Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 33 (18.8.1905)
- Date
- 1905-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türkiistrasse Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preise der Aeztigtn: laut aufliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abend» geschlossen Einzelne Müntzern SO Heller. R07lincnraicaa Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: UU£.uyd|!l OIOO. Deutschland ganzjährig Mk* 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. '7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs, 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —M1 Nr. 33. Wien, 18. August 1905. — 17. Ab 5665. 9- Jahrgang, A***%M^^»**W*»V^^M^*M**^^*M»*»^^*****^^^^^****V Zuschrift der schweizerischen Eidgenossenschaft an den Präsidenten des A.-C. Politisches Departement der Schweiz. Eidgenossenschaft. Bern, den 4. August 1905. Herrn D. Wolffsohn, Präsidenten des zionistischen Aktionskomitees Köln. Hochgeehrter Herr, Sie haben uns durch Zuschrift vom 2. d. M. die Worte mitgeteilt, mit welchen der erste Vorsitzende des VII. Zionistenkongresses am 1# August in Basel, anlässlich unseres Nationalstes, der Schweiz gedacht hat. Wir danken für diese Sympathiekundgebung aufs wärmste. Mit vorzüglicher Hochachtung Schweiz er ische s Politisches Departement Der Stellvertreter: L. Sorm. ^^^M^W^A^MMMM^VMMWVMMMM^^^^^^^^^^V^^^^' Das Programm der anderen. Man ist so liebenswürdige unsere, die zionistischen Bestrebungen, anlässlich der aktuellen Ereignisse wiederum von allen Seiten anzugreifen, und wir danken dafür. Uns genügt es, in Diskussion gezogen zu werden, wreil wir zum Schiedsrichter in unserem- Streite mit den Gegnern, dem jüdischen Verstände, volles Vertrauen haben. Aber da nun einmal die Kanonade auf unser Programm im Gange ist, so wollen wir auch ein bisschen zurückschiessen und das politische Programm der Nichtzionisten aufs Korn nehmen. Wir gestehen, dass uns dieser Vorsatz in arge Verlegenheit bringt; denn wir haben kein sichtbares Ziel für unsere Schüsse. So sehr wir uns auch bemühen, den nichtnationalen Juden vollste Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, so können wir bei ihnen doch nichts anderes finden als das Programm der Progra-mmlosigkeit. Denn politische Gelegenheitsmacherei ist doch kein System, in dessen Rahmen überzeugte Anhänger auf eine wirklich zu erwartende Verbesserung der Lage hinarbeiten. PMnnern wir uns nur einmal, was die Juden an Vorschriften von unseren mehr wacker als klug redenden Gregnern bekommen haben und was dabei herausgekommen ist. Man hat uns nacheinander den Anschluss an alle möglichen Parteien angeraten und wir gingen mit, bis es zum Debattieren des Judenpunktes kam, das heisst des Punktes, an welchem die Juden zu einer schmählichen Ausscheidung gezwungen wurden. Man nenne uns noch eine einzige Partei, inklusive der Sozialdemokratie, bei welcher die Juden nicht Gesinnungsgenossen zweiter Klasse bilden und wo sie ruhig, gleichberechtigt und sicher vor Insulten mitarbeiten können! Machen wir nun einen Forschungsgang durch das gesellschaftliche Gebiet, durch Festsäle, Vergnügungslokale und Familienheime. Ueberall eine ängstliche Scheu, ein peinliches Verstecken der Juden.und. natürlichem Aufleben erst dort, wo sie unter sich sind. Und nun der Erdenherrscher, der materielle Standpunkt, das liebe Brot! Welch ein Klagelied! Aber wir brauchen es nicht zu wiederholen, weil es täglich vor jedermanns Ohren gesungen wird, weil jedermann weiss, dass jeder jüdische Säugfing ein neugeborenes Stück Elend ist, bestimmt zu einem freudlosen Dasein für sich und den jüdischen Konkurrenten. N*'ur das eine möchten wir noch fragen: Wenn wirklich im Arbeiterstande das Heil der Judenheit liegt, wie so viele behaupten, warum dann trotz aller Genossenschaften die vielen, speziell jüdischen Arbeitsvermittlungen, woher die Tätsache, da§s fast ausnahmslos nur der Jude den Juden beschäftigt? Wir Zionisten sind nicht hartnäckig, wir Hessen uns gerne von unseren Gegnern belehren. Aber es gibt Ziffern, welche die ärgsten Gegner der Worte unserer Widersacher sind. Das sind die Ziffern, welche wir in den jüdischen Armenämtern, Auswanderungsbureaus und Arbeitsvermittlungen erfahren; und deren Summe, die von Jahr zu Jahr anschwillt, ist ein hallendes Nein! auf die Devise der Leute, die von den Juden das Zuwarten verlangen. Ganz auffallenderweise hat es nach dem letzten Kongress eine Reihe sonst zionsfeindlicher Blätter gegeben,