in den kommenden Wochen alle Kräfte in der Schekelagitation anspannen werden. Wir ersuchen uns von Ihren Verfügungen in Kenntnis zu setzen und die Organisationen und Vertrauensmänner Ihres Distriktes ohne Verzug zu instruieren. Besonders ersuchen wir um Einsendung aller die Schekel betreffenden Zirkulare, Versammlungsanzeigen, Versammlungsberichte etc. Mit bestem Zionsgruß Das österr.=zion. Landeskomitee. ZIONISTISCHE PROPAGANDA Von Dr. ALFRED NOSSIG 1. Der Propaganda war in der zionistischen Bewegung ein wechselvolles Schicksal beschieden. Es gab eine Zeit, wo der Zionismus seine sämtlichen Kräfte der Propaganda widmete, derart, daß er darüber seine ideelle Vertiefung und die unerläßliche, stete Revision seiner Taktik vernachlässigte. Die unvermeidliche Wirkung trat ein: die Propagandaformen erstarrten, ihre treibende und werbende Kraft erlahmte. Mit seltener Einmütigkeit machte sich auf dem VII. Kongreß die Überzeugung geltend, daß die Agitation in anderer Weise als bisher geführt und in verstärktem Maße aufgenommen werden müsse, wozu eine neue organisatorische Basis erforderlich sei. In dieser Forderung gipfelte das vom A. C. auf die Tagesordnung gesetzte Referat von Dr. Gronemann, und einstimmig wurde dann der von Dr. Adolf Stand und dem Verfasser dieses Aufsatzes gestellte Antrag auf Schaffung einer Propagandakommission angenommen. Der Umstand, daß hervorragende Führer der Bewegung der Kommission beitraten und daß ihr eine Jahresdotierung von 12 000 Mk. ausgesetzt wurde, ließ die Entwicklung einer ausgedehnten und energischen Propaganda erhoffen. Sehr begünstigt wurde eine solche durch den Umstand, dal! dank der auf dem VII. Kongreß erzielten programmatischen Einigung, der entschiedenen Rückkehr zum Basler Programm und der mit demselben übereinstimmenden sofortigen Inangriffnahme praktische! Vorbereitungsarbeiten im Orient, ein für die weitesten jüdischen Kreise anziehendes Agitationsmoment geschaffen wurde. Gleichzeitig aber ließ gerade der durch die Beschlüsse des VII. Kongresses festgelegte programmatische Standpunkt eine neue, wirksame Propaganda notwendiger als je erscheinen. Unter unerschütterlicher Festhaltung an dem politischen Ziele und dem politischen Charakter der zionistischen Bewegung hatte man sich entschlossen, neben den früher ausschließlich betriebenen diplomatischen Unterhandlungen auch die systematische Stärkung unserer wirtschaftlichen Positionen in Palästina anzustreben, in der Erkenntnis, daß gerade dies die wirksamsten „vorbereitenden Schritte zur Erlangung der Regierungszustimmung" wären. Damit aber sah sich die Partei vor die Notwendigkeit gestellt, sich nicht nur auf jene äußere Kraftentfaltung zu beschränken, die zu diplomatischen Unterhandlungen berechtigt, sondern innerlich zu einer imponierenden, realen Macht zu werden. ' -

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