Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 29 (21.7.1905)
- Date
- 1905-07-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türktistrassa Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Hedaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preis« dar Anzeigen : laut aufU«g«ind#m Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abend« gen*hioe«ec Einzelne HuRmtm 30 Heller. Rp7llflQnraic0" Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: UG£.uyopi CIOÜ. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.-—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.— , halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.8?»' Nr. 29. Wien 21. Juli 1905. — 18. Thamuz 5665. 9. Jahrgang. QU •>•> PIE WELT als TAGBLATT. Wir machen unsere P, T. L ser und Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam, dass Abonnements für die Separat» Ausgabe 8er „Veit" in Basel Bezugspreis K 2.50 ab 20. ds. auch in Basel entgegengenommen werden. Geldsendungen und sonstige Zuschriften sind zu richlen an die Redaktion resp. Administration ti biS W*lt Basel, StadtKasino. ii Ideen und Taten im politischen Zionismus. Die Idee des Jüdischen Nationalfonds. Bei allen Völkern, die ihre staatliche Selbstständigkeit, wenn auch nicht einmal ihre Bodenständigkeit verloren haben und den Mangel an jenen Machtmitteln bitter empfinden, über welche eigenberechtigte Nationen verfugen, macht sich, zumal wenn sie nicht auf eine Wiederaufrichtung durch Stammes- oder religionsgenössische Protektionen zu rechnen haben, aus dem Bedürfnisse heraus der Gedanke geltend, einen „unbestimmten" Machtfaktor darin zu schaffen, dass sie einen grossen Fonds sammeln, den sie entweder verborgen halten oder in rechtsachtenden Ländern sicherstellen. Dieser hat die potenzielle Eigenschaft, sich nach Bedarf in die Formen realer Machtmittel umzuwandeln oder auch sich zu einer solchen Einflussquelle umzugestalten, welche die Machtmittel anderer in den Dienst ihrer nationalen Sache stellt. Er kann aber auch schliesslich dazu verwendet werden, um auf friedlichem, unblutigem Wege gewisse wünschenswerte Ziele zu erreichen, welche bestimmten nationalen Bedürfnissen entsprechen. So hört man einmal von einem Revolutionsfonde der Polen, Armenier etc. Es ist klar, dass die Idee eines solchen Fonds dem Juden des Galuth, der sich Duldung, Erwerbsmöglichkeit und bisweilen Schutz des nackten Lebens mittels des Geldes zu kaufen gewöhnt worden war, am nächsten liegen musste und dass sie bei ihm gewiss nicht im Zusammenhange mit Revolution und Blutvergiessen gedacht, sondern nur als Mittel zu einer friedlichen Eroberung ins Auge gefasst werden könnte. Der Einfall, einen grossen jüdischen Fonds zu stiften, um ein Territorium oder richtiger das Territorium zu erwerben, wohin Geschichte und Tradition, Volksempfindung und Messiashoffnung hindeuteten, in dieser naivsten aller Gestalten, ist gewiss schon im Laufe der Jahrhunderte in vielen Köpfeu aufgeblüht, aber angesichts der Zersplitterung und Atomisierung des Volkskörpers wieder rasch verwelkt und in nichts zerflossen. Mit der zionistischen Organisierung der Juden aller Länder als Nation und Kristallisierung ihrer Bestrebungen in ein gemeinsames Volksziel