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Die Welt · 1906-04-13 · 15 (13.4.1906) · page 28

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
15 (13.4.1906)
Date
1906-04-13
Page
– (sequence 28)
Language
German
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28 D-IEffi ELT No. 15 H fiii^äpjm;ft f-^f il ilf^'7? ' jllp Pil: <l v£h 8^ 4 > ' .fljpjj'?' BETRACHTUNGEN Von MATHIAS ACHER, WIEN Die „Pogrome" bringen uns nur ein Tröstliches zu Bewußtsein: Daß wir als Huligans nicht denkbar sind. Vielleicht dürfen wir uns auch noch dies einbilden, daß wir, wären wir Europa, angesichts solcher Greuel nicht so ruhiges Blut bewahrten, wie das wirkliche Europa bewahrt. Weiter dürfen wir allerdings in unserem Selbstgefühle nicht gehen. Vor den Opfern des Pogroms haben wir noch immer Grund genug, zu erröten........ * Die Anzahl der Juden, die, ohne Klassenzucht, ja gegen diese, ein starkes soziales Empfinden besitzen, ist ungleich größer, als bei anderen Völkern. Diese Tatsache wird einst den größten Ruhmestitel des jüdischen Volkes bilden.1 Will man den Grad der nationaljüdischen Reife eines Westjuden bestimmen, so messe man nur den Grad seines Interesses am ostjüdischen Kulturleben. Nichts ist ersprießlicher für die Annäherung der Ost- und Westjuden, als die Schließung von sozusagen Mischehen zwischen den einen und. den andern. Und gewiß ist es nicht das geringste Verdienst der nationaljüdischen Bewegung, mittelbar eine ganze Menge solcher „Mischehen" herbeigeführt zu haben. ❖ Es gibt viele jüdische Männer — auch solche, die sich nicht zu den Assimilanten rechnen —, die nicht besonders gut auf das jüdische Weib zu sprechen sind. Das mag zumeist Ausdruck eines bestimmten geschlechtlichen Geschmackes sein, der sich von der eigenen Volksart abwendet. Aber dann möge dies gütigst zugegeben und nicht leichtsinnig die Jüdin geschmäht werden. Die Jüdin hat als Frau die Tugenden und Laster des Weibes — und das ist ein anderes Kapitel. Als Jüdin ist sie schlimmer oder besser als der Jude, je nachdem ihre weniger komplizierte, weibliche Art in einem faulenden Scheinassimilations- oder in einem nationalen Lebensmilieu zum Sichausleben kommt. An der Schaffung des Milieus hat aber der jüdische Maun die ursprünglichere Schuld. * Vielleicht ist aber die Abneigung wenigstens mancher Juden gegen die Jüdin auch darauf zurückzuführen, daß die Jüdin in ihrem innersten Wresen noch weniger hellenische Züge hat, als der jüdische Mann. Diese Übertrumpfung seines Wesens, diesen Ernst, diese Strenge, diese Gradlinigkeit, von der er nachgerade selber genug im Leibe hat, mag er nicht recht. * Man wundert sich zuweilen, daß es ein Hebräer war, der das „Hohelied" der Liebe sang. Doch mit Unrecht! Im Gegenteile: Nur ein Hebräer, der tausendfach das Leben bejahende, konnte so singen, konnte sich in so natürlicher und reiner Kraft den Ursprüngen des Lebens nahen. Und machen wir uns nicht kleiner als wir sind: Auch in uns Juden von heute lebt noch die alte hebräische Ewigkeit .... w? m \ u p^^Kiffi^^^^^^^^^ ©^pglsiÄ^ÄSÄ v< & ^^fBim^^^tmr^.:-• -. fml^^mm JOZEF ISRAELS: DIE VERMÄHLUNO (STUDIE)

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