Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 16 „bie # weit Nr. 40 wenn du sie zum Leben erschaffen hast, warum können andere deinen Willen übertreten?* Und mein kleiner Bruder, der acht Tage nach seiner Geburt starb? Vron ihm sagte die Mutter mit Bestimmtheit, dass ihm schon vor der Geburt im Himmel sein Leben vorgezeichnet war. Und warum wurde er mit der Vollendung eines Menschen geschaffen? Wozu brauchte er Füsse, wenn er nicht gehen, Hände, wenn er sie nicht gebrauchen sollte? Und Mund, Lippen? Was wäre er geworden, wenn ihn nicht die Hebamme erdrückt hätte? Und was war ihre Sünde, wenn ihn der Todesengel erschlug? So sagte meine Mutter : der Todesecgel habe ihn geschlachtet, auch wenn ihn die Amme erwürgte. Wozu musste der Todesengel noch schlachten? Und kann es sein, dass ein Mensch, gar dass ein Kind ohne Todesengel stirbt? „Mutter, kann ein Mensch ohne Todesecgel sterben?" „Bist du verrückt, Chophni?" Meine Mutter schämte sich vor dem Schlächter, der über meine dumme Frage lachte. „Was brauchst du das zu wissen? Kannst du denn schon dieganzeGemara,dass du wissen musst, wie einMenseh stirbt? Da erbleichte mein Antlitz, und ich ward voll Grolles. In jener Nacht floh mich der Schlaf und bittere' schreckliche Gedanken füllten meinen Kopf. Ich hüllte mein Gesicht in die Decke, denn ich erschrack vor meinen furchtbaren Gedanken mit ihren markerschütternden Fragen. Damals empfand ich, dass in meinem Innern etwas zusammenbrach, dass etwas von seiner Stelle gerissen und entwurzelt wurde. Damals empfand ich, dass ich kämpfte, nein, dass mein Verstand gegen mein Herz kämpfce. Das Herz verkroch sich und floh vor dem Verstände, dann rüstete es sich mit seiner letzten Kraft zur Verteidigung — dann strauchelte und fiel es — und eine tiefe Wunde entstand in mir. Dann gelobte ich noch einmal achtzehn Kopeken für die Kasse Rabbi Meirs des Wundertäters und ich sprach mit Inbrunst und gebrochenen Herzens wie ein Mensch, welcher weiss, wie.schwer er gesündigt hat: „In deine Hände, o Gott, befehl' ich meine Seele/4 Dann schlief ich ein. — — Ein Augenblick jagt den andern, ein Tag erreicht den andern. Es kam der zweite, dritte, vierte, fünfte Tag — das Kälblein wird am achten Tage geschlachtet — aber wohin bin ich geraten? — Das Kälblein wuchs von Tag zu Tag —. es strampelte mit seinen langen, dünnen Beinchen und wenn es mich von Weitem sah, lief es mir entgegen, hüpfte und tollte vor Herzensglück — ich empfing es mit stummen Seufzen und weinte und lachte gleichzeitig. Der Schreckenstag, der achte, kam. Ich sehe die furchtbaren Augenblicke nahen und nahen. Die Zeit läuft rasend, die Sonne steigt, steigt— sie sinkt jetzt nach Westen. — ich weiss,,das Kälbiein wird nicht geschlachtet werden, es kann nicht sein, sicherlich — — trotzdem hämmert mein Herz. Ich weiss der Himmel wird herunter steigen ihm zu helfen, die Engel werden kommen es zu retten das Messer wird zerbrechen oder sein Hals wird zu Marmor werden. Auf natürlichem Wege ist keine Rettung möglich — meine Mutter ist starrköpfig — aber ein Wunder wird geschehen, die einzige Möglichkeit. Das Kälblein ist so schön. Ich gelobte viel, jede Stunde mehr und mehr Trotzdem, wer weiss es? Mein Herz pocht, meine Augen sind voll von Tränen, meine Empfindungen toben, meine Gedanken jagen hin und her. Es ist schwer hier einzugreifen, auch der Rabbi versteht es nicht. Nein, ich werde den Rabbi nicht fragen, auch er wird mich verlachen und einen Toren nennen, wie mMne Mutter--— Das Kälblein wurde geschlachtet. Zum neuen Jahre erhielten wir zu unserer grössten Freude und Genugtuung Glückwünsche aus allen Teilen der Welt. Es ist uns unmöglich, jeden einzeln zu beantworten und bitten wir die geehrten Gesinnungsgenossen, unseren aufrichtigen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. D. Red. Briefkasten. Jude. Dankend abgelehnt. Neusandec. I. und IV. bei Hickl, Brünn, Zeile 25. VLI In nächster Zeit wird bekanntgegeben. Der Artikel uns nicht mehr erinnerlich. Phil. u. theol. G-n. Nicht ohne Talent, doch nicht druckreif. Strauss. Dr. Soskin, Berlin W. 15, Pfalzburgerstr. 83. M. Zutto, Lodz. Diese Behauptung ist schon uralt, aber durch nichts erwiesen. Besten Dank. Dr. B. M., Wien. Uns leider nicht zugekommen* Krieger, Lonkau. Bitte selbst zu verlangen und sich auf uns zu berufen« H. Scn., Breslau. Bitte um Wiederholung, da nichts angekommen. Komotau. Wird besorgt. Dr. Posnanzki. Besten Dank. L. Or. Es ist doch so. Also bitte! Holl., N.-Sand. Schon einmal erschienen. R. Chis. Bitte uns Montag zu besuchen. M. Stern Nächster Zeit. D. J., Chorostkow. Das müssen Sie im eigenen Wirkungskreis erledigen. Vorsicht zur Vermeidung gerichtlicher Anstände ist geboten. SPENDEN für den Nationalfonds: Sammelbüchse Oe. U. 106 Brüder Wechsberg, Friedland........................ 8.— Wien : Schachspiel Irrgang-Ettinger.......... 0.40 Sammlung Frl. Erb er und Lempert bei Hochzeit Fräulein Artmann-H. Schuster, Rozniatow......- ... 9.— „Z i o nM, Ottynia: Sammlung Krämer und Kleiner bei Hochzeit Krämer-Kimmel: Bräutigam Kimmel 2.—-, 0. Rosenkranz 0.50, A. Dermarin 0.50, A. Krämer 0.50, D. Haber 0.20, Frau Giter 0 20, Frau Kramer 0.20, Frl. Nebenschuss 0.20, Kramer 0.20, Kimmel 0.20, Frau Bahr 0.20, Frau Rosenkranz 0.20, S. Braunstein 0.20, M. Krämer 0.38, Bankier Horowitz 0.02, kleine Spenden 0.50, Sirate, für von Berkower erhaltenes Buch 2__, J. Koffler 1.—, ab Porto 0.10....... 9.10 Stein. Lifschütz, Meyer, vom Tanzkränzchen der Jugend in Monasterzyska ................ 2.50 Krumau: Beim Thoraaufrufe 7 Gvmnasiasten L. E. und A. M. ä 0.36, S. M. 1.—, bei" der Trauerfeier für Dr. Herzl E. J. und H. ä 1.—, Diverse 0.76. Dr. J a c. Ehrlich..........., ........ . 7.— Sammlung Elsa Presser und Rob. Beer bei Hochzeit Prasser-Drucker, Zabrzeh. J e Ii u d i t h ....... 10.— Gwozdziec: Sammlung F. und R. Sperber bei Hochzeit Gelbard-Nagler: Hermann 0.60. Brautpaar 0.40, Frau Altheim 0.40, Reder 0 40, Schwöbel 0.40, Kiiner 0.40, Nagler 0.40, Unbekannt 0 80, Fil. Grüuberg 0.20, Frau Korn 0.20, Frl. Baumwald 0.20, Frau Gelbard-0.20, Abr. Gelbard 0.20, Fr .u Neuberger 0.20, Frau Sch>kler 0.20, Frl. Brandel 0 20, Frl. Rosenfeld 0.20, Frl. Drescher 0.20, Frau Bergmann 0.20, Frau Wojt 0.20, Altheim 0.20, Gelbard 0.20, Diverse 1.70, ab Porto 0.24 .... 8.06 „Zion", Pilsen: B. B. 2.—, Karl Porges anlässlich Konfirmation seiner Tochter 5.—, bei Hochz. der Schwester des Dr, Zentner: Rauscher, Beck, Porges, Weinberger, Planer, Gans. Resek, Kohn und Heller 9.— . . . . . . 16.— Sammlung Frau Faimi Wolf und Klara Weissmann bei Hochzeit Frl Rosa Wilf-Chaim Moschl in Miznu . ... 8.— Primararzt Dr. Sieg?- und Kornfeld, Wien ....... 10.— David Horn, München : Neujahrsgratulation ....... 1.16 A. Schiffer. Montreal................. 3.27 Przemysl: W. Fried 1.—, Büchse Zion 0.30, flötztt jrotb b"l irWfc DtfSKÖ mSbn 2.—,.Abendgesellschaft N. Isak. Frl. Krebs, A. Isak, J. Herzig, HL Diamant, L. Diamant, Gottlieb k 010, Laufer 0.40, X. Y. 0.30, „Ägudath Herzl"....................; 5.— Lea, Budapest...................; 1.— A. L. Kohn und Frau, Jaskron: Neujahrsgratulation . . 3.— D. Levontin, Jaffa: Neujahrsgratulation......... 4.75 „Zion", Zaleszczyki: Sammlung Kramp! bei Hoch- £ zeit Tennenbaum 4.28, dto. von H. Krampf 4.46, Samm-