Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 50 (15.12.1905)
- Date
- 1905-12-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 2× ep/1000834
- Piła 1× ep/1048100
- Ternopil 1× ep/1000964
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Nr. 50 „biS j> Welt" Seite 9 organisierte Hilfskomitee in Philadelphia hat in wenigen Tagen 50 000 Dollars aufgebracht. Komitees haben sich gebildet in San Franzisko, St. Louis, Boston un-d Baltimore. San Franzisko hat bis zum 15. November 25 000, St. Louis 16 000 und Baltimore 10 000 Dollar gesammelt. In Boston rechnet man 50 000 Dollars aufzubringen. Ausser den Gemeinden haben auch zahlreiche jüdische Trade-Unions Sammlungen eingeleitet, und die Mitglieder setzen eine Ehre darein, dass ihr Trade möglichst viel Geld aufbringt. So gedenkt die Schneiderorganisation, die grösste jüdische Arbeiterorganisation New Yorks, 50 000 Dollars aufzubringen. Die Million Dollars, welche die amerikanischen Juden aufzubringen sich vornehmen, war schon am 25. v. M. zusammengekommen und hat Jakob Schiff davon 180 000 Pfund bereits nach London gesandt. Ueber die Ergebnisse der Sammlungen in Russland * selbst liegen irgendwelche Angaben noch nicht vor. Dieselben dürften jedoch keineswegs sehr reichlich sein, da jeder irgendwie bemittelte Jude jetzt Russland verlässt, um die schlimmsten Zeiten im Auslände zuzubringen. Sehr viele von ihnen werden sich wohl an den Sammlungen des Auslandes', beteiligen. Im ganzen sind bis jetzt gesammelt worden 9 500 000 Mark und es hat den Anschein, als wenn diese an und für sich respektable Summe sich noch ansehnlich vergrösseru wird. Wie hoch dieser Betrag auch ist, so ist er doch in Anbetracht des ungeheuren Schadens an Gut und Blut noch sehr geringfügig zu nennen. Wie aus den Blättern bekannt wird, hat das unter Leitung des Herrn Dr. Nathan jetzt in Russland weilende Komitee zur Feststellung der unbedingt erforderlichen Unterstützungsgelder an 53 Städte, und zwar als erste Hilfe, 753 080 Rubel überwiesen. Nahezu die Hälfte davon, nämlich 338 000 Rubel, erhielt Odessa, wo es 40 000 obdachlose Juden geben soll. Kiew und Umgegetnd erhielten 80 000 Rubel, wobei zu bemerken ist, dass gleich nach dem Krawall in Kiew selber eine Viertelinillion Rubel gezeichnet worden sind. 40 000 Rubel erhielt Poltawa nebst drei kleinen Städten in der Nähe. Nikolajew bekam 35 000, Rostow a. D. 31 000 Rubel, 25 000 Rubel erhielt Hornel und Umgegend, 24 400 Jekaterinoslaw, 20 500 Krementschug und 20 000 Rubel Ronini. Cherson erhielt 12 630, Nowo und .Sihkow 11 000, Tschernigow 9000, Njeshin 800O, Starodup 7000 und Bachmut, Jusowka und Nowgorod-Sewersk je 5000 Rubel. Auch die in Rumänien gelegene Stadt Braila, die in der schwarzen Woche gleichsam im Vorübergehen von einem Krawall betroffen wurde, musste mit 5000 Rubel unterstützt werden. Auch zwei jüdische Städte, in denen zwar ein Krawall nicht stattfand, deren jüdische Bevölkerung sich aber dennoch In grosser Not befinden muss, wurden mit grösseren Beträgen unterstützt. Es sind das die Städte Warschau, welches 15 000 RubeT, und Kronstadt, welches 6500 Rubel erhielt. Es haben im ganzen 22 Städte 690 230 Rubeli erhalten. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Richtigstellung. In Nr. 49 steht die Eintragung:?Dr. O. Kokeseh sei. durch Teilzahlungen in der „Welt";a dieselbe soll hingegen richtig lauten : „Dr. Oser Kokesch sei, einer der ersten Kämpfer unserer Bewegung, durch die Moskauer Zionisten als Ausdruck ihres tiefen Kummers über den schweren Verlust...............K 316.25" ^ribüiK. (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz zu Wien". Das Ergebnis der von der „Israelitischen Allianz zu Wien'4 zugunsten der Opfer der russischen Judenexzesse eingeleiteten Spendensainnilung beträgt bis heute einschliesslich der für die nächsten Tage avisierten Sendungen ungefähr 600 000 K r-o n e n. Ausgegeben wurden für Rechnung der vereinigten europäischen und amerikanischen Hilfsorganisationen zur Linderung der ersten Not der Hinterbliebenen der Ermordeten zirka 200 000 Rubel (500 000 K), während die auf viele Millionen sich belaufenden Ausgaben für die dauernde Versorgung der Waisen und die Wiederherstellung der Existenz der Beraubten erst nach Einlangen der genauen Berichte der gegenwärtig in Russland weilenden Kommission von Vertretern der westeuropäischen Hilfsorganisationen einzeln auf Grund der vorzulegenden genauen Daten bestimmt werden sollen. Mit Rücksicht auf die Störungen im Post- und Telegraplienverkehre, durch welche auch die regelmässige Berichterstattung von den von den Exzessen betroffenen Orten unterbrochen wurde, sind ausser dem erwähnten Betrage dem Komitee in Odessa für fernere unaufschiebbare Auslagen zugunsten der siidrussischen Gemeinden grössere Summen zur Verfügung gestellt worden. Dem Bureau der „Israelitischen Allianz" sind mehrere Zuschriften zugegangen, in welchen Familien sich in hochherziger Weise bereit erklären, Waisenkinder nach ermordeten russischen Juden in Erziehung zu nehmen. Es kann in bezug darauf mitgeteilt werden, dass seitens der vereinigten Organisationen der Plan erwogen wird, diejenigen Kinder, die beide Eltern verloren haben, eventuell ausserhalb Russlands verschiedenen Familien oder Waiseuanstalteu zur Erziehung zu übergeben. Näheres wird darüber erst nach dem Vorliegen von ausführlichen Berichten aus eleu betroffenen Orten bestimmt werden können. Briefmarken für den Nationalfcnds, Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken gespendet: Wien: Fritz Kohn, Maler Thau, Frl. B. Pollak, „Moriah" durch FrL B. Herrmann, Amhros Bei, Dr. Roth, J. Diesendorf, Julius Klarnet, Frau Dr. Kreisl^r, Frl. Frieda Eitelberg, Fa. ..Kreditreforrrr, „Jordania", N. Pinries. Frl. Gr. Oesterreicher, J. Spitzer, Verlag ..Zion", H. Goorä, Schloimele Hahn, A. v. Eiss, Frl. InslicM, flKadimah", Dr. E. M. Zweier, Max Rosenwald, R. M., W. Deutsch, M, Ehrlich, Wasziczek. Prag: Pensionat Pollak. B i e 1 i r. z : Bruno Rabinowitz. Rzeszow: M. Buchbinder, Sidonia B., Benjamin H., Aron Wang, Personal der Firma Jeczower. Nachod: Mina und Friedel Brody. London: L. Strashun. Pi a t r a - N.: Frl. Scheinutza Samsony. Reutlingen: Ohne Namen. Stanislau: M. Tannenbaum, Akiba, J. MenczeL Stralkowo: Frl. R, Nelken. K l i m k o w Je a : Frl. B. Seginer, Frl. R. Krokne.r. S. Zehnwirt. Kairo: Isidore Jdelsohn. B udapest: Frl. Margit u. Jenö Zwack. Z1 i n : Frl. Lilly Meisel. A m s t e r d a m : H. Aronowitz. Hamburg: L. Beer. Te plitz: Dr, A. Scheuer. Chrzan o w : S. W. Jungwirth. Pilsen: Fr. Wölfler. M.-Os tr a u : Eiiahu ben David. Turn-Severi. n: M. R. Catalan. Schönlanke: Ohne Namen. Berlin: B. Grünhur. Pozsonyi: A. Brettholz. Klosterneu bürg: M. Weinberger. Tlumacz: Frl. A. Geiler, Braila: Frl. Ella Herscovici. Szombathely: stud. L. Bernstein. Jaros] hu FrL Fromia Heumann. Andrychau: Th. Felix. Rust- 8 c h u k: J. Semo. Antwer p e n : Dr. L. Herz. D r o h obycz: M. Horowitz. Pumkura: T. Iworznier. De 1 a t y n: M. Bloch. M.-W eisskirchen: St. E. Gross. N e u~ Stettin: Frl. R. Freundlich Czernowitz: D. V. Pisek: G. Weiner. E s s e g g: M. Abrahamsohn. Krakau: Distriktsbureau. Jaworzno: Ohne Namen, Jak. Stöger. Radautz: E. Kornblüh. Olmütz: Gebrüder Spitzer. Tarnopol: Markus und Ernestine Nussenbaum. Lemberg: Henryk Sperber. Dembica: Ernestyna Leibel. S am b o r : Personal M. Tieger durch Langinger. Sar aj e w o : Josef Ungar. Lodz: Helena Menczynsky. Felek: Frau Dr. Adele SegaL Helsingfors: Pension Heckel. New York: Janny H. Sterling. Allen Spendern besten Dank und Zionsg r u s s! Die Philatelie-Abteilung der Nationalfondskommission.