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Die Welt · 1906-01-05 · 1 (5.1.1906) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
1 (5.1.1906)
Date
1906-01-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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20 DIE^ELT- No-1 NACHRICHTEN. Neue Pogrome. Wie die „Russische Korrespondenz" aus Moskau berichtet? fürchtet man dort den Ausbruch neuer Judenhetzen, umsomehr, als der bekannte Antisemit Schmakow an die Spitze der Stadtmiliz gestellt wurde. Aus Gorodischtsche (Gouv. Kiew) wjrd vom 31. Dezember der Ausbruch einer Judenhetze gemeldet, die zwei Tage währte. Jüdische Flüchtlinge ins Ausland. Wien, 3. Januar. Am Sonnabend fand in Wien eine Versammlung geflüchteter russischer Juden statt, in der mitgeteilt wurde, dass gegenwärtig in Wien etwa 150 russische Juden als Flüchtlinge in grösster Not leben. — Mehrere Teilnehmer der Versammlung richteten an Witte ein Telegramm mit der Bitte, aus Staatsmitteln eine Summe zur Linderung der Not der vertriebenen russischen Untertanen zu bewilligen. — Gestern kam an den Präsidenten des Oesterreichisch-russischen tiilfsvereins Dewoniski folgendes Telegramm Wittes: „Ich bedaure lebhaft, ausser stände zu sein, Ihrem Gesuche weitere Folge zu geben. Graf Witte.'4 Frankfurter Konferenz der jüdischen Hilfs-Organisationen. Frankfurt,. 4 Januar 1906. (Telegramm.) Heute begann die Konferenz der Hilfs-Organisationen. Es waren ausschliesslich diejenigen Vereinigungen vertreten, die sich seinerzeit in London zu einer gemeinsamen Hilfsaktion vereinigt hatten. Den Gegenstand der Verhandlungen bildet die Frage der Verteilung der Gelder und der Versorgung der durch die Pogrome Geschädigten. Andere Fragen wurden bisher kaum gestreift. REVUE DER PRESSE. „u, r««*» N«i.n.lff. grs^s^^rtriss sich selten mit der Judenfrage, noch seltener aber mit dem Zionismus. Das italienische Leben selbst bietet nur wenig Gelegenheit dazu und deshalb ist der Zionismus für die italienische Presse, die überhaupt kein grosses Verständnis für auswärtige Verhältnisse an den Tag legt, eine mehr oder weniger exotische Erscheinung. Jedoch hat sich neuerdings ein italienischer Senator, Professor Gabba aus Pisa, bemüssigt gefühlt, in der Florentiner Zeitschrift „Rassegna Nazionale" einen fulminanten Artikel gegen den Zionismus, besonders aber gegen die Anhänger des Zionismus in Italien vom Stapel zu lassen. „Der Zionismus ist eine Herausforderung der christlichen Welt. Er ist rückschrittlich, weil er das Wesen der jüdischen Nationalität hervorhebt, weil er die Scheidung innerhalb der Nationen hervorruft." Das sind die Hauptthesen des Professor Gabba, für ihn sind die Judenverfolgungen in Russland ganz belanglos, da, wie er sich ausdrückt, „die russischen Juden selbst daran schuld sind." Er beschuldigt das russische Judentum, die Revolte im Lande entfacht zu haben und zwar in einer Zeit, da der Staat in Gefahr war und mit dem äusseren Feinde zu kämpfen hatte. Und daher richtet Herr Gabba einen Appell an die italienischen Israeliten, den Zionismus „diese schädliche und verbrecherische Lehre „(malvagia e criminosa dottrina") zu bekämpfen und niederzuwerfen. Diesem Ausbruch des krassesten Ignorantentums, nicht bloss im Gebiete des Zionismus, über den der „ehrenwerte Professor" zu schreiben sich anmasst, sondern auch in anderen Wissensgebieten (Ein Mensch, für den Houston Stewart Chamberlain's Dilettantenwerk: Die Grundlagen des XIX. Jahrh. ein „stupendes und autoritatives Werk,, ist!) trat unser Freund Adv. Feiice Raven na aus Ferrara, Obmann der F. Z. L, in derselben Zeitschrift entgegen. Es ist eine gute Antwort, aber keine genügende Abfuhr. Die Antwort, die man einem Gegner des Zionismus geben kann, ist durch die Analyse der zionistischen Idee selbst, wie auch der äusseren Umstände und Lebensbedingungen des jüdischen Volkes, schon gegeben. Aber Insinuationen und grosstuende, in Professorenmantel sich hüllende Ignoranz müssen scharf zurückgewiesen werden. Der Zionismus erwartet nicht mehr die Approbation dieses oder jenes „Gelehrten", dieset oder jener „Persönlichkeit". Die Stimme eines Gelehrten, für den Chamberlain eine Autorität ist, kommt für uns auch nicht einmal in theoretischer Hinsicht in Betracht. Wir tun das Unsere . . . dir la g e n t e..... l a s c l a m o Aus der Bewegung. Raummangel verhindert uns, die zahlreichen Berichte, die uns zugekommen sind, diesmal zu bringen. Die letzte Woche stand im Zeichen der Makkabäer-Feiern. Festlichkeiten, bei denen es auch an literarisch-künstlerischen Produktionen und Sammlungen für den Nationalfonds oder für die russischen Juden nicht fehlte, fanden u. A. statt in : Ottyni a (Zionsverein), Brody (Verein „Ahawath Zion"), Rozniatow (Verein „Chowewe Ziontt), Königsberg, („Zionistische Vereinigung"), Stanislau, (Alle Zions-Vereine), Breslau, (Zio nistische Vereinigung), Kolomea, („Zion-Vereine"), Dolna T uzl a, („Jüdischer Frauenverein"), Pr a g, (Jüdischer Volksverein4*), Gaya, („Zionistische Ortsgruppe44), Neu-Sandez, („Verein Esra"). Auch in vielen Städten Deutschlands und andere Länder gab es Chanuka-Veranstaltungen, die von besonderem Erfolge gekrönt waren. Ausserdem fanden im Interesse der russischen Juden, und in Oesterreich zur Frage einer jüdischen Autonom i e, mehrfach Versammlungen und Kundgebungen statt, über die wir noch berichten werden. Ein Abend zu Ehren Sc ho lern Alechem's wurde in Wien vom Verein „Je hu da Halevy" abgehalten. Briefkasten der Redaktion. V. R. in« K. Zu spät erhalten. Mehreren Einsendern. Obwohl wir den Umfang dieser Nummer vergrössert haben, konnten doch einzelne Beiträge diesmal nicht zur Aufnahme gelangen. Zahlreiche Zuschriften. Für die guten Wünsche herzlichsten Dank. Todes-Anzeige. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem am 29. XII. 1905, nach schwerem Leiden erlolgten Ableben des stud med. Alfred Golding aus ESSENHEIM-mAINZ ergebenst Kenntnis zu geben. Wir verlieren in dem so jung dahingeschiedenen einen lieben Bundesbruder und einen treuen Juden, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Verbindung ,,Jordania" München, Sigmund Fluss?JÄ : . i/ y --^'m ' <Crj;> > r rS *V Vi-.7-vA .- Brunn Hof - Kunstfärb er ei und ehem. Waschanstalt für Garderoben, Uniformen und Stoffe aiitr Art. ^pe^i/i/c'ä in allen Farben. Billige Preise. .— Vorzügliche Arbeit. rmbrikaflHalc; WIEN, iL, KfcUc %f%t\%%%%% § (Beb— 4« Fwnrttf),

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