Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 23 (9.6.1905)
- Date
- 1905-06-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türktistrassi Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch * aufbewahrt. Preist der Antigen: laut *ufli«g*ndMA Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abends gesehloisen Einztbit Hummtrt SOHtHtr. Ro7iificnroicoa Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: LJU£liyo|JI öloB. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 8.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Free. 17.— , halbjährig Pres, 8.50, vierteljährig Frcs. 4,25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli —.85* Nr. 23. Wien, 9. Juni 1905. — 6. Siwan 5665. 9. Jahrgang. Werte GefinnungsgenoKen! In wenigen Wochen wird der UH. Kongreß in Balel ftaftfinden. €r wird einer der bedeutungspollften in der Sefchichte unterer Bewegung fein, aber auch einer der widitigffen und intereffanfeffen für alle Süden, welcher Parfeirichfung He auch angehören mögen. Dieler Uaf Jache Rechnung tragend, hat das Hktions* komifee befdifoffen, während der Kongrefctage, d. i. pom27. 3uli angefangen bis zum Schluffe der Beratungen „Die Weif" als Tagbatf in Hatfel erfcheinen zu (äffen. Werte Gefinnungsgenoffen! Die Leitung unterer Bewegung hat die grofjen materiellen Opfer, die eine ßerausgabe der „Wtlt' ate Stegfrlaft, und zwar in wefentlich erhöhter Auflage, mit lieh bringt, in der Erwartung auf [ich genommen, dafj unfere Gefinnungsgenoffen zur Perbreifung diefer täglichen Separatausgabe nicht nur im Interefie unleres Zentralorganes, fondern vor allem im intereffe unlerer Bewegung das niöglichfte tun werden. Es handelt fich um eine gute Gelegenheit zur Agitation, die mit allem gifer ausgenfl^t werden ioll. Selbftuerftändlich [teilen wir zu diefem Zwecke alles notwendige Hgitationsmaterial koftenlos zur Verfügung: Profpekte, Pofterlagfdieine etc. Bei dem geringen Bezugspreife des Spezialabonnements für diele Separatausgabe 2K 50h erwarten wir, dafj alle unfere Gefinnungsgenoffen, die nicht Abonnenten find, diele Separatausgabe abonnieren, dafc aber auch bereits jetzt die Agitation für den Bezug diefer Separatausgabe in den nichtzioniftiFchen Kreifen aufs nachdrückliche geführt wird. Unfere Abonnenten erhalten die tägliche Ausgabe fttrflEttfaö zugeftellt. mit Zionsgrufjf Die Redaktion und Adminiftration „Sfe Wtlt '.*) *) €s wird erfocht, der Adminiftration unteres Blattes unverzüglich Adreffen folcher Gefinnungsgenoifen anzugeben, die durch Aufforderung feitens der Adminiftration felbft zum Abonnement der Separatausgabe bewogen werden könnten. Wie ist es nur gekommen?*) Von Dr. Leopold Kahn. Territorialismus, Ugandismus, Zionismus, das schwirrt nur so durch die Blätter der Partei- und der gegnerischen Presse und richtet eine heillose Verwirrung in den Köpfen und Gemütern an, so dass die kleinen Geister verzagen und auch manch tapferen Kämpen das Gruseln anfällt, die Furcht, es könnte wirklich die mit ebenso viel Freude als Opfern entfachte jüdische Volksbewegung und die daran sich lehnende Wiederbelebung der Solidarität und Einigkeit der zerstreuten Glieder unseres Volkes für immer zerstört werden. Es ist etwas Krankhaftes in dieser Atmosphäre, das vor der Heilung die Erkenntnis seiner Entstehung notwendig macht. Wir wollen also die gewandelten Wege untersuchen und erforschen. — —--- Von welchem Gesichtspunkt immer man bei Beurteilung der Judenfrage ausging, langte man bei Beobachtung der abnormalen Verhältnisse und der unnatürlichen Lage des jüdischen Volkes immer bei der Erklärung an, dass alles Uebel in dem Mangel eines eigenen Bodens, in der „Fremdheit* gelegen ist, die an vielen Orten auch von den Juden selbst, überall aber von den sie umgebenden Völkerstämmen empfunden und behauptet wurde. Die Lösung ergab sich dann sofort mit zwingender Logik von selbst. Wenn die Juden eine eigene, eine Volksheimat hätten wie die anderen unter natürlichen Verhältnissen lebenden Völker, wenn sie nicht immer und überall in der Minorität, sondern irgendwo in der Majorität wären, dann wäre das Uebel der Judennot in allen seinen Formen an der Wurzel erfasst und exstirpiert. Im Anfang war also der Territorialismus-- der Judenstaat. Da fand endlich hierfür ein grosser Denker aus der Assimilantenschule, ein mit Dichter- und Sehergabe ausgestatteter — man gestatte mir den Aus- *) Anmerkung des Autors: Um allen Missverständniesen vorzubeugen, wird ausdrücklich hervorgehoben, dass die hier niedergelegten Ansichten nicht offizieller, sondern persönlicher Natur sind und ich allein die Verantwortung hierfür trage.