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Die Welt · 1905-01-27 · 4 (27.1.1905) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
4 (27.1.1905)
Date
1905-01-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 „bie # w^it" Seite 11 fjas der Biegung. Gedenket des Sohekeis! Fünfter Delegierentag des Niederländischen Zionistenbundes. Am 25. Dezember 1904 fand im Maison Fryda in Amsterdam der fünfte Delegiertentag des Niederländischen Zionistenbundes statt. Die Versammlung war stark besucht von vielen Delegierten aus allen Teilen des Landes. Zum Vorsitzenden des Bundes für das Jahr 1905 wurde erwählt Herr Sigmund Seeligmann in Amsterdam. Dieser widmete in seiner Eröffnungsrede zuerst der Erinnerung an Dr, Herzl Worte voll warmer Empfindung und besprach Fodann die Vorschläge des Vorstandes, welche die Verschärfung der Zentralisation zum Zwecke haben. Als Kandidat für den Posten des zu ernennenden Vertrauensmannes wurde Herr J. H. Kann im Haag vorgeschlagen. Die Jahresberichte des Bundes und der Propagandakommission rühmten den allgemeinen Zustand als befriedigend: neue Ortsgruppen sind gegründet worden* Die Zahl der Mitglieder ist fast verdoppelt und das Interesse an der Bewegung wächst fortwährend. Weniger optimistipeh war der Jahresbericht des Kommissärs des N.-F., Herrn Aronowitz, da verhältnismässig nur wenig gesammelt wurde. Nur behauptete Herr Aronowitz, der Zustand habe sich nach Juli gebessert. Es kamen hernach viele Anträge des Landeskomitees und der Ortbgruppen zur Behandlung. Zuerst einige Anträge über die finanziellen und privaten Verhältnisse der Ortsgruppen dem Vorstande gegenüber. Eine sehr angeregte Debatte entstand über einen Antrag der Ortsgruppe Groningen, lautend: „Der Niederländische Zionistenbund eprichtalsseine MeinuDg aus, dass das Schijessen einer Mischehe unvereinbar ist mit der Propaganda für den Zionismus. Der Vorstand möge diesen Beschluß den anderen Landesorganisationen bekanntgeben mit der Bitte um Zustimmung". Inden Debatten wurde namentlich hervorgehoben, dass es unmöglich sei, diesen Antrag anzunehmen, da er nur einen der vielen Grundsätze voraussetze, über welche roch kein zionistisches Programm entschieden hat: durch Besprechungen über diesen Punkt könne man also augenblicklich nicht zu einem R*fu1tate gelangen. Groningen nahm sodann in der Erwartung einer solchen Entscheidung seinen Antrag für ein Jahr zurück. Dem Streben des Mi srachi, unter den Orthodoxen Mitglieder zu gewinnen für die zionistische Organisation, wurde auf Antrag Groningen Sympathie bezeigt. Es wurde aber abgelehnt ein Antrag Groningen, der Vorstand möge diejenigen Oberrabhiner, welche in dem bekannten Communique* den Zionismus verurteilt haben, auffordern, diese Verurteilung näher zu begründen, üeber diesen Antrag wurde keine Debatte gestattet. Der Propagandakommission wurde Herr Dr. A. van Raalt* in Dordrecht zugefügt und nach dem Singen der „Hatikwoh* die Versammlung geschlossen. Voranzeigen. Wien. (Einzelverein „Mariahüf-Neubau".) Im Vereine wird am 1. Fehruar d. J. 8l/s Uhr abends im separierten Saal des Cafe" Mariahilf, VI., Marian)Iferstrasse Nr. 89 a, Herr Dr. S. Krenberger einen Vortrag über die gegenwärtige Lage des Zionismus halten. Gäste willkommen. Wien. Verein zionistischer Hoohschüler,Theodor Herzl". Samstag den 28 d. M. 7„8 Uhr im Vereinslokale (IL Förstergasse 8) Vortrag des Mg. J. Schmui: Die Chassidim. Gäste willkommen. Wien. („Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter/) Sonntag den 29. d. M. um halb 4 Uhr nachmittags findet im Saale des Kongressbureaus, IX., Türkenstrasse 9, die VIII.ordentliche Generalversammlung statt. 1. Rechenschaftsbericht, 2. Kassabericht, 3. Bibliotheksbericht, 4, Neuwahlen, 5. Eventuelles. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Berichte. Tepütz-Schönau. Jüdischer Volks verein „Zion.8 Samstag den 21. d, M Versammlung mit Herrn Dr. Kahn als Sprecher» Frau Sidonie Kahn, die mit grosser Spannung erwartet worden, Hess sich zum grossen Belauern der Versammlung krankheitshalber entschuldigen- Herr Dr. Kahn sprach in eineinhalbstündiger Rede über: „Das Welträtsel der Judenfrage und deren Lösung8 mit gewohnter bezwingender Meisterschaft. Schwer und eindringlich türmte er Gedanken auf Gedanken, immer fester packte er die Hörer; die zwingende Lo^k seiner Worte, die Tiefe seines Gefühls und der Reichtum seines Wissens, besonders seines jüdischen Wissens, band Hörer und Redner in innigem Kontakt. Stürmischer Beifall unterbrach wiederholt seine Rede, lohnte ihn am Ende derselben. Hierauf Diskussion, auf gegnerischer Seite nur von Sozialdemokraten geführt — die Führer der Antizionisten, die in geschlossenen Versammlungen sehr mutig sind, hatten sich nicht hervorgetraut — und zwar in ruhiger und sachlicher Art. Ihnen antwortete ausser einigen Vereinsmitgliedern wiederholt der Redner des Abends indem er darauf hinwies, dass der Gegensatz zwischen Sozialdemokratie und Zionismus nur in Personen der ersteren und nicht in prinzipiellen Anschauungen begründet sei. Der Abend war von 2- bis 300 Personen besucht und bedeutet in unserem gegenwärtigen Kampf einen grossen moralischen Sieg, eine Festigung unserer Stellung und unseres Zusammer hanges mit der jüdischen Bevölkerung. Dies danken wir Herrn Dr. Kahn. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria".) Bei dem Sonntag den 22. d. M. stattgefundenen literarischen Nachmittage hat Herr Dr. Paul Weisengrün über das Thema „Der Zionismus am Scheideweg11 einen Vortrag gehalten. Der Referent unterzog die Bewegung bis zum Tode Dr. Herzls einer Kritik und entwickelte sodann ein ausführliches Zukunftsprogramm, das lebhafte Zustimmung seitens der Anwesenden fand. Troppau. Am 17. Dezember v. J. veranstaltete unser rühriger Verein „Jeschurun" seine diesjährige Makkabäerfeier» Unter den alle Plätze füllenden Anwesenden befand sich Ehrw. Dr. Blüh, Religionsprofessor Dr. Huss und Oberlehrer Blatt. Der Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde Dr. Sonnenschein hatte sich schriftlich entschuldigt. Nach der Begrüssung durch den Obmann Carl Weinreb eröffnete Oberkantor Singermann die Feier mit d^m kunstvollen Vortrage der Simonsarie aus „Judas Makkabäus*. Gg. Fritz Ekstein sprach einen Nekrolog auf Dr. Herzl, der in die Aufforderung ausklang, dem Wege unseres teuern Führers zu folgen. Dr. Hahn aus Wien hielt die Festrede, die grossen Beifall gewann. Prof. Frankl aus Mähr.-Ostrau trug Gedichte von Rosenfeld und Donath unter grossem Beifall vor. In bester Stimmung schloss der Abend. Ung.-Hradisch. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Achiwah", veranstaltete am 27. Dezember 1904 in Ung.-Brod eine Makkabäerfeier. Festrede kand. phil A. Freud. Die trefflichen Ausführungen des R^dneis regten eine interessante Diskussion an, an welcher sich unter anderen auch der Kultusvorsteher beteiligte. — Besonders haben zur Feier beigetragen: Frl. Grete Löwy durch zwei schöne Lieder und Klaviervortrag, Frl. Paula Strauss durch Rezitation von Herzls Menorah und Herr Emil Weil jur., durch Violinvortrag. Die Feier brachte dem Nationalfond K 61. Itzkany. Eine Anzahl aus dem hiesigen Vereine ,Tikwath Zion* ausgetretener Mitglieder haben in der am 3. d.M. unter dem Vorsitze des Herrn S. Hellmann abgehaltenen Versammlung die Gründung eines neuen Vereines unter dem Namen „Zion* beschlossen. Provisorisches Komitee: S. Heitmann und R. Cbajes, A. Rössler, M. Dische und I. Blum. Rymanöw. Am 8. Jänner im Lokale des „Achwah" Makkabäerfeier. Fiel sehr gut aus. Programm: 1. Einleitungs-Agitationsrede des Gesinnungsgenossen Chili; 2. Vorlesung der vom Distriktskomitee neulich zugesandten und vom Vorleser in den Jargon übertragenen neuen Organisationsstatuten von Gesir.runpsgenossen M. Wolf; 3. „Ueber die Geschichte der Makkabäer* von Gesinnungsgenossen S. Sandhaus aus Sanok; 4. Violinsolo des Gesinnungsgenossen Rübenfeld aus Sanok. Serajewo. Am 10. Dezember v. J. Verein „Bene-Zion". Makkabäerfeier im Saale der spaniolischen Schule. Festredner Spanisch Bernardo L. Pinto, Vereinspräsi«1ent; deutsch Dr. med. Alexander Friedmann, A. H. der „Ivria*. Grosse Beteiligung des gesamten jüdischen Publikums. Sammlung für den Nationalfonds. Nürnberg. Sonntag, 15. Jänner, wurde im Cafe Kurländer, Fürth, eine Ortsgruppe Nürnberg-Fürth mit dem Sitze in Nürnberg gegründet. In den Vorstand wurden die Herren Dr. G. Blöde. Nürnberg, als I. Vorstand, S. B. Heinemann, Nürnberg, als Schriftführer, E. Oberndorfer, Fürth, als Kassier gewählt. Es haben sich 20 Herren sofort als Mitglieder angemeldet und sind für nächsten Versammlungsabend weitere Anmeldungen zu erwarten. Regensburg. (Zionistische Vereinigung E. V.) Samstag den 14. d. M. Generalversammlung. Ausschuss: R. Weiner, I. Vorstand; J. Strauss, II. Vorstand; A. Natzler, Schriftführer; L. Rosenblatt, Kassier; A. Schnürmann, M. Behr, Lehrer, V. Neuburger, Aunschussmitglieder. Die Sammlung für den Nationalfonds ergab mit dem in der Büchse vorhandenen Vorrat den Betrag von Mk. 15.—.

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