Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 32 (11.8.1905)
- Date
- 1905-08-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 32 „bis # weit Seite 11 An die P. T Gesinnungsgenossen! Bereits vor dem Kongresse habe ich die Herren des engeren A.-C. ersucht, mich von der Leitung der Redaktion der „Welt" unmittelbar nach dem Kongresse zu entheben. Für diese Bitte waren rein persönliche Gründe massgebend. Das neue A.-C. hat nun durch seinen Präsidenten Herrn Wolffsohn in Anbetracht der vorgebrachten triftigen Gründe meinem Ersuchen stattgegeben, so dass ich mit der Redaktion der vorliegenden Nummer der „Welt" meine redaktionelle Tätigkeit beendige. Allen Freunden, Bekannten und Mitarbeitern, die mich während meiner Redaktionstätigkeit unterstützt haben, sei hiermit öffentlich wärmster Dank gesagt. Es ist selbstverständlich, dass ich auch künftighin mit allen meinen Kräften unserer Sache dienen werde. Wien, 9. August 1905. Dr. S i e g rn u n d Werner. 4Mbäf)e» Herr Tobias Markus (Florenz) ersucht uns festzustellen, dass er mit dem in der Liste der seit dem sechsten Kongresse Verstorbenen erwähnten T. Markus (Wien) nicht identisch sei, sondern sich bester Gesundheit erfreue. Wir kommen diesem Ersuchen mit dem grössten Vergnügen und dem Wunsche nach, dass unser geschätzter Gesinnungsgenosse sich auch fernerhin des ungestörtesten Wohlbefindens erfreuen möge. * # * Oer Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" in Prag gibt hiermit bekannt, dass sich seine Vereinsräume seit dem 4. August d. J. im „Jüdischen V e r e i n s h e i m'% Prag, Elisabethstrasse 6, befinden. * * * Herr Gesinnungsgenosse Dr. Slouschz ersucht uns, festzustellen, dass er seine Erklärung am Kongresse nicht im Namen der Gruppe politischer Zionisten, sondern nur für sich und einige Freunde abgegeben hat. Berichte. Der Klub der Hebräisch Sprechenden „Iwria*, über dessen Versammlung und Beratungen während der Kongresszeit wir bereits berichtet haben, tagte nach dem Kongresse noch einmal im Saal IV des Kongr^ssgebäudes unter dem Vorsitze der Herren Dr. Leopold Kahn und Rüben Brainin. Herr Hurwitz hielt einen interessanten Vortrag über die Förderung der hebräischen Literatur durch Schaffung einer besonderen Institution, zu welcher er selbst einen namhaften Betrag beizusteuern sich bereit erklärte. In einer zweiten Sitzung wurde beschlossen, vorerst einen Organisationsentwurf durch die Herren Hurwitz und Brainin (Marienbad) ausarbeiten zu lassen und sich dann an alle Freunde und Förderer der hebräischen Literatur zu wenden. Pilsen. Mitwochden26. Juli Uhr abends fand im Tempel eine sehr würdige, vom jüdischen Volksvereine „Ziontf veranstaltete Gedenkfeier für Theodor Herzl s. A. statt, wobei sich ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Nach dem Minchagebete hielt Dr. S. W. Link eine mustergültige Gedenkrede, in der er den grossen Mann und dessen Wirken schilderte. Die nationale Rede machte grossen Eindruck. Mordechai. Brody. Das Exekutivkomitee der hiesigen zionistischen Vereine hatte beschlossen, am Sterbetage unseres verewigten Führers einen Trauergottesdienst in der grossen Synagoge abzuhalten, und schickte eine Delegation zum Kultusvorstand um die Erlaubnis zur Abhaltung. Und nun geschah etwas Beschämendes! Derselbe Kultusvorstand, * der in dieser Synagoge Mickiewicz-, Ko-cöiuszko-, Grunewald- und ähnliche Feiern, die mit dem Judentum nichts Gemeinsames hatten, abhielt, lehnte die Bitte der Zionisten „aus prinzipiellen Gründen" ab. Als unsere Delegation bemerkte, dass wir gegen den Beschluss des K.-V. an den Kultusrat Beschwerde erheben, wurde ihr geantwortet, dass man es wohl zur Kenntnis nehme, aber vor dem 23. Juli (20. Thamuz) keine Plenarsitzung mehr zustande kommen kann. Wahrlich, eine Antwort, würdig eines russischen Polizeimeisters! Da das Exekutivkomitee deshalb von einer Andacht absehen musste, gab es durch Plakate bekannt, dass, während überall, wo Juden mit jüdischen Empfinden leben, am 20. Thamuz unseres grossen Führers Theodor H^rzl in ehrwürdiger Weise gedacht wird, unsere Stadt infolge des despotischen Ukas unseres Kultusvorstandes eine traurige Ausnahme bil len muss und dass wir dieses Vorgehen der öffentlichen Beurteilung überlassen! Kolomea. Arn 20. Thamuz veranstalteten die Vereine „Beth Israel", „Zeire Zion", „Rachela* und „Safa Chajeh" eine Gedenkfeier anlässlich des ersten Todestages unseres verewigten Führers in der grossen Synagoge, Eine vielhundertköpfige Menge füllte den Raum. Nach Absingung eines Psalmes seitens des hiesigen Oberkantors unter Begleitung des Chors würdigte Herr Isak Weber in wirkungsvoller Rede den grossen Toten und dessen Werk. Nach Schluss der Rede, die mit einem Appell an die Versammlung, eich der zionistischen Bewegung anzuschliessen, endete, trug der Oberkantor das „El mole rachamim" vor. Kopyczynce. Donnerstag den 27. Juli fand in der hiesigen Synagoge ein Trauergottesdienst für Dr. Herzl statt. Die Trauerrede hielt Genosse Moses Schwarzapfel aus Lemberg. Kossow. Am Todestage Herzls wurden in 15 Bethäusern Jahrzeitlichter angezündet. Am Begräbnistage Gedenkfeier des Kuitusvorstandes und des Zionvereines in der grossen Synagoge vor einem zahlreichen Publikum, Dilettantenchor, Psalmen und Gebete. Der Schriftführer des Vereines S. A. Häusler hielt die wirkungsvolle Trauerrede. Personalnachrichten. Unser Gesinnungsgenosse Max Klein iu Pisek wird sich am 13. August mit Fräulein Ida Hochstädter im Parkhotel in Salzburg vermählen. — Am 15. August, 12 Uhr mittags, findet im Leopoldstädter Tempel zu Wien die Trauung unseres Gesinnungsgenossen Ernst Vogel, k. k. Realschulsupplent in Teschen, mit Frl. Emmi Willner, Wien, VII., Bandga^se 19, statt. Büchereinlauf. XII. Jahresbericht der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien für des Schuljahr 1904—1905, Voran geht: Rektor Prof. Dr. A. Schwarz :]Der Mischnah Thorah, zur Erinnerung an den siebenhunderijährigen TortestagMaimunis. Wien 1905. Judentum und Menschheit. (Jah'duth Wa' anuschiuth). Gesammelte Aufsätze von Dr. Josef Klausner, Verlag „Jahne", Wa schau 5665 (hebr.) Arje baal guf. Erzählung von Ch. N. Bialik, Verlag „Jabneu, Warschau 5665 (hebr.). Die Peschitta zu Schir-haschirim, Inaugural-Dissertation von Jakob Me'ir Salkind, Leiden 1905. Kurzgefasstes Wörterbuch für Spanisch und Jargon, herausgegeben vom Zentralbureau für jüdische Auswanderungsangelegenheiten. Berlin 1905. „Safrusu, Polnisches Sammelbuch für jüdische Angelegenheiten, redigiert von I. Kirszrot (Warschau), illustriert von Wilhelm Wachtel (Lemberg). Verlag der Gesellschaft zur Herausgabe von jüdischen Druckschriften. Warschau 1905. Briefkasten. Bukarest. „Mancare Pentru Flamandi". Ihre Bilanz ist bei uns nicht eingetroffen; es können auch nur die Schlussziffern gebracht werden. R. Wassermann, Ungvar. Die Anregung ist schon dagewesen. Dankend abgelehnt. E. M. Ueberholt, abgelehnt. Awi Ischar. Gegenstandslos geworden. Jüdische Mädchen, Mähr.-Ostrau, Jüdische Studenten, Holicz. Zu spät eingelangt, veraltet. Michael Brown. Schluss der Federation nicht mehr aktuell. Kurze, objektive Berichte willkommen. Cafe" Viktoria (Sukennikoff). Ortsangabe fehlt! Bitte Bericht nebst dieser wiederholen. D. K., Lemberg. Listen schon gebracht.