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Die Welt · 1905-08-03 · Separat-Ausgabe Nr. 6 (3.8.1905) · page 2

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
Separat-Ausgabe Nr. 6 (3.8.1905)
Date
1905-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 „Die # Welt" Separat-Ausgabe No. 6 torisch eine Selbstbesteuerung und zwar in Form einer Wohnungsbesteuerung einzuführen. Auch nichtorganisierte Schekelzahler sollen zur Selbstbesteuerung herangezogen werden. Trietsch spricht über die Einbeziehung der Nachbarländer Palästina's in den von den Zionisten geplanten Besiedelungsrayon und glaubt, class diese Einbeziehung die jüdische Emigration in günstiger Weise beeinflussen werde. Er verlangt, class ein zionistisches Auswanderungsamt geschaffen werde. Die Mittel möge das A.-C., wenn nötig, leihweise aus den Zinsen des Nationalfonds sich verschaffen. (Heftiger Widerspruch). Nach einigen kurzen Bemerkungen von Seite mehrerer Redner wird die Debatte über den Nationalfonds geschlossen. Rosenstein beantragt namens der rumänischen Landsmannschaft, die neun Tage (bis zum 9. AI).) zu Sammlungen für den Nationalfonds va\ verwenden. Im eigenen Namen verlangt er, es möge eine Kommission von Rechtsgelehrten eingesetzt werden, um zweifellos festzustellen, wie der Nationalfonds Bodenkäufe in Palästina rechtsgültig vornehmen könne. In längerer Rede beantwortet der Referent des Nationalfonds Herr Kremenezky, die verschiedenen Anfragen und Anregungen. Hierauf beschliesst der Kongress, einen von Herrn Dr. Tschlenow eingebrachten Antrag mit Modifikationen, die Herr Dr. Kahn vorgenommen hat, anzunehmen. Der Antrag lautet: Der YII. Zionisten-Kongress beschliesst, dass für Rechnung des jüdischen Nationalfonds so lange kein Boden angekauft w7erden darf, als es nicht auf sicherer rechtlicher Grundlage geschehen kann. Ueber das Vorhandensein dieser Grundlage bat die Leitung nach ihrem Ermessen in jedem einzelnen Falle zu entscheiden. Zur Organisation^ frage nimmt hierauf der Referent des Organisations-Ausschusses, Dr. Hantke das Wort. Nach einer längeren eingehenden Motivierung erklärt er namens des Organisations-Ausschusses: Das engere A.-O. möge aus 7 Personen bestehen, die nicht in einer Stadt wohnen müssen. Das grosse A.-C. solle in gleicher Form bestehen bleiben, wie bisher. — Das Kongress-Bureau solle eine präzise Regelung erhalten. Eö soll aus besoldeten Sekretären — jeder iür ein bestimmtes Ressort — mit einem Generalsekretär an der Spitze bestehen. Yorläufig sollen die Sekretäre nicht vom Kongress gewählt, sondern vom A.-C. bestellt werden. Weder die Sekretäre noch der General-Sekretär haben Sitz oder Stimme bei den Sitzungen des A.-C. Sonstige Aenderungen mögen, da die Bewegung ohnedies durch die Krise der letzten Jahre noch immer erschüttert sei, dem nächsten Kongresse überlassen werden, dem das neu zu wählende A.-C. seine Vorschläge unterbreiten werde. Auf Grund der Beschlüsse über den Entwurf des Organisations-Ausschusses, könne erst der Permanenzausschuss einzelne Personen zur Wahl in das A.-C. dem Kongresse vorschlagen. Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte bittet der Vorsitzende Dr. Marraorek nochmals den Kongress, sich grosster Kürze bei der Beratung zu befleissigen, damit der Kongress abends geschlossen werden könne. Hierauf erfolgt von Seite des Delegierten Boruc h o w der Vorschlag auf Verlängerung der Kongressdauer. Der Kongress beschliesst, die Verhandlungszeit um einen Tag (Mittwoch) zu verlängern. Es entwickelt sich hierauf, da der Antrag gestellt wird, sofort die Wahlen vorzunehmen, eine Geschäftsordnungsdebatte, in welcher der Antrag auf sofortige Vornahme der Wahlen abgelehnt wird. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wird die Sitzung um 6 Uhr geschlossen und die nächste Sitzung für 7V2 Uhr abends bestimmt. Abendsitzung, Dienstag, den 1. August. Die Sitzung beginnt um 73/i Uhr, Vorsitzender Dr. N 0 r d a u : Es liegt folgender Antrag vor: Für die nächsten zwei Jahre wird eine aus drei Sachverständigen bestehende Palästina - Kommission gewählt, der das Recht der Kooptation zusteht und die ein Budget von jährlich Fr. 15,000. — erhält. Die Abstimmung über den Antrag wird verschoben. Clarence cle Sola verlangt im Interesse der Propaganda des Zionismus die Aufstellung einer jüdischen Statistik. Vorsitzender W 01 f f s o h n , beantragt in Anbetracht dessen, dass zur Organisation bereits 127 Redner vorgemerkt seien, die Wahl von 8 Generalrednern. Dr. Nordau: Das Präsidium ist aufmerksam gemacht worden, class die Schweizerische Eidgenossenschaft heute ihr Nationalfest feiert, das Fest, das an den Tag erinnert, an welchem im Jahre 1291 die Eidgenossenschaft gegründet wurde und die Freiheit und Unabhängigkeit der Schweizer ihren Anfang nahm. Bei der tiefen Sympathie, die wir für das Schweizervolk fühlen, ist es natürlich, dass wir die Gelegenheit gerne benutzen (die Delegierten erheben sich von den Sitzen) um dem Schweizervolk unsere wärmsten Sympathieen auszudrücken. Wir wünschen, dass das Schweizervolk noch lange dieses Nationalfest feiern möge und fügen dem Wunsche hinzu, dass in nicht allzu ferner Zeit auch wir Gelegenheit haben mögen-, uns zur Feier des Tages, an dem unsere eigene Freiheit den Anläng genommen hat, begrüssen und beglückwünschen zu lassen. (Langandauernder Beifall). Hierauf erhält das Wort zum Bericht des Organisationsausschusses Dr. Werner. Er beantragt, dass von den 7 Mitgliedern des A. C, die der Organisationsausschuss vorschlägt, mindestens 3 Mitglieder in einer Stadt wohnen sollen. Zur Jahreskonferenz mögen ausser den vom Organisationsausschuss vorgeschlagenen Personen auch der Ohefredakteur der „Welt" beigezogen werden. Bezüglich der Vorschläge über das Sekretariat will er später seine Anträge formulieren. Nach einigen Bemerkungen der Fran Swenigorodskaya und des Dr. Pasmanik schlägt B 0 - r u c h o w die Wahl von 8 Generalrednern vor. Ein anderer Antrag sieht 4 Generalredner vor, mit einer Redezeit von 15 Minuten. Der Antrag auf 4 Generalredner mit beschränkter Bedezeit Avird angenommen. Rabbiner Reines erklärt namens der Misrachi- Gruppe, class diese innerhalb der Organisation mitarbeiten wolle. Der Antrag des Dr. Nossig auf Einsetzung einer dreigliedrigen Propaganda-Kommission, deren Wirkungskreis genau präzisiert wird, gelangt zur Annahme. Zum Berichte des Organisationsausschusses sprechen noch Dr. Romano und Dr. H e y m a n n. Prof. W a r b u r g teilt mit, dass für das Werk des Bezalel bisher za. 8500 Fr. eingeflossen seien. Er beantragt, dass der Kongress auf dem Wege der Privatsubskription für die nächsten 2 Jahre eine Jahressubvention von 2000 Fr. zeichnen möge. Der Antrag wird angenommen.

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