Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., TQrtenstrass* Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Hedaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preist der Aizeigtii: laut aufliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abendi geschlossen Einzelne Numwarn 80 Heiler. Rß7llf1Qnrßicfl' Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: (JB£liyd|JI OIOC. Deutschland ganzjährig Mk* 13.70, halbjährig Mk« 6.85, vierteljährig Mk. 3,45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.- , halbjährig Frcs. 8.50,vierteljährig Frcs. 4,25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli, .s 1 Nr, 28. Wien, 14. Juli 1905. — II. Thamuz 5665. 9. Jahrgang. An unsere Leser! Zufolge einiger technischer Massnahmen sind wir in der Lage Abonnements für Sie Separat- Ausgabe 8er „Welt" in gasel Bezugspreis: K 2.50 auch nach dem ursprünglich festgesetzten Termin (17, Juli) entgegenzunehmen. Nach dem 20. Juli kann die Separat-Ausgabe auch in Basel (Adresse: Administration „Die Welt", Stadtkasino) abonniert werden, Aut zahlreiche Anfragen geben wir wiederholt bekannt, dass den ständigen und neu eintretenden Abonnenten der „Welt" die Separat- Ausgabe ohne irgendwelche Aufzahlung zugestellt wird. Selbstverständlich haben aber nur jene Abonnenten hierauf Anspruch, die mit der Einzahlung des Abonnements nicht im Rückstände sind. Die Administration. Wie ist es nur gekommen? *) in. Motto:! sqhk öibrcrn nöKm TT" Die Bewegung blieb ohne Haupt, dafür gab es aber viele Köpfe, von denen manche sich berufen fühlten, die verwaiste Bewegung zu bevatern. Es war gewiss ein grosser Nachteil, dass in derselben bis dahin das System des Persönlichen prädominierte und in der Organisation nichts, gar nichts vorgesehen war, was als Vorbereitung zur Hinüberleitung ins Unpersönliche hätte dienen können. Wohl wäre es natürlich gewesen, wenn die Mitglieder des engeren A.-C. die der Hand des toten Führers entsunkene Fahne kräftig erfasst und die Bewegung bis zum nächsten Kongress unversehrt hinübergeführt hätten. Es wäre immerhin doch ein massgebendes Zentrum geblieben, wenn auch ohne besonders glänzende Spitze. Es hatte anfangs den Anschein, als wenn es so kommen wollte. Wenigstens hat der erste Aufruf des Wiener A.-C. beruhigend und wohltuend auf die trostlosen Gemüter der Zionisten gewirkt. Allein es waren einzelne der Ansicht, dass der Judenstaat sofort und am besten dadurch gerettet werden musste, wenn man das engere A.-C. aller Autorität entkleiden und sofort zur Schaffung einer neuen Organisation schreiten würde. Sie waren gewiss von gutem Glauben beseelt, richteten aber trotzdem Schaden an. Es scheint dies überhaupt eine spezifische Krankheit des politischen Zionismus zu sein, die übrigens schon Achad - Haam irgendwo *) Um allen Missverständnissen vorzubeugen, hebe ich nochmals hervor, dass die hier niedergelegten Ansichten nicht offizieller, sondern persönlicher Natur sind und ich allein für dieselben voll und ganz die Verantwortung trage. Es werden viele sich durch die in allgemeinen Strichen vorgeführte Geschichte der letzten zwei Jahre des Zionismus angestossen fühlen. Jedermann wird jedoch zugeben müssen, dass diese Schilderung wahrheitsgetreu ist. Meine Absicht ist nicht, jemand zu verletzen; aber meine Ueberzeugung ist, dass wir nur durch Erkennung unserer Fehler und Missgriffe zur Sanierung derselben und zu einer Ausgleichung oder doch Ueberbrückung der Gegensätze gelangen können. Nur auf den Grundpfeilern der Wahrheit kann das Gebäude eines ehrlichen Friedens aufgerichtet werden. (Anmerkung des Autors.)