Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 50 (15.12.1905)
- Date
- 1905-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WICH IX., TUrktnstrasss Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag:. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration: Wien, EX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. freist der Aizsujin : 1äu1 aufli«g«nd«m Tarif. Oer Inseratenteil wird Dienet&g abend« ges«hlotaeß Einzeln« Kummer» 30 ^«Ita* Ro7iariQnroiCO( Oesterreich-Ungarn; ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: üwfcUydpi Bldö. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk> 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 3.50, vierteljahrig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Fies. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25. Aunarika panssjährij? Doli. 3 40, V^lb jährig Doli 1.70 vi^H«»b>ihrij/ Doli. 8F\ Nr. 50. Wien, i5. Dezember 1905. — 17. Kisiev 5666. 9. Jahrgang. ^Mitteilung des ^ionsKomitees, betrej/end die „Veit". Das Aktionskomitee hat sich in seiner Kölner Sitzung dahin ausgesprochen, dass die Redaktion der „Welt" nach Berlin, die Administration nach Köln gelegt, die endgültige Erledigung dieser Angelegenheit aber dem Präsidenten des Aktionskomitees Herrn David Wolffsohn und dem zweiten Vorsitzenden Herrn Professor Warbürg überlassen werden solle. Herr Wolffsohn begab sich demzufolge nach Berlin, um dort die entsprechenden Einrichtungen zu treffen. Bei den darauf folgenden Verhandlungen, an denen auch die künftige Redaktion teilnahm, wurde festgestellt, dass es vorläufig aus organisatorischen und technischen Gründen nicht angezeigt sei, die Redaktion der „Welt" in Berlin zu etablieren, dass sich vielmehr im gegenwärtigen Zeitpunkte der Anschluss der „Welt" an das Kölner Zentralbureau empfehle. Es wurde demgemäss beschlossen, dass vom 1. Jänner 1906 ab sowohl die fieda^als auch die Administration der „Welt* nach Köln gelegt wird. Die Leitung der „Welt" übernimmt von diesem Zeitpunkte ab Herr Berthold F e i w e 1, zugleich tritt Herr A. Coralnik in die Redaktion ein. Die erste Nummer des neuen Jahrganges wird sohin am 5. Jänner 1906 in Köln erscheinen. Die künftige Redaktion und Administration betreffende Zuschriften sind bis auf weiteres zu adressieren : „An das zionistische Zentralbureau, Köln a. Rh., Merowingerstrasse 7, mit dem Vermerk: „Für die „WeltV Zur Brüsseler Konferenz. Das zionistische Aktionskomitee hat nachstehendes Rundschreiben an die jüdischen Korporationen gerichtet, das mit entsprechenden Modifikationen auch hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten zuging: Sehr geehrter Herr! Die furchtbaren Ereignisse der letzten Zeit in Russland, die ein ungeheures Unglück über unsere jüdischen Brüder heraufbeschworen haben, ein Unglück, das seinesgleichen sogar in der marterreichen Geschichte unseres in Leiden geprüften Volkes sucht, haben das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft aller Juden in allen Ländern wachgerufen. Aber so grossartig und edelmütig auch die Hilfsaktion war, hat sie doch nur für den Augenblick Linderung schaffen, der unmittelbaren, dringendsten Not abhelfen können. Ungelöst und drohend bleibt nach wie vor die Frage der Zukunft der Juden Russlands. Wir können uns nicht mit der Hoffnung trösten, dass diese Ausbrüche des wilden Judenhasses die letzten gewesen seien. Wir sahen, dass die Aenderung der politischen Verfassung in Russland, von der die ganze Welt mit Bestimmtheit eine Besserung der Lage der Juden erhoffte, ihnen bisher nur die entsetzlichsten Leiden gebracht hat. Wie können wir sicher sein, dass nicht neue Stürme ausbrechen werden, schrecklicher noch als die, die wir eben erlebten? Was kann uns die Gewissheit geben, dass nicht der grösste Teil des jüdischen Volkes wiederum vor einem Abgrund von Gefahren steht? Diese Frage berührt nicht allein die russischen Juden, sie ist eine Frage der gesamten Judenheit. Denn der Zustand der Juden in Russland, wo mehr als die Hälfte aller Juden der Welt lebt, kann nicht ohne Einwirkung auf die Lage des gesamten jüdischen Volkes bleiben. Die ganze Judenheit muss daher dazu Stellung nehmen, muss Mittel und Wege suchen und beraten, welche Schritte unternommen