Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 16 (20.4.1906)
- Date
- 1906-04-20
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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18 DIE3§£! ELT No. 16 TM- #y m&tit* -y*? m t& ftw^-'Y-' lffi' f % fi\ M&Wk #P :m$£mH* mLt*vy wmi&if* III: 'U^r \p^y;' '/'>.<■"'n ' Cl ♦A*. einige Tagelöhner, die anläßlich der jüngsten Vorgänge in Rußland eingewandert sind, haben sich daselbst angesiedelt. Sie sind arbeitsame Leute und erfreuen sich der ungeteilten .Liebe ihrer ackerbautreibenden Glaubensgenossen in Beliz. Auch die „J. C. A." behandelt die Einwanderer, die sich ihren Kolonien zuwenden, wohlwollend. Sie gewährt ihnen die Benutzung der Gemeindeanstalten gratis und verspricht ihnen, sie mit der Zeit als Kolonisten zu installieren. Beliz ist eine geschlossene Kolonie. Im Gegensatze zum Gruppensystem ist genannte Kolonie nach dem System der sächsischen Dörfer in Siebenbürgen in einer langen zweireihigen Gasse, die an beiden Enden durch Tore geschlossenist, angelegt. Nur die Bauart der Wohnhäuser in Beliz ist verschieden von der sächsischen. Während die Sachsen solide Bauten aufführen, sind die Kolonistenhäuser primitive Ziegelhäuschen mit je einem Wohnzimmer und einer Küche. Doch die meisten Kolonisten hüben bereits ihre anfänglichen engen Wohnungen vergrößert. Mit dem Wachsen des allgemeinen Wohlstandes entstehen immer mehr bequemere Wohnhäuser, und es ist anzunehmen, daß, falls keine Störungen eintreten, die Kolonie Beliz, die eine günstige Lage hat, allmählich sich mehr ausbaut und ausdehnt, so daß sie eine schöne Landortschaft bilden wird. Beliz besitzt eine Synagoge, in welcher ein Religionsverweser, der zugleich Schächter ist, als Vorsänger funktioniert; ein ziemlich mittelmäßiges, aber reinliches Volksbad, dessen unentgeltliche Benutzung jedem freisteht; einen Gottesacker, auf welchem einige hübsche Grabsteine mit hebräischen Inschriften zu finden sind, die auf gründliche Kenntnisse des Hebräischen schließen lassen, und eine Knaben- und Mädchenschule mit einem spanischen und einem jüdischen Lehrer, die tüchtig und strebsam und allgemein beliebt sind. Körperlich und geistig gesunde Zöglinge besuchen bei halbwegs günstigem Wetter den täglichen Unterteilt regelmäßig und machen die besten Fortschritte. Morris Rosenfeld Zugunsten des schwer erkrankten Dichters werden an mehreren Stellen Aufrufe erlassen und Sammlungen eingeleitet. Mehrfach ist die Veranstaltung von Vortragsabenden in Aussicht genommen, bei denen die „Lieder des Ghetto" zur Rezitation gelangen sollen. Der Ertrag dieser Abende soll der von uns vorgeschlagenen Ehrengabe zugeführt werden. Wir wünschen diesen Bestrebungen volles Gelingen. Wir erneuern auch angelegentlich unseren Aufruf zugunsten des schwer geprüften Dichters. Alle Beiträge zur Ehrengabe wolle man an die Expedition der „Welt" senden, die, wenn die Beträge eine entsprechende Höhe erreicht haben werden, die Ausweise veröffentlichen wird. Schalom Asch's Dramen Wir haben in unserer Passah-Nummer Schalom Asch als Dramatiker bei unseren Lesern eingeführt. Der junge Dichter, der sich bisher als Erzähler einen wohlverdienten Ruf erworben hat, hat in jüngster Zeit mit seinem Drama „Meschiachs Zeiten", das unter dem Titel „Auf dem Wege nach Zion" in russischer Übersetzung an den bedeutendsten russischen Bühnen gespielt wurde, einen großen Erfolg errungen. In den letzten Tagen ist auch der von uns in der Passah- Nummer gebrachte Einakter „Der Sündige" von mehreren russischen Theatern zur Aufführung angenommen worden. Die Disposition der Juden für Geistes- und Nervenkrankheiten. In einem Artikel von Georg Lomer: „Die Beziehungen von Selbstmord und Geisteskrankheit zur Rasse" im Aprilheft der „Politisch- Anthropologischen Revue4' finden wir folgende auf die Juden bezüglichen Ausführungen : „Einer gesonderten Besprechung bedarf die weiße Allerweltsrasse der Juden. Sie gehören — das unterliegt keinem Zweifel, — im ganzen betrachtet, zu den begabtesten Rassen der Welt. Vermöge des ihnen aufgedrungenen intensiven Kampfes ums Dasein haben sie äußerst widerstandsfähige Typen herangezüchtet, in denen sich Intelligenz mit Rasseneigenart vereinigt. Die von ihnen absichtlich sehr bevorzugte Inzucht setzt sie indessen auch den mit konsanguinen Ehen untrennbar verbundenen Gefahren bezüglich körperlicher und geistiger Gesunderhaltung in höherem Grade aus als andere Rassen. Sie verfallen geistigen Erkrankungen vier- bis sechsmal häufiger als der Durchschnitt der Kulturnationen, in deren Mitte sie leben. Unter den Krankheitsursachen spielen geschlechtliche Ausschweifungen und Lebensnot eine besonders große. Alkoholismus eine geringe Rolle. Minderwertigkeit und Perversion findet sich häufig in der Jugend, ja, bereits die Kinder leiden oft an hochgradiger Neurasthenie. Letztere ist überhaupt unter den Juden sehr verbreitet, insbesondere beim männlichen Geschlecht, während das weibliche mehr zur Hysterie neigt1). Durchschnittlich erkranken die Männer mit 37, die Frauen mit 36 Jahren, während das Durchschnittsalter psychischer Erkrankung sonst 43 Jahre ist Epilepsie ist selten. Dagegen nimmt die Paralyse einen höheren Prozentsatz ein als bei der andern Bevölkerung (etwa 21 v. H sämtlicher jüdischer Anstaltsaufnahmen, gegen 10—1/ v. H. der andern). Merkwürdigerweise stellen die Frauen da^ größere Krankheitskontingent2). Nach den Untersuchungen von A Pilcz3) ist auch zur Verrücktheit (Paranoia) eine erhöhte Neiguni vorhanden, was um so bemerkenswerter ist, als diese Affektioi allermeist auf degenerativer Grundlage entsteht. Im Gegensatz zu den Juden zeigen die reinen Angehörigen de: semitisch-hamitischen Rasse diese höhe Krankheitsziffer nicht. S( die Ägypter, Araber, Abessinier4)." 1) Auch dem Kulturvolk der Franzosen sagt man, worauf hier hingewiesen sei eine erhöhte Neigung zur Hysterie nach. 2) Vergl. Buschan. 3) A. Pilcz, Sur les psychoses chez les Juifs. 1902. 4j Gleiches wie für die Juden gilt für die alten Hebräer und Phönizier. Hamlet im Jüdischen Aus London wird in einer Zuschrift an den „Pesten Lloyd" berichtet: Im East End, dem Haupt Wohnsitze der jüdische! Bevölkerung der englischen Hauptstadt, wurde vor einigen Tagen Shakespeares „Hamlet" in einer lokalen Bearbeitung unter den; vielversprechenden Titel „Prinz Ismael" aufgeführt. Das Werk des Schwanes von Avon erhielt in der Adoptierun; zugleich einen starken sozialistischen Einschlag. Die Handlung is in die Zeit der babylonischen Gefangenschaft der Juden verlegt, um die Ähnlichkeit mit den gegenwärtigen Verhältnissen in Rußlam wird in dem Drama stark betont Der erste Akt entfernt sich fas gar nicht vom Original: Prinz Ismael ist der Sohn des Königs eine noch nicht unterjochten jüdischen Stammes; der Va'ter Ismaels isi von seinem eigenen Bruder mit Hilfe der Mutter Ismaels ermorde worden. Irn zweiten Akte bemüht sich Ismael, den Tod seines Vaters zu rächen und sein Volk aus 'der babylonischen Gefangen schaft zu befreien. Er zögert lange, seinen Onkel beim Gebet v. töten, aber schließlich werden die meisten der handelnden Persone: in irgendeiner Form ins Jenseits befördert. Nur zwei der Akteim bleiben am Leben: der König und ein Prophet. Bemerkenswert ist daß der berühmte Monolog „Sein oder Nichtsein" hier in eine die russischen Juden behandelnde politische Erörterung umgearbeite' wurde. +**+m**Smt*4^**',*+^****^\**^^+mr^***^ Briefkasten S. S. Preßburg. Die Adresse lautet: 82 Fordwich Road, Brondesburv, London NW. (■rVjiP^jBfiiij ~fr>i__j ■iryj>M" Das erste Moorbad der Welt. - Franzensbad -- besitzt dfe stärksten Stahlquellen, leichtverdauliche Eisensäuerlinge alkalische Glaubersalzwässer, Lithionsäuerlinge. Vier große städtische Badeanstalten mit natürlichen, kohlensaure reichen Stahl-, Mineral-, Sol- und Strombädern, den heilkräftige.* Moorbädern, Dampf- und Heißluftbädern, elektrischen Wannen- und Lichtbädern, medico-mechanisches Institut, Inhalatorium. 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