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Die Welt · 1905-12-22 · 51 (22.12.1905) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
51 (22.12.1905)
Date
1905-12-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 51 „bi* * W?lt Seite 13 zember ist folgendes: Freitag: Vorlesungen aus der jüdischen Literatur. Montag: J a k o b D i ne soll n. Referent Bb. Goldhammer. Dienstag: .1. L. Gordon (dritter Vortragsabend). Referent Bb. Lilien. M.ittwoch: Palästinakunde. Referent Bb. Greher. Donnerstag: Biblische Themata. L: „Die Formen der biblischen Poesie". Ref. Herr Schriftsteller B e r k o w i c z. Die Vorträge beginnen präzise 8 Uhr abends und sind jedermann zugänglich. jur, L e o G o 1 d h a in m e r dzt. Seminarleiter. Mährisch-schlesisches Distriktskomitee. 11ii der kürzlich aus Anlass der russischen Judenmassake.rs stattgefundenen Sitzung hat die Kultusgemeindevertreturig von Gross-Meseritseh folgende Resolution gefasst, die sie dem mähr.-schles. Distriktskomitee zur Veröffentilchung bekanntgab: „Helle Tränen fHessen, alle Proteste, die laut werden, alle Versammlungen, die veranstaltet werden, können Tote nicht mehr lebend, zu Krüppeln Geschlagene nicht mehr heil machen. Alles, was wir unternehmen, ist formeller Selbstbetrug und eitle Sinnestäuschung; denn nichts und niemand kann uns für die Sicherheit unseres Volkes Gewähr leisten: es gibt nun eine Rettung: das ist die Schaffung einer öffentlichrechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina! Europa kann seine Schuld an den Juden nur sühnen, indem es ihnen zu ihrer Heimstätte verhilft. An alle guten Europäer, an alle Männer, die dem Fortschritte der Menschheit ihre ganze Kraft weihen, an alle Regierungen, die unter der Geissei der Judenfrage leiden, sei daher appelliert: „Helfet dem jüdischen Volk, ein Asyl zu "finden für seine unglücklichen Söhne!" * * * 9 Chanukafeier. Die Talmud-Thora-Volksschule, Wien, IL, Malzgasse 16, begeht im dortigen Bethause am Dienstag den 26. Dezember 1905, 4 Uhr nachmittags, ihre Chanukafeier mit den üblichen Festgesängen, einer Ansprache des Oberlehrers Herrn Jakob Kohn und Vorträgen in deutscher und hebräischer Sprache von Seiten der Schüler. Gäste willkommen! * * * Personalnachrichten. Die J üdisch-akad. Verbindung „Ivria" Wien teilt mit, dass ihr i. a. B. med. Hermann Gross am 25. Dezember 1905 zum Doktor der gesamten Heilkunde an der Universität Wien promoviert wird. — Unser verdienter Gesinnungsgenosse der Obmann-Stellvertreter des Jüdischen Volksvereines Kolin, Herr Heinrich Beutler, feiert am 26. Dezember das Fest seiner silbernen Hochzeit. Wir gratulieren herzlichst. * * * Eine jüdische Künstlerin. Eine Malerin, Frau Manzi Kestel-Bauer, die durch das im Jüdischen Museum ausgestellte Sulzerbild so anerkennenswerte Beweise ihres künstlerischen Könnens geliefert hat, erhielt vor einiger Zeit den ehrenvollen Auftrag, das Bild des Oberstliofmeisters des Erzherzogs Rainer, Exzellenz Grafen Orsini-Rosenberg, zu malen. Das Bildnis fand seitens des Grafen vollste Anerkennung, die in einem an die Künstlerin gerichteten überaus schmeichelhaften Schreiben zum Ausdrucke kam. Gleichzeitig übermittelte ihr Se. Exzellenz eine wertvolle goldene, mit Edelsteinen besetzte Arinkette mit folgendem Begleitschreiben zum Andenken: „Gllädigie Frau! Erlaube mir beifolgend ein bescheidenes Andenken mit dem besten Danke für das ausgezeichnete Bild, welches nicht nur mir, sondern auch allen anderen, welche es bisher gesehen haben, so gut gefallen hat, zu übermitteln. Sollten Sie die Absicht haben, es im Herbst auszustellen, so steht €s selbstverständlich zur Disposition. Nochmals herzlichsten Dank. Ihr stets» ergebener Rosenberg." $fas de* Uzvba§iit)§. Gedanke? des Sahekeis! Voranzeigen. Wie«. Der zionistische F r a u e nu n d M ä dc h e n v e r ein von F ü n f h a u s veranstaltet in der letzten Iännerwoche in den Verbandssälen, VI., Königseggasse 1, eine Wohltätigkeitsakademie mit anschliessendem Tanzkränzchen und bittet alle Gesinnungsgenossen um zahlreiche Beteiligung. Programm wird rechtzeitig bekanntgegeben. Einzelkarten zu 2 K, Familienkarten (3 Personen) zu 5 K sind zu haben bei: Frau Dr. Laura Kren-berger, XIIL, Auhofstrasse 222, Frau Minna Baad, XIIL, Lainzerstrasse 67, Cafe Westend, VL, Mariahilferstrasse 128, Cafe Schwenderhof, Mariahilferstrasse Nr. 191. Wien. Die vereinigten Organisationen „Poale Zion" L.-V. Br. des „Zion" und der' Verein zion. Hochschuler „Theodor Herzl" veranstalten Donnerstag den 28. Dezember 1905 im Festsaale des Hotel „Central", IL, Taborstras.se 8, eine populäre Makkabäerfeier mit einem gewählten Programm und laden zu zahlreichem Besuch derselben ein. Die Festrede hält Prof. Dr. S. Krenberger. Regiebeitrag 30 h. Karten erhältlich im Zionistcnbureau, IX., Türkenstrasse 9. Der I. Wiener Jüdische Turnverein, Wien. L, Mölkerbastei 5, veranstaltet am 25. Dezember im Festsaale des Hotel Post, L, Fleischmarkt 16, eine Makk-abäer-Feier mit Vorträgen und Tanz. Beginn halb 9 Uhr abends. Entree K 1.50. Soiree- Toilette. Karten erhältlich im Turnlokal und bei sämtlichen Mitgliedern. M.ähr.-Ostrau. Die jüdisch-akademische Verbindung ,,Ivria" in Wien und die jüdisch-akademische Ferialverbindum* ,,Hessiana" veranstalten Samstag den 30. Dezember!. J. im Festsaale des ..Deutschen Hauses" in Mühr.-Osfcrau eine Makkabäerfeier. Entrec für eine Person 2 K, Familieukarte (drei Personen) 5 K. Beginn 9 Uhr abends. Das Reinerträgnis ist den Opfern der Judenverfolgungen in Russland gewidmet. Dcmbrau. Die jüdisch-akademische Verbindung Ivria" in Wien veranstaltet Dienstag den 26. Dezember d. L im Saajc des Restaurant Königstein in Dombr.au (Bahnhof) eine Makkabäerfeier, verbunden mit einem Tanzkränzchen. Entree K 1.50, Familienkarte (3 Personen) K 4.—. Beginn 8 Uhr abends. Das Reinertragnis ist den Opfern der Judenverfolgungen in Russland gewidmet. Wien. Der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" veranstaltet Sonntag den 2-1. d. M. eine intime Chanukafeier, bei der Herr Dr. Viktor Kurrein über d.is Thema „Der Eintritt der Juden in die abendländische Geschichte" sprechen wird. Beginn halb 4 Uhr nachmittags im Kongresssaale, IX., Türkenstrasse 9. Gäste herzlich willkommen. Wien. Meine neueste Agitationsbroschüre ,,Warum?" überlasse ich sämtlichen verehrlichen zionistischen Organisationen, Vereinen. Schekelgruppen etc. zum Zwecke der Verteilung und Versendung vorzüglich an Nichtzionisten um den Selbstkostenpreis von K 3.50 pro 100 Stück. Einzelexemplare au jüdische Vereins- und Kultusvorstände werden gegen genaue Angabe der Adresse gratis zugeschickt. Dr. Leopold Kahn, Hof- und Oerichtsadvokat Wien, VII., Neubaugrissc IL Berichte. Marienbad. Unser Trauergottesdienst für die russischen Juden fand Sonntag" nachmittags in würdiger und erhebender Weise statt. Die Gemeinde war fast vollzählig erschienen, die heilige Lade, Kanzel und Kandelaber waren schwarz drapiert. Auf das einleitende Mincha-Gebet und einen Chorgesang folgte die Predigt Sr. EJrw. unseres Rabbiners Herrn Dr. Ph. Goldberger, welche ebenso inhaltsreich wie formvollendet die Aufgabe Israels in der Gegenwart die jüdische Lösung der .ludenfrage, behandelte und mit einem Jiskor für die Märtyrer sowie mit einem Gebete für Israels Zukunft schloss. Mit einem El rnolc rachamim und Chorgesang endete die Feier, welcher das Maariw-Gebet folgte. Rzeszöw. (Zionistisch-akad. Verb. „HermnnLr.) J3. Dezember Plenarversanmilung. Der abtretende Aussehuss legte seinen Rechenschaftsbericht vor, der einstimmig genehmigt wurde. Neuwahlen: Obmann: jur. Hopfen: Vizcpr.: jur Holoschütz; Kassier: jur Lerner; Schriftf.: jur Feiwel; Bibl.: jur. Rosenfeld: Ausschußmitglied: jur. Buch; Kmitrollor: jur B. Feiliger; Verweser: jur. Weinberg. Leipnik. Hier gründeten die zionistischen Abiturienten eine Hilfsstation für russische Auswanderer. Die Abiturienten versehen.« die Flüchtlinge mti warmen Kleidern und Geldmitteln. Es wäre erfreulich, wenn andere Hilfsquellen uns von ihrer Existenz in Kenntnis setzen wollten, um uns das Weiterbeförde rn zu erleichtern. Gwozdziec. Arn 6. November fand aus Initiative der hiesigen Zionisten in -der Stadtsynagoge eine Protestversannnlung und Trauerandacht für unsere /Märtyrer in Russland statt. Die gesamte jüdische Bevölkerung aus Omozdziec und Umgebung war anwesend. Der Gemeinderabbiner hielt eine Trauerrede und Herr Goldfeld sang ergreifend Trauergesänge. Sodann hielten die Lehrer der Baron Hirsch-Schule, Herren H. Frankel und S. Reder Trauerreden. Schliesslich saugen zahlreich versammelte Knaben einen Psalm. Das gesammelte Geld wurde zur Hälfte für die Hinterbliebenen und den Selbstschutz unserer Brüder in Russland bestimmt und der „Welt" zugeführt.

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