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Die Welt · 1905-03-03 · 9 (3.3.1905) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
9 (3.3.1905)
Date
1905-03-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zurückgesendet. ♦ Sprechstunden der Redaktion täglich von 10—Vil2 Uhr. * Preist der Anzeigen: laut aufliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abends geschlossen Einzelne Nummern 80 Heller. Rft7IMQnraicftV Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: UC£U|Jd|JI GIOG. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.— halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 9. Wien, 3. März 1905. — 26. Adar 5665. 9, Jahrgang. Mitteilung des Aktionskomitees. Ueber mehrere Anfragen wird erklärt, dass nur die Landeskomitees und solche Körperschaften, welche keinem Landeskomitee unterstehen, den Schekel an die jüdische Kolonialbank für das A,-Gt abzuführen haben. Vereine und Distrikte, welche einer Landesorganisation angehören, haben den Schekel dem betreffenden L.-K. abzuführen. Theodor Herzls sämtliche zionistische Schriften. Der zionistische Nachlass Theodor- Ii erzls wird, wie uns mitgeteilt wird, herausgegeben von Prof. Leon Kellner, im Monat April d. J. erscheinen. Das Werk wird zwei Bände umfassen und den Titel „Theodor Herzls sämtliche zionistische Schriften" führen. Es wird alle bedeutenden Aeusserungen des Zionistenführers, wie sie im handschriftlichen Nachlass und in Publikationen und Reden vorliegen, enthalten, dazu den (im Buchhandel jetzt vergriffenen) „Judenstaat". In seiner Zusammenstellung wird das Buch nicht nur ein wertvolles, bleibendes Andenken der Zionisten an ihren dahingeschiedenen Führer, sondern auch den bedeutsamsten Beitrag zur Erfassung seiner Peisönlichkeit und zur Geschichte der von ihm geleiteten Bewegung darstellen. Das Sammelwerk wird im Jüdischen Verlage, Berlin (Charlottenburg, Herderstrasse 3—4), erscheinen. Mitteilung des Aktionskomitees. Das zionistische A.-G. hat die Demission des Sekretärs des Kongressbureaus, Herrn A. H. Reich, genehmigend zur Kenntnis genommen. Im Auftrage des A.-G.: Dr. Leopold Kahn. O. Marmorek. Wien, 28. Februar 1905. Zeit- und Streitfragen im Zionismus. Der Zionismus befindet sich in einem Gärungszustande. Man spricht auch von einer Krisis, die man gewöhnlich auf zwei Ursachen zurückführt: auf den Vorschlag der englischen Eegierung und auf den. Tod unseres genialen Feldherrn. Und doch glauben wir eher von einem Gärungszustande als von einer Krisi s sprechen zu sollendem tatsächlich handelt es sich jetzt nicht um etwas Zufälliges, sondern um das grelle Hervortreten von. Erscheinungen, die schon seit langer Zeit in unserer Bewegung vorhanden waren. Weder die ostafrikanische Frage noch das Verschwinden des Führers können den jetzigen Zustand im zionistischen Lager vollauf erklären. Liest man die westeuropäische zionistische Presse, so kann man zum Glauben verleitet werden, es handle sich, überhaupt nur um eine reine Organisationsfrage — ob Wien, Berlin oder London — öder höchstens darum, ob man den Bericht der Ugandakonrmission abwarten soll oder nicht. Verfolgt man aber genauer die osteuropäische zionistische Literatur — nicht bloss die offizielle oder offiziöse — dann muss man zugeben, dass es sieh um viel wichtigere, jedenfalls umfangreichere und folgenschwerere Probleme handelt. Dann wird es auch klar, dass die anderen Fragen — Organisationsimd Ugaiidafrage — den Grundproblemen des Zionismus untergeordnet sind. Wir halten es geradezu für ein Unglück, dass die westeuropäischen Zionisten, nicht genau mit allen Strömungen des osteuropäischen Zionismus vertraut sind, denn es handelt sich ja nicht um theoretische Spitzfindigkeiten, sondern um eminent praktische Dinge, die auf die künftige Gestaltung des Zionismus von grösstem Einfluss sein können. Wird der nächste Kongress Entscheidungen treffen, ohne die genaue Kenntnis aller Strömungen und Unterströmungen zu besitzen, so wird die Krisis kein Ende nehmen, denn das Leben mit seinen realen Forderungen ist stärker und mächtiger als menschliche Entscheidungen, und mögen sie noch so klug und genial sein. Wir wollen versuchen, die Grundursachen des jetzigen Zustande«, speziell in beziig auf den osteuropäischen Zionismus,, hervorzuheben, um so eine Basis für eine richtige Lösung der Krisis zu schaffen.

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