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Die Welt · 1905-08-18 · 33 (18.8.1905) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
33 (18.8.1905)
Date
1905-08-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. 33 „bie # weit Seite 11 Tagesordnung: 1. Neuorganisation des mähr.-schles. Distriktes; Agitation in Mähren und Schlesien. Referent Gesinnungsgenosse Friedrich Low. c2. Stellungnahme zu den Beschlüssen des Prager Parteitages und zur Parteikonferenz. Referent Gesinnungsgenosse Rudolf Nassau. 3. Wahl des Distriktskomitees und der Delegierten zur Parteikonferenz. Die Freie zionistische Vereinigung (F. z. V.) für Böhmen in Prag hat ihre erste Generalversammlung abgehalten und statutengemäss einen sechsgliederigen Ausschuss gewählt, der sich folgend ermasseo konstituierte: öbmann : Herr J. U. Dr. Leopold M e i s e 1, 1. Obmaimstellvertreter: Herr Redakteur Julius L ö w y, 2. Obmannstellvertreter : Herr Ludwig Popper, Kassier: Herr Fabrikant Anton Glaser, Sekretär: Herr cand. phil. Victor Freud, Beisitzer : Herr Fabrikant Leopold M a h 1 e r. Die F. z. V. hat die Organisation all der Gesinnungsgenossen zum Zwecke, denen keine Gelegenheit geboten ist, sich in einem. Lokalvereine zu betätigen. Der Vereinsleitung, deren Sitz Prag ist, liegt es ob, mit den einzelnen Mitgliedern einen innigen Kontakt zu erhalten. Die Mitglieder geniessen den Vorteil einer Wanderbibliothek, die neben Orsranisationsschriften und Büchern der Parteiliteratur auch Werke vom Gebiete der jüdischen wissenschaftlichen, belletristischen und Kunstliteratur urafasst. Der Jahresbeitrag ist auf 5 Kronen festgesetzt; hiervon entfallen je 1 Krone auf Schekel- und Parteisteuer, mit 3 Kronen beteiligt sich jeder an der Bestreitung der Vereinsbedürfnisse. Welchem Bedürfnisse diese neue Institution entgegenkommt, beweist der Umstand, dass die F. z. V. trotz ihres kurzen Bestandes bereits 63 Mitglieder zählt, wovon die meisten natürlich auf dem Lande wohnen. Erwähnenswert ist insbesondere, dass der IV. österreichische Parteitag allen Distrikten der Landesorganisation das Beispiel der böhmischen Neugründung zur Nachahmung empfohlen hat. F. d. A. d. F. z. V. f. Böhmen: phil. Victor Freud J. U. Dr. Leopold Meisel dz. Sekretär. dz. Obmann. * * * Marienbad. Um die zionistischen Abende auch in diesem Jahre mit Benützung der Erfahrungen des Vorjahres organisieren zu können, werden Gesinnungsgenossen, welche diesen Sommer Marienbad besuchen, hiermit aufgefordert, sich diesbezüglich mit Herrn Rabbiner Dr. Philipp Goldberg er in Marienbad ins Einvernehmen zu setzen. Schriftliche Anfragen werden gerne beantwortet; die Sprechstunde wird täglich (ausser Samstag und Sonntag) von 2—3 Uhr im Hause „Beethoven" gehalten. * $ * Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben uns für den N a t i o n a 1 f o n d s Briefmarken gespendet: Wien: Dr. E. M. Zweig, J. Kern, Frl. Selma Pressburger, S. Rosenthal, H. Kolliner, med.Plechner(„Herzloniatf), J. und M. Lewiller, J. und R Heilpern, Frl. Elsa Spiegier, Frl. H. Schulmann, N. Pineles. S t a n i s 1 a u : M. Genser. Lemberg: S. Laufer. L a n c u t: Frl. L. und P. Mühlrad. Prag: „Bar Kochbau durch Dr. E. M. Zweig, Frl. H. Kleinsohn. Brody: D. P. Stein, M. Schärf, M. Blum, J. L. Strisower. Tlumacz: J. Riesel. Frankfurt a. M. Durch H. Kolliner (Wien): Frl. A. Grünblatt, Frl. Cäcilie Bau, N. Rosenzweig, Familie Bamberger. Horodenka: Jungmann. Budapest: Ohne Namen. Perth (West- Australien): M. Bergsohn. Braila: A. Schächter. Belgrad: „Gideon". Czernowitz: „Junge Juden", Jaworzno: J.Stöger. Rozwadow: Frl. D, Biegeleisen, Frl. A. und S. Lieblich. Miava: Ign. Grünwald, Szombathely: L. Bernstein. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss. Die Philatelieabteilung der N.- F.-K ommission, Aus dem Berichte über das erste Geschäftsjahr des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom I. Juli 1904 bis 30. luni 1905. Das Zentrallmreau ist auf dem Hamburger Lclegiertentago vom Mai 11)04. mit dem Auftrage gegründet worden, die Agitation der Zionistischen Vcruinigung für Deutschland zu leiten und das Kasscnwesen zu verwalten. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass diese neiden (lcbiete von der sonstigen inneren, Verwaltung der Vereinigung nicht zu trennen sind, und so liegt denn auch die Ordnung der Organisation tatsächlich in der Tätigkeit des Zentral bureaus begründet, wenn auch all«; dalnngehendeu Anordnungen auf Beschlüsse]) des Zentralkomitees beruhen. Dagegen hat sich das Zentralbureau nicht mit der äusseren Politik der Vereinigung, das heisst mit ihrer Stellungnahme gegenüber der Zentralleitung der Partei, gegenüber anderen zionis(isehen Landesorganisatiojien sowie gegenüber den niehtzionistisonen jüdischen und den niehtjiidiseben Organisationen zu beschäftigen gebäht. Alle diese Punkte unterliegen ausschliesslich der Kompetenz des Zentralkomitees. Auch innerhalb der dem Zentralbureau somit gezogenen, engen Grenzen nmsste seine Tätigkeit in dem nunmehr abgelaufenen ersten Geschäftsjahr eine sehr vorsichtige sein, da ihm Geldmittel nicht zur Verfügung gestellt werden konnten und niemand wissen konnte, wieviel an Lande^beitrügen eingehen würde. Diese Vorsiebt in der Verausgabung von Geldern hat sich auch als dringend notwendig erwiesen, da die bisher (angegangenen Landesbeiträge zusammen mit den cinbehaltcncn Schekelgeldern gerade die Ausgaben decken. Die Organisation den* Zionistischen Vereinigung für Deutschland kann nunmehr als auf Grundlage der Hamburger Beschlüsse durchgeführt angesehen werden. Die Ortsgruppen sind an den direkten Verkehr mit dem Zoutralbureau gewöhnt. Sic haben dieses Jahr, teilweise zum ersten "Male seit ihrem Bestreben, Schekel und Landesbei- < rage direkt an die Zentrale, abgeführt. Die durch den Hamburger Delegiertentag neugescha ffenen G nippen verbände sind auf unseren "Vorschlag in der Sitzung des Zentralkomitees vom H. .Tuli 11)0 1 eingerichtet worden. fiiser Trauptau^cnnierk war nat urgemäss auf die Agitation gerichtet. Wir haben es hierbei nach Möglichkeit vermieden, in die inneren Angelegenheiten der Gruppen einzugreifen. Die Gruppen dürfen unter keinen T-inständen die IVberzeugimg gewinnen, als ob das Zentralbureau die gesamte Agit;)(ionsarheit in Deutschland zu leisten babe oder auch nur leisten könne. Die Gruppen dürfen keinesfalls ihr individuelles Leben verlieren und zu Zentren für die Kinsanindung von Schekel gel de rn, Landeslveit ragen und "NTat ionalfondsspenden herabsinken. Sit» müssen selbständig arbeiten, jede Gruppe univv h>erücksieht igung des "Materials an Arbeitern, das ihr zu?- Verfügung stobt, und der Sonderart der P>evölkorung, unter der sie wirken will. Das Zenl ralbureau kann nur allgemeine Anleitungen für die Agitation geben und durch "Beschaffung von Flugblättern. Rruschü reu, Zeitungen, durch Bearbeitung der Prosse und Vermittlung von Vorträgen die notwendigen Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit schaffen und den Säumigen zur Arbeit heranzuziehen versuchen. In diesem Rahmen glauben wir getan zu haben, was sich im ersten Jahre tun liess. Abgesehen hiervon hat die Vermittlung von Vorträgen auswärtiger "Redner im uergirngonen Winter huder noch nicht in ausreichendem Masse durchgoführt werden können. Wir haben zwar eine "Rednerliste veröffentlicht, die eine grössere Anzahl von Namen enthielt. Leider haben sich aber nur wenige Herren für bestimmte Termine fest-

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