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Die Welt · 1905-02-17 · 7 (17.2.1905) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
7 (17.2.1905)
Date
1905-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Redaktion und Administration: WIEM IX., Türkenstrasse Nr. 9. Tölephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskript« nicht zurückgesendet. Prtisi dor Anztigen : laut aufliegendem Tarif. Der Inseratenteil wird Dienstag abends geschloiser, Einzeln« Nummern 30 Heller. Sprechstunden der Redaktion tägJich von 10—^12 Uhr. * Rp7linQnrPlCOB Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: &J>l/£.uyo|JI öiöC- Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk, 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.-— halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig DolL 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 7. Wien, 17. Februar 1905. — 12. Adar 5665. 9. Jahrgang. ä Mitteilung des Aktionskomitees. Ueber mehrere Anfragen wird erklärt, dass nur die Landeskomitees und solche Körperschaften, welche keinem Landeskomittee unterstehen, den Schekel an die jüdische Kolonialbank für das A.-C. abzuführen haben. Vereine und Distrikte, welche einer Landesorganisation angehören, haben den Schekel den betreffenden L.-IC abzuführen. Offener Brief an das Wiener Aktionskomitee. Meine Herren! Die Expedition, welche ausgesandt wurde, um das Gebiet zu erforschen, das uns von der britischen Regierung zum Zwecke der Gründung einer jüdischen Niederlassung angeboten wurde, hat nun den Schauplatz ihrer Nachforschungen erreicht; der Moment seheint 'dalier gekommen zu sein, um diesen Vorschlag einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, und unter anderem denselben im Verhältnis zu unserer Bewegung einerseits, und unsere Bewegung im Verhältnis zu dem Vorschlage andrerseits, zu erwägen. Unter diesen Umständen hoffe ich, da>-s ich nicht anmassend erscheine, wenn ich dieses Schreiben an Sie richte, namentlich, da es mir zugefallen ist, die1 Verhandlungen zu führen, infolge deren uns der Vorschlag gemacht wurde, und wesentlich zu der Aussendung der Nachforscliungskommissio.il beizutragen, ich lege Ihnen meine persönlichen Ansichten vor als einen bescheidenen Beitrag zu einem endgültigen Plan, der durchaus auf dem nächsten K.ongress gefasst werden müsste. Ks ist natürlich höchst unwahrscheinlich, dass irgend eine Politik, für die wir uns entscheiden sollten, die ganze Bewegung für sich gewinnen wird. In allen grossen nationalen Bewegungen, wie die unsrige, ist es fast unvermeidlich, dass sich starke entgegengesetzte Strömungen bemerkbar machen. Dies beschränkt sich nicht auf Juden oder auf Zionisten. Zu allen Zeiten hat sich dies unter denselben Umständen gezeigt. Ich weiss von keiner Bewegung in der Geschichte der Welt, die mit der unsrigen verglichen werden kann, welche nicht mit innerem. Zwist zu kämpfen gehabt hat. Und das ist natürlich. Grosse Bewegungen.mit ^ros^n Ideen, deren. Gegenstand grosse Möglichkeiten sind, ziehen nicht geistige Schwächlinge an, in deren winzigem Geist kein freier Gedanke Raunt findet, deren Ansichten so flach und deren Prinzipien so schwach sind, da,ss sie jederzeit bereitwillig dem beständigen Verlangen nach persönlichem Behagen, das ihr (lauerndes Ideal ist, zum Opfer fallen. Es war unvermeidlich^ dass, sobald sich der Zionismus als praktische Bewegung herausstellte, Zwistigkeiten entstehen würden. Es ist oft behauptet worden, dass der ostafrikanische Plan Uneinigkeit in unseren Reihen hervorgerufen hätte. Dies entspricht aber nicht ganz den Tatsachen. Jeder praktische Schritt, den die Bewegung getan hat, hat mehr oder minder heftigen Widerstand hervorgerufen. Dass im Zusammenhang mit Ostafrika dieser Widerstand auf beiden Seiten stärker und ausgesprochener ist, als bei irgend welcher früheren Gelegenheit, beweist nichts für oder wider dieses Unternehmen. Es beweist nur, dass es das wichtigste ist, mit dem wir es zu tun gehallt haben. Glücklieherweise zeugt es auch für die Lebenskraft der national]irdischen Bewegung, deren Ausdruck der Zionismus ist. Wenn daher auch in diesem ganzen Widerstand nichts liegt, das uns entmutigen sollte,, so ist es trotzdem unsere Pflicht, darnach zu streben, zu einer Politik zu gelangen, welche, in Uebereinstimmung mit unserer Pflicht gegen das jüdische1 Volk und mit den Idealen, die wir uns zu eigen gemacht haben, unsere Bewegung zu künftigem Gedeihen und endgültigem Triumphe führen wird. Ich bin a.uch nicht der Ansieht, dass Beratungen über den ostafrikanischen Plan verfrüht sind, solange wir den Berieht der Kommission noch nicht besitzen. Wenn der Bericht ungünstig ist — wenn uns die Kommission, .mitteilt, dass sich, das Gebiet nicht zu einem Mittelpunkt jüdischer Niederlassungen eignet — so werden die Zustände, die der 'Plan beseitigen soll, in keiner Weise gebessert werden. Eine der ernstlichen Gefahren unserer Bewegung wird bestehen bleiben, eine Gefahr, die, wie ich fürchte, von verschiedenen Seiten tatsächlich als Rettungsanker begrüsst worden ist, und die oft mit Gleichmut betrachtet wird, wenn auch nicht vom menschlichen, so doch vom nationalen Gesichtspunkte. Diese Gefahr ist die beständig wachsende Unhaltbarkeit der Lage des jüdischen Volkes in der Welt. : Ii'

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