Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 19 (12.5.1905)
- Date
- 1905-05-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 wbic o wt it1 Seite Ö Der Kampf, welcher entbrannte, droht dem Zionismus in Russland den Todesstoss zu versetzen, das von. HerzL mit Einsatz serner ganzen Kraft unid seines Lebens aufgeführte Gebäude umzustürzen. Das veranlasst uns politische Zionisten, die wir die Grundsätze des Zionismus hoch und heilig hallten, den unter der Spitzmarke der „Zione-Zion" aufgetauchten Zionshütern mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Wir fordern sämtliche Stammesgenossen, die mit der zionistischen Bewegung im Sinne des Baseler Programms, im Sinne unseres grossen toten Führers sympathisieren, mit uns vereint der zersetzenden Arbeit obiger Partei die Spitze zu bieten. Wir fordern alle bewussten Zionisten auf, sich um uns zu scharen und unsere einzige freiheitlich-nationale Bewegung vor einem Versumpfen und irüneinlieitem in das stagnierende Bett der Chowewe Zion zu schützen-. Nur eine durch nichts beengte Auffassung des Zionismus, als einer Bewegung, die eine nationale Wiedergeburt erstrebt, nicht nur eine Wiedergeburt unseres Landes, sondern auch unseres Volkes, nur die g L e i c h z e i t i g e Arbeit für b e i - des ist der dchtige, vorgezeichnete Weg, auf welchem wir flaut Vorschrift unseres Führers und unsrer Kongresse weiter schreiten müssen .... In der Ueberzeugung, dass der von uns eingeschlagene Weg sowohl einer gleichzeitigen recht- und zweckmässigen Arbeit in Palästina als auch der Erhaltung unserer Nation durch Kreierung autonomer Territorien für die überall umherirrende« Volksmassen, dass dieser Weg uns eher zum Endziele, zur Erlangung unseres Heimatlandes führen müsse als der Weg» den die „Zione-Zion" einschlagen; in der Ueberzeugung, dass dieser Weg der einer befreienden, grossen Volksbildung ist, von der Sklaverei zur Freiheit und nicht von der einen Sklaverei in die« andere — bringen wir unser Programm zur allgemeinen Kenntnis: 1. Der Zionismus erstrebt als Endziel — eine rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina. 2. Der Zionismus hält es für notwendig, sich gleichzeitig nach Territorien umzuschauen, welche vorläufig geeignet wären, autonome, national jüdische Zentren zu schaffen. 3. Die Mittel der Nationalbank und des Nationalfonds müssen laut Statuten dieser Institutionen verwendet werden. 4. Eine zweckmässige, kolonisatorische Arbeit in Palästina ist auf rechtlicher Grundlage fernerhin anzustreben. 5. Def Zionismus befasst sich mit der Organisation und Vereinigung des ganzen Judentums, mit der diesem Zwecke dienendien Beschaffung örtlicher und allgemeiner Einrichtungen, entsprechend den jeweiligen Landesgesetzen. 6. Festigung des jüdischen Nationalgefühls und Selbstbewusstseins. 7. Vorbereitende Schritte zur Erlangung der Einwilligung der Mächte, damit das Endziel des Zionismus erreicht werde. Teure Gesinnungsgenossen! Die Feinde des politischen Zionismus, der einzig möglichen' Lösung der Juden frage, suchen überall unsere Gruppe zu diskreditieren, indem sie uns ail!& Zionsverräter hinstellen. Unser Programm aber lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass wir die Palästinafrage für keinem Augenblick aus dem Auge lassen, dass wir aber zugleich die gegenwärtigen dringenden Bedürfnisse des Volkes nicht ignorieren* indem wir bestrebt sind, das Nationalhewusstsein unseres Volkes wach zu erhalten, bevor wir Palästina erreichen. Dieser Standpunkt soll uns von denjenigen unterscheiden, die sich als „reine* Territorialisten'4 bezeichnen und eine jede Arbeit in Palästina aufgeben woien. Wir hoffen, dass das Volk begreifen wird, wer seine wahren Freunde sind. Wir hoffen, dass es -nüchtern und ohne Vorurteile zur Urne schreiten und bedenken wird, dass von der Wahl seiner Delegierten das Wohl und Wehe des Zionismus abhängt, für welchen wir mit übermenschlicher Arbeit im Verlaufe von1 7 Jahren gewirkt haben. Der Moment ist kritisch und gefährlich; möge ein jeder, im Bewusstsiein seiner Verantwortlichkeit, sich nicht durch hohle Phrasen beeinflussen, dem Verstand mehr als das Herz sprechen lassen. Das Bureau der Konferenz: Dr. Max Mandeilistanrm (Kiew), Präses. Rechtsanwalt Isidor Jassinowsky (Warschau). Rabbiner Reines (Lida). Dr. J. A. Stein (Elisabethgrad). Dr. Dorf mann (Odessa). Ingenieur Rones (Odessa). Journalist Paperin (Bielostok). Dr. Rosenblatt (Lodz). Dr. Awenowitzky (Odessa). Wir machen hiermit bekannt, dass unsere Gruppe sich konstituiert hat unter Vorsitz des Dr. Max Mandelstamm (Kiew). Wir bitten, um jegliche Auskunft sich an Dr. Dorfmanni, Odessa, Kolontaewskaja 26, zu wenden. Diejenigen Vereine, die unsere Anschauungen teilen, bitten wir, sofort, mit genauer Angabe ihrer1 Adresse, den Dr. Dorfmann (obige Adresse) davon in Kenntnis zu setzen. Nach Schluss des Blattes eingelangt. Judenhetze in Scliitomir. Am 9. Mai kam es in Schitomir zu grossen Judenexzessen. Den. Plünderern, die von der Polizei unbehelligt blieben, traten die Juden bewaffnet entgegen. Es kam zu blutigen Zusammenstössen. Die Anzahl der Toten und Verwundeten soll an hundert betrag-en. Die Exzesse sollen den seinerzeitigen Kischinewer Judenkrawallen nahekommen. ^FlbülK- Danksagung. Für die vielen und herzlichen Beweise der Zuneigung und des Wohlwollens, die uns die Bar-Mizwah unseres Sohnes brachte, allen Freunden und Genossen bester und treuester Dank! Mit treuen Zionsgrüssen Herr und Frau Dr. Salomon Krenberge r. Wien 8, Mai 1905.; * * Theodor Herzls zionistische Schrifter. Der „Jüdische Verlag", Berlin-Charlottenburg, teilt mit, dass infolge redaktioneller Ergänzungen der Erscheinungslermin von Theodor Herzls zionistischen Schriften um etwa 10 bis H Tage hinausgeschoben wird. 5fJ jj. * Verlag „Zion", Wien. Ab 12. Mai d. J. befinden sich ii^ Geschäftsun<1 Bureaulokalität^n des Verlages „Zion8 (Samuel Ins Ii cht), Wien, II/B, Stefaniestras^e 12. * # * Löbliche Eedaktion! In der Nummer 17 Ihres geschätzter, Blattes finden wir unsere Spende für den jüdischen National f'onds aus Anlass der Hochzeit des Herrn Ingenieur Rauchberger in Teschen im Sammelbogen Nr. 69y ausgewiesen« Es ist selbstverständlich, dass wir es als unsere Pflicht erachten, für den Nationalfonds nach Kräften unser Seherflein beizutragen. Dagegen aber müssen wir uns energisch verwahren, dass man unsere Namen in einem Spendenverzeichnis untrr der Marke „Zur Eintragung zionistischer Mittelschülerin Teschen"