Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 „bi* j> W*lt Seite 11 Sekunde, Ehloma mit (>0 Litern pro Sekunde) vorkamen. Ob sie «50—IUI) Liier Wasser mehr oder weniger haben, kommt gar nicht in Betracht; tausen.de von Litern, wie sie die europäischen, für Kleinindustrie in Betracht kommenden Flüsse besitzen, haben sie sicher nicht und können somit nur als Tränke für das Vieh, in seltenen Fällen zum Betrieb eines kleinen Mahlganges oder einer Pumpe, respektive zur Bewässerung eines Gemüsegartens, den der Farmer sich vor seinem Hause anlegt, dienen. Zuletzt will ich noch über die schnelle Aenderung des Charakters der afrikanischen Flüsse, richtiger Flussanfänge, die ich bei Nakuro am Njoroflus-s in der Praxis beobachten konnte, etwas bemerken. Als wir zum Njoro kamen, waren mir halbtroekeue Sümpfchen vereinzelt im Flussbette zn sehen. Aber kaum zehn Minuten brauchten wir zu warten, als schon ein Strom von zirka 100 Liter Wassern pro Sekunde herankam. Am nächsten Tage waren hier nur zirka 70 Liter Wasser pro Sekunde. Dass diese Variabilität insbesondere am Ende der Trockensaison auch in unserem Gebiete bei den meisten Flüssen, richtiger Bächen, zu beobachten sein wird, ist kaum fraglich; es ist daher sehr grosse Vorsicht bei der Wahl eines Ansiedlungsplatzes zu empfohlen, um nicht Gefahr zu laufen, eines schonen Morgens absolut ohne Wasser zu bleiben. Brunnen können hier nur unter sehr grossen Schwierigkeiten gegraben werden, wegen des felsigen Untergrundes, der sich fast im ganzem Lande zu finden scheint, weshalb es sich kaum irgendwo lohnen wird, Brunnen anzulegen, denn man kann dabei nie sicher sein, ob man in grosser Tiefe Wasser findet oder nicht. Die Flussfrage ist hier demnach nicht allein als Wasserstrassenfrage, Kraft- oder Bewässerungsfrage, sondern vielmehr als Trinkwasserfrage mit Vorsicht zu behandeln. DTE HÖLZER. Meine zweite Aufgabe ist die, über die 'Verwertung der Hölzer zu berichten. Leider ist diese Frage nicht viel günstiger zu beantwortenals die der Flüsse, denn es gibt eigentlich gar keine Hölzer, die man verwerten könnte. An Holzexport ist gar nicht zu denken, es sind vielmehr Mittel zu suchen, wie man sich in. dieser Angelegenheit selber helfen soll, das heisst. von wo der Ansiedler Bau- und Brennholz für den eigenen Bedarf beziehen kann. Denn es fehlt hier nicht nur an gutem Bauholz, sondern in den meisten (legenden ist wegen der kalten Nächte auch die Brennholzfrage eine wichtige. Das ganze Elgorinigebiet und die Xzoia, die ihres verhältnismässigen Wasserreichtums wegen so wichtig ist, die Walerie und der ganze Oberlauf vom Kubkong, haben, keine Spur von Holz und Büschen. Im Westen am ITn[erlaufe des Kubkongs und im Norden an den Allahrebergen nnd Chipchiragnani- sowie in der Südostgegend am Loesos kommen vereinzelte Akazien und Büsche vor, die aber für die örtlichen Ansiedler kaum ausreichen, auch sind die Büsche und Schirmakazien für das am Mittag ruhende Vieh von Wichtigkeit wegen der brennenden Sonne. Dasselhe ist auch vom abgesonderten Xordgebiete, vom Turqucll und den "Nebenflüssen zu sagen. An eine Beförderung von Brennholz von diesen Gegenden nach andeivn Ortschaften ist meiner Ansicht nach kaum zu denken. Auch der Elgonabhang scheint nur wenig Heiz zu haben.. Der Angahe des Herrn Kaiser nach soll hierein bewaldeter Streifen zu beobachten. sein, der aber höchstwahrscheinlich nur als Brennholzquelle für die benachbarten Ansiedler, aber kaum als Bauholzgcwinnungsplatz zu betrachten ist, Linen schmalen bewaldeten Streifen, nur zirka 2—3 Meilen breit, bildet das Elgeyo-Escarpment, der die ganze Ostgrenze entlang läuft. Aber dieser Waldstreifen besteht zu zwei Dritteln aus Lichtung, mit verhältnismassig schönem Gras bedeckt, und nur zirka ein Drittel ist echter Wrald. Dieser Waldstreifen erinnert seiner Beschaffenheit nach den von uns bei Elcloma-Bavino am 27. Jänner, respektive am 2. März passierten, zirka 12 Meilen breiten Wald, der weiter nach dem Nandigebiete ausläuft und in der Südweststrecke unseres Gebietes in zwei kleinen Wäldchen von zirka 15 Meilen und zirka 8 Quadratmeilen Fläche zum Vorschein kommt. Ich glaube deshalb sicher zn rechnen, dass auch diese, von mir jedoch nicht besuchten Wäldchen denselben Charakter tragen und dass die südwestlichen Ansiedler von da ans ihren Bedarf an Bau- und Brennholz decken können, während der Elgeyo-Waldstreifen für die östlichen Ansiedler zur Verfügung bleibt. Weil letztere in kleinerer Zahl vorkommen, kann man annehmen, dass sie nicht an Holzmangel zu leiden haben werden, nur müssen sie für den Transport des Bauholzes, hauptsächlich aber des Brennholzes, auf zirka 20—30 Meilen langen Strecken sorgen. Die erwähnten Wälder bestehen hauptsächlich aus Podokarpns. Laubhölzer, Büsche und Sträuche, die da vorkommen, haben fast gar keinen Wert. Der Podokarpns gehört zu den Koniferen, trotzdem er Blätter und keine Nadeln hat; der Holzstruktur nach ist er unserer Weisstanne ähnlich, zeigt aber weniger Faser und ist etwas härter. Am Elgeyo wächst der Podokarpns nicht so schön und bei weitem nicht so hoch wie im Eldoma-Bavine- Wald, doch sind auch hier mehrere Bauhölzer von 0,4 bis 0,6 m Durchmesser am Stamm und 12—16 m hoch zu finden, von denen besäumte Bretter 0,2—0,4 m breit und 6—8 Meter lang gewonnen werden können. Stärkere und höhere Stämme sind selten und solche von 1,5 m Durchmesser und über 30 m hoch, nur vereinzelt und sehr wenig. Aber diese Giganten haben eigentlich als Bauholz für Farmersied hingen nur selten Wert. In Nairobi habe ich eine kleine Sagemühle mit zirka 16pferdiger Lokomobile und Kreissäge mit Blockwagemführung in Gang gesehen, die ans Podokarpns und rotem Juniperus Bretter anfertigte, doch hat mir die Podokarpusware viel besser gefallen. Bis vor kurzem wurden hierher Bretter aus Europa importiert, jedoch haben obgenanrate Holzarten es zu ersetzen angefangen, und wie es scheint, mit Vorteil. Am Elgeyo-Esearpment wie in der Südosistrecke können an passenden Orten kleine transportable Dampfsägemühlen aufgestellt werden, die das Bauholz anfertigen, wobei die Lokomobile in freier Zeit auch andere Arbeit versorgen kann. Es sei am dieser Stelle zu bemerken, dass bei der Konzossiojisannahme gefordert werden sollte: „Die östliche Grenze bildet das Elgcyo-Escarpnient, letzteres eingeschlossen, bis nach seinem Abhang Kanuissia zu" und nicht: „bis zu dem Elgoyo-Escarpment". Ueher einen so schmalen Streifen auf der Karte im klaren zu sein, ist schwierig, und wenn der schmale Elgeyo vom Gebiet ausgeschlossen wird, so bleibt die ganze Bevölkerung absolut ohne Holz im eigenen Lande, was zu Unannehmlichkeiten führen kann. Die Bauhölzer haben hier jedoch ein beschränktes Verwcndbarkeilsgebiet, hauptsächlich für innere Zimmerarbeiten, da an der Sonnt.1 und vom Hegen die Hölzer sieh leicht krümmen, zersprengen nnd verfaulen. Schon die ügandacisenbahn verwendet fast überall auf ihrer grossen Strecke statt ilolzspaUen eiserne Schienenunterlagcn, trotz der hilligen Holzpreise, die von derselben gezahlt werden. Und zwar zahlt die1 Lgaudacisenbahn pro 100 Kubikfuss Brennholz nur I Riip.,\vas mit den allerbilligsten russischen Brennholzpreisen in den Waldregionen. zu vergleichen ist, während in den Städten dort die Brennholzpreise schon doppelt, dreifach und noch höher sind. (Schluss folgt.)