Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 44 (3.11.1905)
- Date
- 1905-11-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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: Seit« 12 #,W*lt js JNe^44 Bolechow. „Chowewe Zionu. VIL ordentliche Generalversammlung. Neuer Ausschuss: N. Lothringer, Präsident, I. Goldschlag, Vizepräsident, S. Ellendmann, Sekretär der Landessprache, A. Landau, Sekretär der hebräischen Sprache, I. Schuster, Bibliothekar, M. E. Rot bäum, Kassier, I. Landes, J.H.Lob mann, I. Backenroth, Ausschusamitglieder, E. S c h o r r, D. Kaiser, M. Reiss, W. Eskreiss, Ersatzmänner, H. L. Korn blüh als Nationalfondskommissär. Das Jahr 5665 war das tatenreichste. Herzl-Trauerandacht. Sieg bei der Kultuswahl. Unterstützungskomitee für russische Deserteur«. Zirka 200 Deserteure wurden mit Kost, Schlafstellen und Reisespesen unterstützt. 25 Auswanderern Arbeit verschafft. Imposantes Volksfest, welches über alle Erwartungen gut ausfiel. Der Philateliekommission zirka 20.000 gestempelte Maiken geschickt 146 Schekel gesammelt. Für Nationalfonds K 200 gespendet. Die Bibliothek des Vereines mit vielen Büchern bereichert. Der Nationalbibliothek in Jerusalem K 8 geschickt. Bielitz. Der zionistische Verein „Haschachar" beabsichtigt, in der bevorstehenden Wintersaison Diskussionsabende zu veranstalten. Den Gegenstand der Diskussion werden allgemeine jüdische Fragen des nationalen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens mit besonderer Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse bilden. Mit dieser Einrichtung beabsichtigt die Vereinsleitung, mit den Mitgliedern und allen, die für unsere Bewegung ein Interesse haben, eine engere Fühlung herzustellen und über wichtige, das jüdische Volk betreffende Fragen Aufklärung und Belehrung zu verbreiten. Der erste Diskussionsabend fand Mittwoch den 25. Oktober d. J. um 8 Uhr abends im kleinen Zunfthaussaale statt. Herr Prof. Dr. Julius Werner sprach über das „Wesen der österreichischen Zionsvereine". Für die nächsten Abende werden besondere Einladungen nicht versendet werden. Es werden lediglich Ankündigungen in den Lokalblättern erfolgen. Jedermann hat freien Zutritt! UScie Zielone. Am 24. v. M. konstituierende Generalversammlung «des Vereines „Hatikwah". Gesprochen haben die Herren J. Krisnapoler, Techniker, und I. Fernhof aus Ruczacz. Gewählt: M. J a w e t z, Präses, M. Brill, Vizepräses, J. C z e r e t, Schriftführer, A. Genser, Kassier. Als Obmann des Schiedsgerichtes und Revisionskomitees wurde M. K i rn e 1 gewählt. Herr Krisnapoler hat sich um die Gründung verdienstlich gemacht. Pilsen. Am 28. September 1. J. hielt Herr Dr. Emil Marg u 1 i e s aus Teplitz im Hotel „Kaiser von Oesterreich44 das Referat über den letzten Kongress. Referent und Ortsgruppe kongresstreu.' Pressburg. (Verein „A h a w a t h Z i o n".) Dem unermüdlichen Eifer des Präsidenten Herrn Samuel B e t te1h e i m ist es zu verdanken, dass unter der Aegide des Vereines „Ahawath Zion" in Pressburg eine öffentliche jüdische Bibliothek errichtet wurde. Zu diesem Zweck hat der genannte Verein >im Zentrum der Stadt geräumige, den Anforderungen einer grossen Lesehalle entsprechende Lokalitäten 'gemietet, woselbst die ansehnliche Vereinsbibliothek und eine stattliche Anzahl jüdischer Zeitschriften und Tageszeitungen allabendlich — an Samstagen und Feiertagen den ganzen Tag über — zur Verfügung des leselustigen Publikums stehen. Der Verein, war bestrebt, durch eine schmucke innere Ausstattung die Anziehungskraft der Lesehalle zu erhöhen und ihr das würdige Gepräge einer jüdischen Kulturstätte zu verleihen. Die Lesehalle erfüllt zugleich den Zweck eines jüdischen Kasinos, indem sie ausser den Lesestunden nicht nur von unseren Gesinnungsgenossen, sondern von den Mitgliedern aller jüdischen Vereinigungen der Stadt, welche darauf Anspruch erheben, als Versammlungsort benutzt werden kann. Nachdem sich auch Kursleiter und Vortragende in genügender Anzahl gemeldet haben, ist begründete Aussicht vorhanden, dass der Verein im Laufe des Winters regelmässige Toynbeeabende nach dem Muster der grossstädtischen jüdischen Toynbeehallen einrichten können wird. Die Eröffnung der jüdischen Lesehaille fand am 17. September im Beisein eines zahlreichen Publikums statt. Der Präsident, A.-C.-Mitglied Herr Samuel B e 11 e 1 h e i m schilderte, in seiner beifällig aufgenommenen, eröffnenden Begrüßungsansprache den Entwicklungsgang des Vereines „Ahawath Z i o n", der sich aus unscheinbaren Anfängen in kurzer Zeit zu dem mächtigsten jüdisch-gesellschaftlichen Faktor in Pressburg emporgeschwungen hat. Es sei die Pflicht der zionistischen Vereine, zum Zwecke der Verbreitung von jüdischer Kultur auch nichtzionistische Elemente heranzuziehen und sie diesem Zwecke dienstbar zu machen. Indem nun die elegante Käiblokalität des Vereines in kultureller und gesellschaftlicher Beziehung eine gemeinsame Betätigung aller jüdischfühlenden. Kreise der Bürgerschaft ^ermöglichen wird, kann der Verein „A. Z.u das Verdienst beanspruchen, hiermit zugleich: eine wichtige gesinnungsgenössische Pflicht erfüllt zu haben. Herr V. S-c h ö n f e-1 d richtete an die anwesenden Studenten einen eindringlichen Appell, den Verein in seinen kulturellen Bestrebungein nach Kräften zu unterstützen. Als dritter Redner erstattete der Kongressdelegierte des Vereines, Herr Buchhändler Hermann Sterin er, in ausführlicher Weise sein Referat über den VIL, Baseler Kongress. Nach einer eingehenden Darstellung «der Kongressvorgänge, und der Eindrücke, die er von denselben gewonnen hat, bekannte der Referent, dass er von allem Anfang an wohl mit den territorialistischen Bestrebungen) sympathisiert habe, es aber nach erfolgtem Kongressbeschlusse als unbedingtes Gebot:der Loyalität und Partekhsziplin erachte, sich diesen zu unterwerfen, Das Referat wurde beifällig aufgenommen. Im Namen der anwesenden Nichtzionisten sprach zum Schlüsse Herr Kom.-Hon.- Physikus Dr. Leopold Stein. Er sagte: Man mag dem Zionismus gegenüber welchem prinzipiellen Standpunkt immer einnehmen, das eine wird nie und' nimmer geleugnet werden können, dass von ihm eine gewaltige Judaisierung der zeitgenössischen Judenheit und eine dankenswerte Förderung jüdischen Wissens und jüdischer Bildung ausgeht. Daher versichert Redner den Verein „A. Z." seiner vollen Sympathie. Unter den Klängen der Zionshymne wurde sodann die Versammlung geschlossen. In Würdigung der Verdienste seines langjährigen Präsidenten Herrn J. B e 11 e 1 h e i m hat der Verein diesen ins Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eintragen lassen. Unsere lieben Wiener Freunde und Gesinnungsgenossen seien hiermit freundlichst eingeladen, unserem Vereine in seinem neuen Heim öfters und in je grösserer Anzahl diel Ehre ihres Besuches schenken zu wollen. Auch allfälige Bücherspenden für unsere öffentliche jüdische Bibliothek werden dankbarst entgegengenommen und öffentlich quittiert. Dessau. Generalversammlung gut besucht. Referat vom ersten Vorsitzenden Gg. Dr., Ascher: „Ueberblick über die gegenwärtige Lage im Zionismus". Es schilderte die Vorgänge auf und nach dem Kongresse und kam zu dem Resultate, dass die Krise überwunden wäre. Der deutsche Delegiertentag werde dennoch den letzten Wellenschlag glätten. — Von den deutschen Ortsgruppenführern werde gleiten, was einst einer über den römischem Senat gesagt habe: ein jeder stanc genug zu befehlen, ein jeder stolz genug zu gehorchen. (Beifall.) Es folgte dann ein allgemeiner Bericht des Vorstandes, an den sich eine lebhafte Diskussion anschloss. Die Ortsgruppe zänlt jetzt 50 Mitglieder und 72 Schekelzahler. Im Laufe des Jahres hat eine ganze Reihe von Versammlungen stattgefunden. Zu vielen wurde die ganze Gemeinde eingeladen, die gern solchen Einladungen Folge leistete. — Von den auswärtigen Rednern sind die Herren Gg. Dr. Klee, Soskin, Sandler und B. Feiwei hervorzuheben. Von den heimischen ist in erster Linie unser Vorsitzender Gg. Dr. Ascher zu nennen, sodann unser unermüdlicher und treuer Arbeiter» für den Zionismus Gg. Kantor Blitz. Insbesondere muss auf seine Geschichtsvorträge hingewiesen werden, die stets mit warmem Interesse aufgenommen, werden. Zu erwähnen ist noch ein Vortrag über Uganda von einem Christen Herrn R.-A. Heine, einem Kenner dieses Landes. Obwohl Herr R.-A. Heine sich sehr warm für Uganda ausgesprochen hat, so haben doch seine interessanten Ausführungen auf uns einen solchen Eindruck gemacht, dass das Land für uns nicht taugt Auch der Kassenbericht zeigt uns günstige Resultate. Ueber die Art und Weise, wie für unseren Nationalfonds gearbeitet worden ist, folgt ein besonderer Bericht. Nach der Diskussion^ an der sich viele von der Versammlung beteiligten, wurde dem Vorstande Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen und Decharge erteilt. Beim Punkte: Festsetzung des Winterprogrammes wurde «ine ganze Reihe von Anträgen angenommen, die sicherlich unsere Arbeit fördern werden. Die vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Gg. Rechtsanwalt Dr. Ascher; 2. Vorsitzender Gg. praktischer Arzt Dr. Moses; Schriftführer Gg., Ingenieur A. Gurlandj. Kassenrendant Gg. Kaufmann M. Schapira; Beisitzer Gg. Kantor B. Blitz. Bei* weiterer andauernder Arbeit hoffen wir noch gute Fortschritte verzeichnen zu -können. Der Vorstand d. Z. V. P. i. A. A. Gurland, Schriftführer. Mainz. Den Kongressbericht in unserer Ortsgruppe erstattete in zahlreich besuchter öffentlicher Versammlung unser Vorsitzender und Delegierter Herr S. Lazarus. Er entwarf in scharf umrissenen Zügen ein Bild vom Gange der Verhandlungen und verweilte bei einer Reihe von Einzelheiten, die besonders hervorgehoben zu werden verdienten, so namentlich bei der grossen Ostafrikadebatte, dem Berichte der Palästinakommission und der Neuorganisation. Lebhafter Beifall. Auf eine Aufforderung seitens