Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 5 (3.2.1905)
- Date
- 1905-02-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 „bie * weit Seite 11 Wien. Zionistisches Seminar des Vereines zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl« (IL, Förstergasse 8). Freitag, 3. d.: Mg. techn. Kohn: Palästinakunde. Samstag, 4. d., 7 Uhr abends: „Politik des Zionismus*, Herr Dr. Paul Weisengrün: „Zur Lage". Die verehrlichen Studentinkorporationen' werden eingeladen, zu diesem Thema in der Diskussion Stellung zu nehmen. Sonntag, 5. d., 10—12 Uhr vorm.: Herr M. Berkowicz: Hebräischer Elementarkurs. Montag, 6. d.; Mg, agr. Gold: Jüdische Statistik. Mitwoch, 8. d.: Herr ß. Lifschitz-Pethach-Tikwah: Hebräischer Konversationskurs. Die Vorträge beginnen ausser Samstag und Sonntag um V2S Uhr abends. Gäste stets willkommen. Wien. Der zionistische Losverein und der Einzelverein »Leopoldstadt-Praterstrasse" bringen zur Kenntnis, dass jeden Mittwoeh (mit Ausnahme eines solchen vor einem Feiertage) im reservierten Klublokal des Cafe Orient, IL, Praterstrasse 66, gesellige Zusammenkünfte ihrer Mitglieder stattfinden. Jedesmal Diakussion oder Vortrag. Gäste willkommen. Mittwoch den 8. Februar halb 8 Uhr Generalversammlung des Einzel verein es. 8 Uhr Generalversammlung des Losvereines. — Bericht über die letzte Versammlung folgt nächste Nummer. Wien. (Israelitische Kultuegemeinde.) Donnerstag den 9. Februar findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag aus der Geschichte der Juden statt. Thema und Referent werden durch die Tageszeitungen bekanntgegeben. Berichte« Wien. (Versammlung der jüdischen Studentenschaft Wiens.) Am 29. d. M. fand die von dem jüngst gegründeten Studentenverband einberufene Studentenversammlung statt, an der sämtliche Verbindungen und Vereine und sehr viele nichtinkorporierte Studenten teilnahmen. Der Obmann des Verbandes L ö h n e r begrüsstedieErschienenen und teilte mit, dass eine Vereinigung sämtlicher Verbindungen und Vereine mit Ausnahme der „Theologiau,„Esperanza" und „Herzlonia", zustande gekommen sei. Es sei jedoch nicht die Absicht, einen festen Verband zu bilden, sondern bloss einen Zusammenschluss zu gemeinsamem Vorgehen in Hochschulangelegenheiten. Zuckermann beantragt, den gefallenen Opfern der russischen Revolution die Sympathien der jüdischen Studentenschaft auszudrücken. Dr. Piekarski ersucht den Obmann, ihm genaue Auskunft über das Programm zu geben, worauf ihm dieser erwiderte, dass die Vertreterschaft keine reine zionistische, sondern eine allgemeinjüdische sei, es sei jedoch auch darüber nichts Festes beschlossen, sondern die Diskussion des Abends soll etwas Positives zeitigen. Schlesinger verlangt, „dass die Vertreterschaft eine allgemein jüdische und nicht rein zionistischetf sei. Fi sc hl erklärt, dass die fUnitas* der Vereinigung nur dann beitreten werde, wenn sie allgemein jüdisch sei, da sie doch in zionisticis einen Arbeitsausschuss hätten. Aufgabe der Vereinigung sei die Vertretung der gesamten jüdischen Studentenschaft auf der Aula. Gottfried ist gegen die Ansicht Fischls und wünscht eine rein zionistische Arbeit. Vor allem möge man dahin arbeiten, ein Studentenheim zu gründen. Carniol verlangt Gründung zionistischer Seminarien und Veranstaltung grösserer Diskussionsabende. Sc hie sin g er erklärt nochmals im Namen der „Rede- und Lesehalle", nicht beitreten zu können, da es dann gegen ihre Statuten wäre. Dr. Piekarski spricht sich für eine zionistische Vereinigung aus, wodurch die Zwistigkeiten zwischen den östlichen und den westlichen Studenten aufhören werden. Herz wünscht einen Hochschulausschuss, um den antisemitischen Tendenzen des d eutschen entgegen zuarb eiten .Nussbaum wünscht nur inn er e zionistische Arbeit. Zuckermann ersucht, die Gründung eines Studentenblattes in Erwägung zu ziehen. Schliesslich wird beschlossen, dass der Ausschuss in allgemeinjüdischen Angelegenheiten Schlesinger als Vertreter der Rede- und Lesehalle zuziehen, in zionistischen dagegen ohne denselben beraten solle. G. Smolenskyabend und Chamischa-Assarfeier des Vereines zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl". Am 21. d. M. feierte der Verein „Theodor Ifeirzl" den 20. Todestag des Schriftstellers und Vorkämpfers der zionistischen Idee Perez Smolensky. Nachdem der Obmann des. Vereines Herr Gottfried die zahlreich erschienenen Gäste wanm begrüsst und auf den Zweck des Abends hingewiesen hatte, ergriff der Festredner Herr Berkowicz das Wort zu seinem Vortrage. In trefflicher und meisterhafter Weise entwarf er ein Bild von der Persöndichkeit dieses grossen Mannes. Die Aiisführmigetf des Redners fanden stürmischen Applaus. Herr Löhn er („Kadirnah") dankte im Namen seiner Verbindung für die Einladung zur Feier desjenigen Mannes, der ihr als Symbol ihrer künftigen Arbeit den Namen „Kadiimah", „ostwärts, vorwärts", beigelegt hat. An diesen Erinüierungsabend hat der Verein eine Chamischa-Assarfeier geknüpft, deren Wesen und Bedeutung Herr Greller1 in schwungvollen Worten schilderte. Kravi'ervirtuose F i s n. c r trug einige Stücke am Klavier vor, welche reichen Beifall, ernteten. Herzlich waren auch die Worte des Herrn Smolensky, des Bruders des Dichters, mit welchen er dem Vereine für die Feier dankte. Durch eine Jargonskizze Lewiiis über Chamischa-Assar fesselte Herr Schapira die Anwesenden. In dem Schlussworte kam Herr Car'jiiol'auf das Chamischä-Assarfest zurück und forderte, die 'Anwesenden auf, alle ihre Kräfte in den Dienst des Zionismus zu stellen. L. S. M.^ Wien. „Verein zionistischer Frauen und Mädchen in Fünfhaus". Am 26. Jänner Jour. Glänzendes Referat der verdienten Präsidentin des Vereines, Frau Fanny W^iss, über „die jüdischen Kolonien in Palästina*. Die Vortragende entwarf auf Grund eigener Bobachtung und unmittelbarer Berichte eine Schilderung, welche alle Seiten des Lebens umfasste. Herr ach ergab eine Sammlung für den Nationalfonds sechs Kronen, bestimmt zur Einschreibung ins goldene Buch. 5 Damen bestellten Sammelbüchsen. Prag, Jüdischer Frauenverein. Am 5. Janner hielt Herr Di\ Bergmann, Advokat, Pardubitz, eitlen Vortrag über das Thema: »Mit oder ohne Charter?" Das zahlreiche Publikum folgte mit grossem Interesse den fachlichen Ausführungen des Referenten, die darin gipfelten, dass es besser sei, den Charter abzuwarten, bevor mit der Besiedlung Palästinas begonnen werde. An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Debatte. Für den Nationalfonds wurden 13 K gesammelt. S. R. Buczacz. Am 21. Jänner d. J. fand die Generalversammlung des Vereines „Zion" statt, auf der Gg. Weinreb Bericht erstattete. Schkolim wurden ^esaminelt 110 und dem Nationalfonds 300 Kronen abgeführt. 25 russische Emigranten unterstützt. Vorträge hielten die Gg. Fried, Dr. Rosenmann, jur. Silbersehein, Antler und Weinreb. Von den Veranstaltungen sind hervorzuheben, eine allgemeine und eine volkstümliche Makkabäerfeier, eine Maimonidesfeier, an der viele Chassidim und der Kultuspräsident teilnahmen. Der Verein zählt 110 Mitglieder und erfreut sich in der Stadt allgemeiner Sympathie. Gewählt wurden: Obmann E. Eisenberg, Obmannstellv. L. Fried, Schriftführer jur. Weinreb, Kassier jur. A. Stern, Vertreter L. Pompan, Ausschussmitglieder J. Freud, M. Ch. Stern, J. Weisser, Ch. A. Blaukopf, Bibliothekare Weinreb und Schapira. Zeitung <verweser Weinstock. Den Gg. Eiaenberg, Fried, Weisser, Schapira und Weinstock wurde auf Antrag des S. Weinreb der Dank für ihre eifrige Tätigkeit ausgedrückt. Sopran. (Oedenburg.) Der Verein Agudath Zeire Lijonim* hat beschlossen, sich dem hiesigen .Misrachi" nicht anzuscbliessen, sondern in eigenen Lokalitäten eine auf die Kreise der Jugend gerichtete Tätigkeit zu entfalten. Dolnja-Tuzla. Nach langjähriger harter Arbeit gelang es endlich, einen „Jüdischen Jugend verein" zu begründen. Die jüdischen Mitglieder des nationalkroatischen Vereines „Majevica* traten aus demselben aus und schlössen sich dem jüdischen Verein an. Nur ein einziger „gesinnungstreuer" Jude verblieb im kroatischen Vereine, wo er doch nichts zu suchen hat. Aus Galatz. Herr J. Goldenhirsch, Kolonist aus Pesah- Tikwah, traf vor einigen Tagen hier ein und unternimmt von da aus Reisen ins Inland, um die Palästinaer Produkte in Rumänien einzuführen. Der Versuch war günstig, indem Herr Goldenhirsch für einige hundert Kisten Orangen, die er mitgebracht hatte, in Galatz und in den benachbarten Städten bald Abastz fand und verschiedenerseits auch weitere Bestellungen erhielt. Die Jaffaer Orangen sind im Engrospreise wohl ein wenig teurer als die hier gangbaren Orangen anderer Provenienzen, erweisen sich aber dennoch am Markte als konkurrenzfähig, und zwar durch deren unstreitbar vorzüglichste Qualität. In Galatz gingen mehrere Mitglieder der 7,Kadimah"Hrn. Goldenhirsch beim Verschleiss der Orangen in vollkommen uneigennütziger Weise an die Hand. Den weiteren kommipsionsweisen Verkauf fürGalatz und Umgebung hat ebenfalls ein Mitglied der „Kadiinah'1 und zwar Herr M. Margulies übernommen. Wir wünschen alle diesem Unternehmen besten Erfolg. — Die hiesigen Sektionen „Sam. Pineles% ,.Kadimaha, und ,Max Nordau", veranstalteten am 15. d. M. ein „Matineul-Literar", das von einem sehr zahlreichen Publikum besucht wurde. Die Herren