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Die Welt · 1905-09-15 · 37 (15.9.1905) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
37 (15.9.1905)
Date
1905-09-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 37 „Me^wtHf 8*ite 15 luei&st ihn höhnisch Lcvi und nicht Lcvri, Kolm und nicht Kormos, Weissfeld; und nicht Vazsonyi. Ks nützt nichts und limss einmal doch offen gesagt werden: die gesellschaftliche Verschmelzung auf dem Wege eimes national-alchimistischen Kunstverfahrens ist eine sehr faule Sache/1 W*lt-@broDik. Der Bildtmgstrieb der Juden. Folgende Zahlen für den Bildungstrieb der jüdischen Bevölkerung gibt die amtliche österreichische Statistik. Danach sind nämlich von je 1000 jüdischen und je 1000 christlichen Einwohnern, Kinder auf Gymnasien, Realgymnasien u nd Re a 1 s c h u 1 e n: bei den Juden hei den; Christen in Galizien 5,31 2,70 in Niederösterreich (mit Wien) 22,23 4,23 in Böhmen 28,26 3,87 in Mähren 40,29 5,64 in Schlesien 30,20 4,31 in der Bukowina 14,92! 2,93 Die geringe Ziffer für Galizien erklärt sich aus der furchtbarem Armut der 820 000 galizisclieu .luden. Ein Kulturbild aus Galizien. In der „Silesia" findet sich in einem „Briefe aus Zakopane", dem bekannten galizisclieu Höhenkurorte, folgende bezeichnende Mitteilung: „Wenn man Zakopane den Rücken gekehrt und über Krakau hin gegen Europa sich gewendet hat, passiert man den weit und breit berühmten Wallfahrtsort Kalwarya. 'Hierher pilgern fast das ganize Jahr hindurch Tausende, um durch Beten und Singen den Heiligen neuen Segen abzudringen. In dem Seitenschiffe der Kirche ist ein merkwürdiges altes Bild zu schallen, das anderswo kaum geduldet werden dürfte. Es stellt die Ahschlachtung eines christlichen Kindes durch Juden in sehr drastischer Weise dar und wird selirie Wirkung auf die ungebildeten Voiksmassem sicherlich nicht verfehlen. In-Kalwarya holt sich auch der polnische Schulv-erein von 'Fall zu Fall den Segen, und seine Propaganda ist dann um so wirksamer." Alje Bestrebungen für Votoaufklärung und allgemeine Schulbildung wenden durch solche kulturwidrige Andaclitsgegenstände zuschanden, die den judenfeindlichen Instinkten der Masse entgegenkommen und Judenexzesse von langer Hand präparieren. Wahrlich, ein „Kulturbild", das der galizischen Kultur alje Ehre macht! Ein deutsches Dorf mit überwiegend jüdischer Bevölkerung. Während es in Russland und Oesterreich eine grosse Anzahl von Städten und Dörfern gibt, in denen die Juden die Mehrheit der Einwohner bilden, dürfte ein solcher Ort in Mitteldeutschland seltsam und deshalb der Erwähnumg wert sein. Es ist das Dorf Rhina in der Provinz Hessen-Nassau, das (nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1900) unter 569 Einwohnern 297 Juden zählt. Der Grund für den hohen prozentualen Anteil der Juden dürfte darim zu suchen sein, dass die Judein in Hessen früher nur ein örtlich sehr beschränktes Wohnrecht hatten und dass gerade die Ritterschaft, zu der der Ort Rhina gehörte, den Juden zum Wohnen freigegeben war. Die Mehrzahl der Juden in Rhina beschäftigt sich mit Viehhandel; im Gemeinderate sind unter zwölf Mitgliedern neun Juden. Nach dem Konkordat. Die Lage unserer Gemeinden in Frankreich dürfte sich nach dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Trennung von Staat und Kirche sehr prekär gestalten. Als zu einer der drei anerkannten und subventionierten Religionen gehörig, war die finanzielle Lage der kleinen und mittleren Gemeinden bisher eine vollkommen gesicherte. Der Rabbiner war das anerkannte Oberhaupt der Gemeinde und hatte als solcher dieselbe nicht nur bei allen feierlichen Anlässen offiziell zu vertreten, sondern er bezog auch vom Staate, d. h. aus dem allgemeinen Steuersäckel, ein bestimmtes Jahresgehalt. Diese Verhältnisse werden durch das 'neue Gesetz total verschoben. Der Staat hat als solcher mit den Religionsgemeinschaften nicht das mindeste mehr zu tun und allerorten dürfen schon dje kleinsten Gruppen sich zu unabhängigen kulturellen Verbänden zusammenschiiessem, und zwar in Orten unter 1000 Einwohnern schon 7, in solchen mit 10 000 Einwohnern) 15 und! in Städten von über 20 000 Einwohnern 25 Personen. Zugleich wurden die Einnahmequellen solcher zukünftiger Gemeinden arg beschnitten und auf freiwillige Gaben sowie auf dem Verkauf von Plätzen in den Bethäusern verwiesen. Falls diese Einnahmen reichlich iiiessen, so könnten die besser situierten Gemeinden wohl von ihrem Ueberflusse die ärmeren bedenken. Aber sje dürfen keine grossen Reserven zurücklegen, nämlich Gemeinden mit einem Einkommen von über 5000 Francs jährlich nicht mehr wie 15 000, solche mit grösserem Einnahmen keine den Durchschnitt der Jahresausgabem fünfmal übersteigende Summe. Legate anzunehmen ist ihnen überhaupt verboten. Ursprünglich wurde sogar beabsichtigt, den Gemeinden aufzuerlegen, für die Benützung ihrer Bethäuser an diei Kommune- Miete zu zahlen, aber die Deputiertenkammer hat diese harte Bestimmung glücklicherweise abgelehnt. Der Schah von Persien und die Juden. Nachdem Nasrcd-diu, der Vater des jetzigen Schahs, seine erste Reiste in Europa gemacht hatte, legte er seine Eindrücke in der in Teheran erscheinenden „Gazette officielle" nieder. Interessant für uns ist die Unterredung, die er in Paris mit Baron Rothschild hatte. Rothschild sprach mit ihm über die Lage der Juden in Persien. Der Schah versicherte ihm, dass. er alle Fremden* schütze, die in seinem Reiche leben. „Man sagt mir,fc fuhr er fort, „dass die Juden sehr reich sind. Es wäre nun das Beste, wenn Ihr irgend ein Territorium kaufen würdet, wo die Jude» sich versammelten; dann würdet ihr nicht mehr so verstreut und ohne Vaterland sein." („Israelit", Mainz.) Eine merkwürdige Mischehe. In Newark, Staat New York, hat vor kurzem der Friedensrichter die Trauung der 23jährigen Jüdin Mary Stein mit dem 28jährigen Neger Claren.ee Spamvollzogen. Als die Neuvermählten das Amtsgehäude verHessen, wurden sie von einer nach Hunderten zählenden Volksmenge erwartet, die Miene machte, deni Neger zu attackieren. Nur mit Mühe konnte sich das Paar in Sicherheit bringen. Briefkasten. L. Dreyfus. Bitte um Wiederholung. L. v. L T,, Czernowitz. Dankend abgelehnt. E. Linz. Vorschlag schon gebracht Ben Abraham. Können wir jetzt nicht bringen. Wir heben es auf. Ottynia. Vereinsberichte müssen kurz gehalten werden. H. Jaköbowtcz. Bitte sich an Bildhauer Boris Schatz, Sofia, odei an Bildhauer Friedrich Beer, Florenz, zu wenden. Trachten Sie auch an die Wilnaer Zeichenschule zukommen. Senden Sie Proben an Monatsschrift „Ost und West*, Berlin. E. Bäumer. 1. „Jüdische Moderne" erscheint nicht mehr. 2. Unbekannt. A. F. Luria. Dieser Beruf ist hier überfüllt. M. Lewy. Besten Dank und Gruss. A. Quarini, Lima, Peru. Berichte sind uns sehr willkommen. Else Riesenfeld, Hannover. Bitte sich an Hrn. Dr. Gronemann zu wenden. SPENDEN für den Natloiialfonds: Gräfenberg : Edith Esther Hoher Uiusa an Fr. Felix, Andrychau und Dank für Blumen die nicht erreichten . . 1. Verein „Zion", Podhajce zur Hochzeit Simon Gang 1.—, Leon Lilienfeld (X60................ 1.60 Brody: L. Andermann K 0.50, 8jäbr. B. Balaban 0.20, lOjähr. D. Balaban 0.20, A. Balaban 0.50, J. Balaban 0.50, M. Balaban 1.—f B. Hiller 0.30, B. Distenfeid 0.20, O. Ecker 0.50, S. Garfunkel 0.10, L.Schwarz 0.50, M. Wischnitzer 0.20, R. Wischnitzer 0.50, S. Wischnitzer 0.30, .Ch. Tartakower 0.50, M. Balaban 1.—A. Belegrad 0.20, Ch. Brisker 0.30, N. Gelber 0.60, I. Grossfeld 0.30, I. Hammermann 0 50, J. Gräbel 0.20, A.Jedlin 0.20, B.Korn 0.20, L. Melles 0.40, A. Schnee, L. Stamm, M. Streimer ä 0.30, I. Tennenbaum 0.20, M. Weiss 0.40, M. Balaban 1.—. Zionist. Jugend. . 12.40 „Ein Gelübde*....................20.— Sammlung bei Hochzeit Stierer-Wegrzyn, Radomysl. . . 6.50 Pinkas Spiegel, Metkowic............... 2.— Durch Fischel Rottenstreich, Bursztyn: Mitglieder des Vereines „Ahawath Zion" in Bursztyn K 14.57, H. Herrmann, Dr. Malz ä 1.—, S. Sager, W. Kletter anlässlich ihrer Verlobung ä 1.—, S.Schneider und Wolf Strafe 1.40, Büchse bei Londner 5.—, bei Friedländer 1.34, Kleinfeld 0.68, Büchse von Verein 0.48, Betti Sigall 0.66, S. Schneider und A. Weinerl 0.61, Ch. Deichsler 1.—, Wolf 0.20, M. Redisch 0.10, verlorene Wette, Rottenstreich, Rosenkranz, Hecht 0.34, P. Gross 0.20, Hübner 2.—, Dr. Malz, S. Melzer, Dr. Ruhrberg ä 1.—, Diverse 8.—, Bei ßrith-Milah S. Sager: S. Sager, «L Friedländer k 1.—, F. Rotten streich, D. Sager k 0.50, Frau Nadle*, Dwora Sager ä 0.20, Diverse 0.74, H. Drach 0.28, Regina Sperber 0.40, H. Weinert 0.28,

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