Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 20 (19.5.1905)
- Date
- 1905-05-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., TUrkenstrasse Nr. 9. Tölephon H.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Hedaktion oder Administration : Wien, EX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preise der Aizeigen: laut aufii*g«nd*Mh Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abendi gesshloisen Einzelne Huwmtre 30 Heller. Ro71incnroicoa Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—-, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: lJÖ£U|jopi UlOO. 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Man. hat allerlei gemunkelt von Zwist igkeiten, Kämpfen und persönlichen Reibungen, die angehlieh diese Zusammenkunft unmöglich machen würden. „Gut Unterrichtete", wie sie selbst wenigstens sagten, wussten sogar genau anzugeben, welche Einzelpersonen, oder gar Landsmannschaften bei dieser Sitzung nicht erscheinen respektive sich vertreten lassen würden. Xim denn, das ist alles, von welcher Seite immer es gemeldet wird, nichts als eine verzweifelte Konjekturalpolitik, bei der oft nur der Wunsch der Vater des Gedankens war. Ton keiner Seite erfolgte irgend welche prinzipielle Absage, und wenn z. B. ein Mitglied unserer höchsten Körperschaft nicht vom mandschurischen Kriegsschauplätze zur Sitzung kommt, so ist seine Abwesenheit vielleicht doch natürlicher aus anderen Gründen zu erklären als etwa aus einer freigewolltcn Enthaltung. Das grosse A.-O. wird also den Bericht des leitenden Drei zehner-Aussen u sses und des Wiener A.-O. entgegennehmen und dann seine Beratungen abhalten und seine Vor schlage an den Kongress beschließen» Es ist natürlich, däss es zu sehr ernsten Diskussionen, zu wichtigen prinzipiellen Erörterungen kommen wird. Vor allem schon deshalb, weil der Bericht der Expedition, die zur von England in Ostafrika angebotenen ersten Male in seiner Gänze und Authentizität vorliegen wird. Zu sehr hat der Streit in dieser Sache aller Gemüter erhitzt, als dass er nicht jetzt noch bei diesen Beratungen nachzittern sollte, wenn, auch die Meinungen heider Streitteile längst geklärt und gefestigt sind. Vielleicht in innigerem Zusammenhange mit dem. Vorschlage des grossen A.-O., betreffs der Lösung der Ostafrikafrage, als gemeinhin angenommen wird, dürfte auch der Meinungsaustausch über die künftige Leitung stehen. Jedenfalls wird mit der Erledigung dieser zwei Beratungsgegenstände der wichtigste Teil der jetzigen Sitzung absolviert sein. Erforschung des Gebietes ausgesendet wurde, zum Der wichtigste Teil, aber noch lange nicht alles; denn die Bank und der Nationalfonds bedürfen ebenfalls gründlicher Beratung, wenn man den Beschlüssen und Anregungen des letzten Kongresses gerecht werden will. Und nicht zuletzt wird man sich auch über die vielfach verlangte Aenderung der Organisation auszusprechen haben und über die verschiedenen Mittel unserer Agitation. Voraussichtlich dürfte übrigens die Organisationsfrage und die Frage der künftigen Leitung, zum Teile wenigstens, zusanien behandelt werden. "Was aber auch das grosse A.-G. vorschlagen wird, es kann damit noch nicht behauptet werden, dass auch alles so vom Kongresse beschlossen werden muss. Wohl ist es wünschenswert, dass unsere Führer über alle die Anschauungen in unserer Bewegung so informiert seien, dass keine bei den wichtigen Beratungen übergangen werde. Ebenso wünschenswert aber, und mehr als wünschenswert, denn notwendig ist es, dass sie über den Parteiungen stehen und im wohlverstandenen Interesse unserer Bewegung allen. Extremen mit Festigkeit wider stellen. Wenn die Führung in einer mächtigen Hand liegt, wenn eine gewaltige Persönlichkeit, getragen von der Liebe und dem Vertrauen aller, auch Aussergewöhnliches und dies selbst nicht mit den gewohnten Mitteln anstrelit, dann wird das Volk ihm vielleicht gerne folgen und selbst manches ertragen, was es nicht begreift oder was ihm sogar direkt wehe tut, Da mag selbst ein Schritt, der zu Extremen führen könnte, noch immer möglieh und vielleicht manchmal auch tunlich sein. Wenn aber Meinungsverschiedenheiten in einer Körperschaft da sind, mögen sie auch im Interesse der Gesamtheit gemildert werden, dann gilt es, einen Weg finden, der für alle möglich ist, auf die Gefahr hin, dass eine allgemeine erträgliche Unzufriedenheit entstehe, nach der Meinung unseres verewigten Führers übrigens das Zeichen, dass man nichts und niemanden, bevorzuge. Wir haben aher das gar nicht nötig. Wir haben ja — und das kann gar nicht oft genug betont werden ■— eine Basis, welche die Extremen, seien es nun Chowewe Zion ältesten Schlages oder Territorial isten neuesten Datums, respektieren m ü s s e n, wenn sie unserer Organisation angehören wollen. Da sollte man meinen, dass diese Basis, unser gutes, bisher treu gehütetes Baseler Programm, nur einfach als unsere unverrückbare Grundlage