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Die Welt · 1905-11-10 · 45 (10.11.1905) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
45 (10.11.1905)
Date
1905-11-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 45 „bis # weit" Seite 11 Aufruf zugunsten der Opfer der russischen Judenexzesse. Eine neue furchtbare Katastrophe ist über unsere unglücklichen Glaubensgenossen in Russland hereingebrochen« Mit Entsetzen vernimmt die gesamte Kulturwelt die grauenhaften Nachrichten von den Massenmorden und den verübten bestialischen Greueltaten. Unzählige Existenzen sind vernichtet worden, unermessslich ist der durch die Verwüstung von Hab und Gut verursachte Schaden; tausenden von Familien droht infolge dieser Ereignisse der wirtschaftliche Untergang. Rasche und umfassende Hilfe ist unerlässlich. Wir wenden uns daher an alle Glaubensgenossen und andere Menschenfreunde mit der innigen Bitte, an der von uns eingeleiteten Hilfsaktion zugunsten der beklagenswerten Opfer der Katastrophe durch Widmung von Beiträgen mitzuwirken. Geldsendungen werden an die Adresse unseres Bureaus, Wien, L, Weihburggasse 10, erbeten. Der Vorstand der „Israelitischen Allianz zu Wien*. Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz'4 für die Opfer der Massakers in Russland. Die der „Israelitischen Allianzzugegangenen zahlreichen Privatmeldungen, telegraphische und briefliche Darstellungen über die furchtbaren, namentlich im Süden Russlands verübten Greuel bestätigen leider in vollem Umfange die durch die Tagesblätter bekannt gewordenen Einzelheiten sowohl über die Massenmorde, die unter vollkommener Duldung und teilweise sogar unter Mithilfe der Polizei und des Militärs verübt wurden, wie über die un- * erhörten Dimensionen der Verwüstungen und Plünderungen. Die Not ist eine unsägliche. In einer sofort berufenen Sitzung des Ausschusses wurde beschlossen, einen Aufruf zugunsten der Opfer der Exzesse in den Tages- und Wochenblättern zu veröffentlichen und zur Linderung der momentanen Not unverzüglich aus den Mitteln der .. Allianz" einen namhaften Betrag flüssig zu machen. Es muss mit Bestimmtheit erwartet werden, dass sämtliche Filialen der ,,Allianza sowie sämtliche Kultusgemeinden und Vereine in Oesterreich wetteifern werden im Bestreben, unsere so schwer geprüften Glaubensgenossen im Zarenreiche durch eine wirksame Förderung der von der ..Allianz" eingeleiteten Hilfsaktion ihre Sympathien und ihre warme Teilnahme kundzugeben. Das Komitee für hebräische Kurse in Wien bringt hiermit zur Kenntnis, dass es die Abteilung für Akademiker Sonntag den 1°2. November in der „Jüd.-akad. Lesehalle" (IX. Grünetorgasse 34) um halb 10 Uhr vorm. eröffnet wird. Alle Wiener jüdischen Studentenkorporationen ebenso wie die keinem Verbände angehörenden Kollegen sollen an dieser fdr unsere Volkssache so wichtigen Institution Anteil nehmen. Wir sind überzeugt, dass unser modernes Unterrichts systemj.'es ermöglichen wird, schon nach einigen Monaten an die Bildung eines Konversationsklubs zu schreiten. Die Einschreibung in die Kurse für Mädchen und Damen sowie für Mittelschüler erfolgt im Verlag „Zion" (IL, Stephaniestrasse). Beitrag 3 Kronen. Wien. Kondolenzen antdas A.-K. anlässlich des^Ablebens von Dr. Oser Kokesch: „Manchester Zionist Association", Verein Jüdischer Hochschülpr „Bar Kochba", Prag, Verein Jüdischer Hochschüler „Bar Kochba", Tarnopol, Dr. med. Edmund Worms er, Basel, „Veritas", Brünn, Heinrich Steiner, Wien, Dr. Moses, Mannheim, Einz^lverein „Zion4-, Stryj. Verein ..Ahawath Ziontf, Eger, Siegmund Veit, Basel, Dr. E. W. Tschlenow, Moskau, Heinrich Rosenbaum, Tg. Neamtz, Dr. Ludwig Goldwasser, Krakau, Westgalizisches Distriktskomitee, „Order of Ancient Maccabeans", Grand Beacon, London, Einzelverein ,,Ziontf, Nadworna, Verein „Safah Berurah", Nadworna, ,,English Zionist Federation". Personalnachricht. Sonntag den 12. November findet die Trauung unseres Gg. Emariuol Hermann mit Frl. Ernestine Reich im Tempel, III. Viaduktgasse, statt. Todesfall. Einen grossen Verlust hat die Berliner Gemeinde und das Ranze Judentum erlitten: Am 24. Oktober ist Justizrat Dr. Heinrich Meyer-Cohn im 50. Lebensjahre nach einer schweren Operation gestorben. Ueberall wird diese Trauerbotschaft di<» lebhafteste Teilnahme wecken, denn wir haben einen edlen Menschen, einen unermüdlichen Wohltäter, einen rastlosen Kämpfer für unser gutes Recht verloren. Seil jahren stand der Verewigte mit an der Spitze aller Abwehrbestrebungen. Zeitschriften wie Sammelwerke brachten fortwährend die wertvollsten Aufsätze aus seiner Feder, die er in seltener Bescheidenheit fast nie mit seinem Namen zeichnete. Und mehr noch hat er — gleichfalls im stillen — für alle grossen, idealen und sozialen Bestrebungen innerhalb des Judentums gewirkt. Ihm war es eben nur um die Sache selbst zu tun. Di^se stand ihm aber ho^h über allem; ihr hat er den besten Teil seiner Lebensarbeit geweiht, Er war ein Charakter, wie er in dieser alles nivellierenden Z^it nicht oft gefunden wird. Möge das Wirken des edlen Mannes nie vergessen werden. jfus de* JSevfregüijg. Gedenket des S^fcekeis! Voranzeigen Wien. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein veranstaltet auch heuer wieder gesellige Unterhaltungen, bei denen Gäste herzlichst willkommen sind. Die erste derselben findet Sonntag den 12. November im Cafe Folly (Souterrain), L, Gonzagagasse 4, um 3 Uhr nachmittags statt. Regiebeitrag 40 Heller. Wien. (Einzelverein Brigitten au des ,.Zionu.) Montag den 13. November, abends 81/» Uhr, im Cafe ,Neptunu, XX. Mathildenplatz 7, Vortrag des Herrn Dr. jur. J. Littmann über „Jüdische Wirtschaftspolitik". Gäste, Damen und Herren, willkommen, Karlsbad. Durch den Umstand, dass der hiesige Einzelverein im Restaurant Pisk & Kirsch ein entsprechendes Lokal fand, war es uns ermöglicht, eine grössere Reihe von Vorträgen zu veranstalten, die für den Nationalfonds und für die Bewegung selbst durch das verschiedensprachige Publikum von bedeutendem Erfolge waren. Es sprachen u. a. Herr Dr. Max Nord au aus Paris zur Zeit seinps Kuraufenthaltes mit kolossaler Wirkung. Weiters die Herren : H. Gideon Hey mann, Berlin; Ernst Bechert, Töplitz; Jur. C. Hugo Zuckermann, Elan Rall, S. Scheinkin, Feodosia; Dr. L. Meisl, Prag; Dr. Emil M a r sr u 1 i e s, Töplitz, und Dr. S. Bernfeld aus Russland. B<u allen diesen Versammlungen präsidierte unser rühriger Obmann Herr MDr. S a m i s c h und wurde jedesmal für den Nationalfonds gesammelt. Der hierdurch erstandene Betrag wird zur Eintragung des Vereines verwendet. Wir machen alle nach Karlsbad kommenden Gesinnungsgenossen auf unsere Vereinsaberide aufmerksam, sie zum Besuche derselben einladend. Sämtliche Zuschriften werden an Herrn Otto L ö w y, Haus Triest, erbeten. Berichte. Skandalöse Vorgänge in der Wiener Talmud Thora (Malzgae.se). Auf Einladung eines Propouenteu-Komitees fand am Mittwoch den L d. M. im Bethause der Talmud Thora eine Versammlung statt, in der die Ziele des orthodoxen Palästinavjreines ,,Schloim Hoir"* dargelegt und zum Anschluss an denselben aufgefordert werden sollte. Der Versammlung wohnten zirka 40 Gesinnungsgenossen und über 100 Orthodoxe bei. ^Namens des Proponentenkomitees präsidierte ein Herr Buchwald und erteilte Herrn Dr. Sternheim aus London das Wort zu einem Referate, in dem letzterer ausführte, dass er bei seinem Aufenthalte in Palästina beobachtet hatte, dass nicht alle Kolonisten die Ritualgesetze hielten, wie es vorgeschrieben ist. ..Und ohne dies hat doch Zion keinen Zweck." Der Autorität der Rabbiner seien die Unternehmungen im heiligen Lande zu unterstellen:. Die Orthodoxen sollten Geld sammeln und durch die Chalukah in Palästina verteilen lassen. Diese Aufgabe habe sich der n-euzu gründen de Verein zu stellen. Trotzdem man schon vor Beginn versucht hatte, die Zionisten von

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