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Die Welt · 1905-05-19 · 20 (19.5.1905) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
20 (19.5.1905)
Date
1905-05-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 „bie # w$it" Nr. 20 Zweiter Schriftführer: med. Stein. Kassier : Heinrich Müller. Nationalfondskommissär: van Young, Ohne Funktion: Frl. Berta Hermann, H. Lederer, H. Ha st er Ii k. Die Amtsstunden sind jeden Dienstag von 8 Uhr an im Kongressbureau. Zuschriften sind zu richten an : Innei österreichisches Distriktskomitee des Verbandes „Zion", Wien, )X., Türkenstrasse 9. Die P. T, Vereine des Distriktes werden aufgefordert, von allen ihren Veranstaltungen das D.-K. rechtzeitig zu verständigen, die Scheitel- und Parteibeiträge ehestens abzuführen und einen regen Verkehr mit dem D.-K. aufrechtzuerhalten. * * * Mitteilungen des i.-ö. D.-K. Die Zionisten Wiens treffen sich zwanglos jeden Donnerstag abends im „Schwarzen Bären" im k. u. k. Prater. * # * Voranzeigen. Wien. („Poale Zion".) Samstag den 20. Mai im Ver- ^inslokale, IL, Förstergasse 8, Vortrag von Gg. Kaplan Ueber aktuelle Fragen. Beginn V88 Uhr, Schluss 7,10 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der Israelitisch-theologischen Lehranstalt) Bei der am 1J. d.M. stattgefundenen Neuwahl wurden folgende Herren in den Ausschluss gewählt: E Schweiiger, Präses; G. Sicher, Vizepräses; H. Alp er in, Kassier; M. Kohr, 1» Schriftführer; E. Deutsch. 2, Schriftführer. Karlsbad. Einzelverein „Zion\ Wir geben hiermit allen Gesinnungsgenossen und jüdischen Kurgästen bekannt, dass wir jeden Mittwoch im Gartenzimmer des Hotel Traut- •vein unsere Zusammenkunft abhalten. Anfang 8 Uhr abends. Gäste herzlich willkommen. Berichte. Hamburg. Am Donnerstag den 11. Mai er. fand «eine stark besuchte Mitgliederversammlung der Ortsgruppe statt, in der im Auftrage des Vorstandes Herr Estermann über die Proklamation des Zentralkomitees der zionistischen Vereinigung für Deutschland referierte. Der Referent sprach seine Verwunderung darüber aus, dass das Zentralkomitee das Ostafrikaprojekt als unausführbar bezeichne, ohne mitzuteilen, welches Ergebnis die Expedition gehabt habe. Wenn auch, wie verlaute, die Mehrheit der Expeditionsmitglieder sich gegen das Projekt ausgesprochen habe, so sei es doch nicht Aufgabe der Expedition gewesen, einen Beschluss zu fassen, sondern lediglich Tatsachen festzustellen. Ein Urteil über diese Tatsachen zu fällen, stehe weder den Expeditioiismitgliedern noch dem Zentralkomitee zu, sondern sei einzig und allein Sache des Kongresses. Die Erklärung des Zentralkomitees bedeute einen Rückfall in den Chowewe-Zionismus. Bis zu Herzls Tode habe der Grundsatz allgemeine Geltung gehabt, dass mit der Kolonisation in Palästina nicht begonnen werden dürfe, bevor nicht ausreichende rechtliche Garantien für dieselbe vorhanden seien. Infolge der türkischen Beamtenwillkür und des herrschenden Bestechungssystems seien die rechtlichen Verhältnisse in Palästina zur Zeit so unsicher, dass eine Kolonisationstätigkeit nur Fiasko machen könne. Es sei Herzls Verdienst und ein Beweis für seinen politischen: Weitblick gewesen, dass er mit diesem aussichtslosen System brach und die Ansiedlung in Palästina nur auf rechtlicher Grundlage in die Wege leiten wollte. Der Referent beantragte hierauf namens des Vorstandes die folgende Resolution, die er eingehend begründete: „Die Hamburg-Alto-mier Ortsgruppe hat mit Bedauern, davon Kenntnis genommen, dass nach Ansicht des Zentralkomitees (Z.V.f.D.) das Ostafrikaprojekt unausführbar sei. Sie stimmt der Erklärung des Zentralkomitees insoweit bei, als darin die Grundsätze des politischen Zionismus zum Ausdruck gelangen. Das Vorhandensein ausreichender rechtlicher Garantien rnussVorbedingung für die zionistische Kolonisationsarbeit in Palästina bleiben. Diesem Grundsätze widerspricht jedoch unter den gegebenen Verhältnissen sowohl das Verlangen nach Landerwerb als auch jede Begünstigung der Einwanderung in Palästina. Die Ortsgruppe wünscht vor allem: 1. Aufrechterhaltung und Ausbau der angeknüpften politischen Beziehungen; 2. wissenschaftliche Erforschung Palästinas und seiner Verhältnisse; 3, Nationalisierung der gesamtem Judeliheit, namentlich auch der in Palästina ansässigen; 4. Leitung der jüdischen Auswanderung nach den Neben ländern Palästinas, soweit sie Rechtsschutz bieten, und p 1 a n m ä s s i g e Ansiedlung e n daselbst." In der Diskussion bekannten sich die Herren Simon und Joel als Ugandagegner, traten aber1 den Ausführungen des Referenten über die Palästinakoioiiisation. völlig bei. Die von dem Herren Michael, Israel, Stichel und Friedenheini gestellten Anträge auf Verschärfung der Resolution wurden, nach Ausführungen der Herren Estermann, Dil. Kalmus, Dr. Besser und Dr. Victor zurückgezogen. Hierauf gelangte die Resolution des Vorstandes e i n s t i m m i g zur Annahme. Der Vorstand hat sich wie folgt konstituiert: Gustav G. Cohen wie bisher Ehrenpräsident, Dr. Kalmus I. Vorsitzender, Estermann 2. Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr. Victor 1. Schriftführer, Dr. Besser stellvertretender Schriftführer, M.arguües Kassier, Dr. Huldschiner und Herr Sam. Cohn Beisitzer. Jassy. Societatea Zionista „Or Zion" Sectia „Dr. Max Nordau". Präsident Ph. Rosenstein, Vizepräsident H. Schmiel, Kassier J. L. Schlesinger, Sekretär Em. Biber. In seiner ersten Sitzung beschloss das neugewählte Komitee einen zionistischen Leseklub zu gründen, welcher am 15. d. M. unter Leitung des Rabbiners Herrn'Dr. Niemirower eröffnet und den Vereinsmifgliedern zur Benützung übergeben wurde. Die Begründung dieser Lesehalle hat ein tiefgefühltes Bedürfnis befriedigt. Der Verein „Or Zion", der seit 14 Monaten besteht, hat bereits 550 Mitglieder und konnte sich jetzt schon zum zweiten Male ins golden« Buch einschreiben. Es wurden im Laufe von 10 Monaten 12 Aktien unter den Vereinsmitgliedern verlost. Der Verein besitzt jetzt einen Fonds von 500 Franks, in Kolonialbankaktien, Angesichts der bevorstehenden Tagung des 7. Kongresses entfaltet der Verein eine bedeutende Tätigkeit durch Veranstaltung von Volksversammlungen, bei welchen die Führer der zionistischen Bewegung das Wort ergreifen. Am 20. d.M. a. S. fand wieder eine grosse zionistische Volksversammlung statt, bei welcher gegen 1500 Personen teilnahmen. Es sprachen die Herren: Rabbiner Dr. Nacht aus Foksani, Dr. K. Lippe, M. Schwarzfeld aus Bukarest Rabbiner Dr. J. Niemirower, Philipp Rosenstein, Isak Cohen. Es wurde über die Ostafrikafrage diskutiert und schliesslich folgende Resolution angenommen: „Das einzige Ziel der Zionisten sei, dem jüdischen Volke Palästina zu geben, Uganda werde, falls der Bericht der Kommission günstig ausfallen werde, mit Dank als provisorischer Zufluchtsort a^genomm^n werden." Philadelphia. Wie bereits gemeldet, werden die Poale Zion-Vereine vorn 29. April bis 1. Mai ihren ersten Kongress in Philadelphia abhalten. Die Sitzungen werden im Zion Institut und in der Washington Hall stattfinden; überdies wird im Anschluss an den Kongress am Sonntag Nachmittag im Columbia- Theater ein Massenmeeting veranstaltet werden. Den Hauptpunkt der Beratungen wird die Auffindung eines gemeinsamen Standpunktes für alle Poale Zion-Voneine sein; überdies soll über Mittel und Wege für die Propaganda und die Organisation beraten werden. Aus allen. Teilen Amerikas werden Delegierte erwartet. Ausserdem werden auf dem Kongress auch Redner aus Bielostock, Odessa und Riga das Wort ergreifen. Personalnachrichten. Unser hochgeschätzter Gesinnung * genösse Sigmund Pergamente r, der langjährige ver_ dienstvolle Obmann des „Zion" in Eger wird sich Montag. d*n 22. d. M. mit dem Fräulein Adele Weisskop^ Königsaal im Hotel Bristol in Prag vermählen. Wir gratV" lieren. Zwecks Nachahmung sei bekanntgegeben, dass dle ausgeschickten Einladungen Marken des Nationalfonds tragen. — Am 20. d. M. sind es 25 Jahre, seit Herr Oberkantor Igtiaz Rosner im Dienste der Gemeinde Hermanine-tec (Böhmen) steht. Da der Jubilar sich der grössten und allgemeiner Beliebtheit in der ganzen Umgegend erfreut, wird diese Feier Anlass zu wärmsten Sympathiekundgebungen geben. W«lt-Ö5bi»ooik. Aus London. L\ Mai. Es ist also ziemlich sicher, dass Balfour die Alienbill, die am Dienstag vor das Haus gelangt, noch in dieser Session zur Durchführung briogen will. Merkwürdig ist die Haltung d*r Liberalen in dieser Frage. Gerade hier, wo sie sich als Wahrer und Schützer moderner Anschauungen zeigen könnten, ziehen die Liberalen es vor, sich an der aktiven Opposition gegen den Gesetzentwurf nicht zu beteiligen. Der Entwurf in seiner gegenwärtigen Fassung bietet Personen die Landungsmöglichkeit, die aus sittlichen und kriminalistischen Grün-

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