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Die Welt · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 & %f it %Vf&> Waren, welche dem Verderbep oder starken Preisschwankungen ausgesetzt sind, keine Vorschüsse gewährten. Unsere Haupttätigkeit auf diesem Gebiete ist in Jaffa, dem Zentrum der Export- und Import-Geschäfte für Palästina. Es sind uns von verschiedenen Seiten Vorwürfe gemacht worden, dass wir die jüdische Kundschaft nicht genügend poussieren und unterstüzeu. Aber das ist nicht richtig. Wir tun alles Mögliche, um jüdische Kundschaft heranzuziehen und mit ihr in erster Reihe zu arbeiten, aber wir dürfen dabei die notwendige kaufmännische Sicherheit nicht aus dem Auge lassen und wir dürfen nicht ohne Prüfung alle Geschäfte machen, welche uns von jüdischen Kaufleuten vorgeschlagen werden. Zu beklagen haben wir dagegen, dass die jüdischen Wohltätigkeitsgplde.r. (Chaluka) nicht durch unsere Vermittlung überwiesen werden, respektive zur Auszahlung gelangen, wir hoffen aber, dass die betreffenden Institute mit der Zeit doch einsehen werden, dass sie am besten tun, sich damit an uns zu wenden. Einige Zeitungen brachten die irrtümliche Meldung, dass die Anglo-Palestine Company eine Dividende von 4 bis 4,1/2°/o pro 190* verteilen .wird. Diese Nachricht scheint auf einem Missverständnisse zu beruhen. Wir sind schon zufrieden, dass wir mit dem ersten Volljahr unserer Tätigkeit den Verlust des Gründungsjahres decken konnten, und zweifeln nicht, dass wir in der Zukunft einen angemessenen "Gewinn erzielen werden, Iii erster Linie sind wir auf die grösstmögliche Sicherheit bedacht , und verzichten gerne auf grosse Gewinne, wenn sie mit Eisiko verknüpft sind. Unser Bestreben ist darauf gerichtet, Handel und Industrie in gesunde kaufmännische Bahnen zu leiten, unserer Bank einen guten Namen zu erwerben, mit der Regierung in nähere Beziehungen zu treten, um uns eine gute Grundlage für unsere weitere Entwicklung zu schaffen* soweit dies die Verhältnisse in einem wirtschaftlich noch wenig entwickelten Lande wie Palästina gestatten. Wenn wir in fieser Hinsicht auch noch keine grossen Er folge zu verzeichnen haben, so können wir doch für den Anfang mit dem Erreichten vollkommen zufrieden sein. . > " * •i; y'■ ' -■'<■ ■ v. ■ ' Aufruf der Gruppe „politischer Zioriisten", die in Warschau am i4,/27.—15./28. März 1905 konferierte. Noch lange vor dem VI. Kongress konnte man zwei scharf voneinander geschiedene Strömuirgen irn Zionismus wahrnehmen. Die eine, die a 11 z i o n i s t i s c h e oder p a Ii ä - s t i n o p h i 1 e, die, andere — dies n e u z i o n.i s t i s c h e oder die Gruppe p o 1 i t i s c h e r Z i o n i s t e n., Während die erste Gruppe,..durch eine 20 Jahre lang fortgesetzte,' kleinliche, resültat- und rechtlose Kolonisation Palästinas night klüger gemacht, die Jungzkmisten immerfort in das alte, enge Flussbett der Chowewe Zion zuriiekzuzerren bemüht war, rafften sich, unter Führung Dr. Herzls, die jungziönisten zu. einer, freieren Anschauung ernpor, . indem sie das Heil des Judenvolkes nicht in einem Austausch des europäischen 'Golus mit dem asiatischen dolus Palästinas suchten, sondern mit einer rechtlich gesicherten Heimstätte, wo das Volk frei die in ihm schlummernden schöpferischen Beanla gütigen entfalten könnte. Diese Gruppe nun..verfocht auf Schritt und.Tritt das"'8^seler Programm, dessen Prinzipien darin gipfelten, dass eine, regelmässige. Entwicklung einer lebensfähi^en Nation hur auf e i g e n e m B od e n und nur unter Voraussetzung , einer S e. 1 b s t b esti.mmu ng. möglich, sei. Bis zum VI. Kongress, so lange unser, unverge.ssljcrier. Führer diplornatiscrie ^Beziehungen mit der Türkei und den andern Mäc lange, noch .im Zionismus, .die lfioiifhuri.g.( glimmte,'$is$'r e's''.«hs gelingen werde, für Palästina einen ChaVter zu ' erfäifige^f'kuf Grund, dessieii \*Hr uns autonom hätten einnchten köririeh, war der Siqg im' Kampfe:' mit den Chowewe^ Zion auf seiteh Äer politischen Zioriisten. Nun kam ah er der VI. Kongress. Es kain einerseits die niederchrnetterride Mitteilung Herzls, dass seine 7jährige diplomatische Arbeit r e s ü 11 a 11 6 s gefiliebieh, lind dass vielleicht noch ein Menschenalter verstreichen müsse, bis'es gelingen werde, miteiniger 'Aussicht auf Erfolg1 neue Poii-rpaflers 'in Betreff eines Charters anzuknüpfen, andrerseits sah "man die unerträgliche Lage der Jüdenmasseri"im unorganisiert^^ über den Ozean 'hervorruft, . eine Emigration, die, abgesehen" von vielen andern Uebelstä.nden und Gefahren, ripeh' die einer unaufhaltsamen Assimilation in sich'schliesst. Diese Sachlage rief im Zibhistehkongress die erste Frage wach: \#as ist nürii zu beginnen? Wie ist der Anforderung zu genügen, die das jüd. Volk an die einzig organisierte politische Gruppe 'innerhalb des Jüdehttiittlä Stellte, der Anforderung, die jüdische Nation als solche zu erhalten? Eine baldige politische Lösung dieser Frage in Palästina war ja nicht mehr zu erwarten; folglich mussten neue Wege und Mittel gesucht werden, um die emigrierenden Volksmassen dem Judentum zu erhalten. Vom Standpunkte des zionistischen Hauptprinzipes war die einzige Möglichkeit übrig geblieben, ad hoc ein Territorium zu erlangen, auf welchem sich Juden auf autonomer Grundlage niederlassen'und ausleben könnten. Mit einem solchen Projekt kam uns England zu Hilfe, indem es uns ein Gebiet der ihm in Ostafrika gehörendem Ländereien zur Niederlassung und Koloriisierung auf autonomer Grundlage anbot. Allen ist noch der schwere Kampf im Gedächtnis, welchen dieses Projekt im Kongress hervorrief. Einerseits konnten die treugesinnten politischen Zionisten es nicht so leicht überwinden, dass die Erlangung des Charters in eine unbestimmte Ferne hinausgerückt werden musste; sie wollten sich daher an irgend eine Arbeit in Palästina festklammern, um das Gefüni einer enttäuschten Hoffnung irgendwie zu'betäuben; andrerseits'erhoben die' Chowewe Zion ihr Haupt, begannen laut den Bankrott des pohtischein Zionismus zu verkündigen; sie rücken, als scheinbare Sieger, aufs neue mit ihrem alten Programme heraus, dem Sklavenprogramm des „Sicheinschmuggeins4', der Kreierung in der Luft schwebender Kolonien auf philanthropischer Grundlage, mit einem Worte, der kleinlichen Bakschisch- Arbeit, die bisnun, im Verhältnis zu den vergeudeten materiellen Mitteln, solch klägliche Resultate zeitigte. Indem sie sich in die Brust schlugen und die sogenannten Jasager, mit Herzl an der Spitze, schon deshalb allein^ dass letztere das Ostafrikaprojekt zur Prüfung annahmen,' zu Verrätern an der heiligen Sache des Baseler Programms stempelten, ignorierten diese Herren Chowewe Zion, die sich bisnun in das Gewand politischer Zionisten gekleidet hätten) die G ru n d l a ge des B a s e 1er P r o g r a m in s,' «des Zionismus überhaupt, des politisch-nationalen Charakters desselben, stellten das* ganze Programm auf den Kopf, den . Hauptpunkt — die rechtlich g e s i c h e r t e Hei m s t a 11 e — auf die allerie t zte S teil e, um die Besiedlung Palästinas nach a 1 t ein, ver - k r a cht e m Muster — an d i e e r sie Stelle z u se t z e n. Auf dieser Grundlage kam die kriegerische Gruppe der rechtgläubigen Palästin ophilen zustande, die sich „Zione-Zion" (leerer Pleonasmus!) nannte. Diese: Herreh, welche sich der Schekelkässe und der fussischen zionistischen Organisation bemächtigten, begannen) einen wüteriden Kampf gegen alle diejenigen,; welche ihren 'Änsehauungien nicht huldigen, "nahmen zu einem eigentümlich Zuflucht, indem sie ihren Gegnern erschwerten- oder'''nürhö^ficti'' mächen,' Schekelnlocks zu bekorftmeh,' und zugleich <liei Hauptstatuteir der zionistischen Organisation z. B. -dädufrfc'h "verletzten, dass sie in den Ray6ns, dereni vorn kongress' ernannte Vertreter 1 zü den Jasagern zählen, Nebenregierurigen ' eihsetztemf fi f s a t z in ä nute r n die Ü&fvi&iii desi'*feevölimäcli'tigteiii erte'ilierirääihft sie die ■Wirksamkeit erste^er dutrehkreuzen- '#;l§icr '!''?i' ';

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