Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1905-01-20 · 3 (20.1.1905) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
3 (20.1.1905)
Date
1905-01-20
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3315709-3316128-3316134--46523-3341373
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

keite 16 «bie weit" Nr. 3 »/Wieajn ^an^sphört,? möcht's leidlich scheinen" entgegengenohimeh werden; sie will näher erläutert sein. Damit dies geschehe, wollen wir uns zunächst an» der berückenden poetischen Schönheit der Zueignung erfreuen und dann — weniger mit ihrer philosophischen und geschichtlichen — doch aber mit ihrer Deutung uns beschäftigen. „Zueignung." (Goethes „Faust", 1. Teil.) Ihr naht euch mieden,, schwankende Gestalten» j^; t. Die früh -sich ernst dem trüben Blick gezeigt 1 iJ< "' Versuch ich wo^l, e^ch diesmal festzuhalten? \> Fühl' ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt? Ihr drängt euch'zu! Nun gut, so mögt ihr walten, Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert. Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage. Und manche iiiebe Schatten steigen auf; Gleich einer alten, halbverklungnen Sage, Kommt erste Lieb' und Freundschaft mit herauf; Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage Des Lebens labyrinthisch irren. Lauf, Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggesehwunden. Sie hören nicht die folgenden Gesänge, Die Seelen, deinen ich die ersten sang; Zerstoben ist das freundliche Gedränge, Verklungen ach! der erste Wiederklang. Mein Leid ertönt der unbekannten Menge, Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang; Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet, Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet. Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen Nach jenem stillen, 'ernsten Geisterreich; Es schwebet nun in unbestimmten Tönen Mein lispelnd Lied der Aeolsharfe gleich; Ein Schauer fasst mich, Träne folgt den Tränen, Das strenge Herz, es fühlt sich mild und weich; Was ich besitze, seh ich wie im Weiten, Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten. Diese Verse vermögen wahrhaft zu berauschen; sie reissen uns hin und erzeugen eine Stimmung innigster Teilnahme. Ihr poetischer Gehalt fordert keine Erklärung. Und doch bedürfen sie einer solchen. Sie tragen nämlich die Ueberschrift „Zueignung". Mit welcher Art von Zueignung haben wir es denn hier zu tun? Wir stehen wieder einmal vor einem Rätsel. Der „Faust"-Erklärer der deduktiven Schule, Professor Düntzer, sagt, es sei dies keine eigentliche „Zueignung" und Louvier stimmt ihm darin hinsichtlich des Gefühlseindruckes bei, den der poesievolle Gehalt dieser Ansprache auf Hörer und Leser ausübt. In diesem Sinne ist es eine Art Elegie, die sich auf Jugenderinnerungen und einige verstorbene Freunde Goethes beziehen soll. „Wie anders wirken die Zeichen auf uns ein, wenn wir ihren verhüllten Sinn entschleiern l' Louvier, der Nichtjude, der ohne die elementarsten Kenntnisse des Hebräischen an seine Aufgabe ging, klärt uns über die im „Faust" angewendete Methode auf. Er berichtet darüber in seinem Buche* „Goethe als Kabbaiist". Im zweiten Kapitel, das den Titel „Rostige Waffen" und den Untertitel „Kabbalistische Hilfsmittel" führt, zeigt er, wie ihm, auf Grund von Dr. Hamburgers „Talmudische Artikel" und Abt Calmets 1752 herausgekommenem „Biblischen Wörterbuch" den Goetheschen Spuren zu folgten möglich wurde. Ich will nur erwähnen, dass wir dort von den schwebenden Buchstaben, von Notarikon, Gematria, Temurah, Umbiegung der Buchstaben und vielem anderen lesen. Nachdem , von diesen Hilfsmitteln ausführlichle, Kunde, gegeben ist, wird uns dafm^m ^dttennKapite»! 4esselbeih-,B«ches die jüdische, hebräische1 Bedeutung der „Zueignung' offenbart. Ihre vier Verse bilden eine viersilbige Charade, ein Chiffernrätsel. Die einzelnen Zeilen geben nun eine Fülle von An-' klängen, die uns als Juden unschwer verständlich gemacht werden, die Louvier natürlich umständlicher erklärt. Sehen wir jetzt von der poetisch-elegischen Zueignung ab und versetzen wir uns in die Stimmung, eine Charadie erraten zu wollen, ,so werden wir finden, dass von Vers zu Vers die Andeutungen immer auffälliger .werden. Wir wollen , in diesem Augenblicke nicht an den Rang denken, den der „Faust" Uterarisch einnimmt, sondern "urts ausschliesslich als harmloste Rätsellöser fühlen. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Dr. K., Wien. Nein. Der Verfasser ist Oskar Friedländer, der Sohn des ehemaligen Sekretärs der Wiener Allianz Dr. Friedländer. Das Apfelgleichnis stimmt also nicht garz. Mlle. Alexandra B., Montpellier. Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und guten Wunsch. Ihr Projekt unterstütze ich gerne, wenn die von Innen genannten Herren ebenfalls mittun werden. Sonst wäre es wohl aussichtslos. Zionsgrüsse. Dr. Werner. P. Broomberg, Edinburgh. Ich bestätige den Empfang des Abonnementbetrages, der unserer Kassa überwiesen wurde. Dr. Werner. S. Leemann, Wien. Das lässt sich auch nicht beantworten. Wenden Sie sich freundlichst an die Kommission zur Erforschung Palästinas, Regensburgerstrasse Nr. 20, Berlin W. O.Don. Leider von kompetenter Stelle noch keine Antwort. Sicher in den nächsten Tagen. S. F. „Oer Kadisch\ Bitten noch ein wenig Geduld. S. Giass. Sie sind im Irrtum. Sehen Sie nur S. 20 aufmerksam an. Gruss. S. Horow. Bescheid brieflich in nächster Woche. Dr. Margulies Broschüre und Brief liegt dem Aktionskomitee vor. J. J., Tiumacz. Der kompetenten Stelle vorgelegt. Bikur Chaulim. Polemiken können wir nicht bringen. Bitten um einfachen Bericht mit Stampiglie. An die P. T. Einsender. Unverlangte Manuskripte werden nicht retourniert. Die Redaktion ersucht daher, keine Retourmarke beizulegen. Sie wird nicht verwendet SPENDEN für den Nationalfonds: Küssow: David Eltiss zur Bar-Mizwah seines Enkels Mordko 5.—, Mordko Eltiss zu seiner eigenen Bar- Mizwah 2.—................... 7.— Sammlung Frl. Barbara Adler und Jac. Nadel zur Hochzeit Weissmann-Pilcz, Rzeszow. Benzion Fett . . 4.60 Pora Gottesteid, Kossow, zur Verlobung Frl. Eltiss- Krumholz ..................... 0.60 „Unitas", Wien zur Makkabäerfeier „Massada", Prerau...................... 0.60 Winnitza: Zum Andenken an Dr. Herzl „Bnei Zion" Rbl. 52.—, „Pirche Zion« 40.— ...........231.84 Jüdische Kolonialbank: durch Straschun, London, Sammlung hei „Scharei Zion Sociely- Pfd. Ste'l. 0.5.6 ... 6.60 Jüdische Kolonialbank: durch J. Clore London Sammlung bei ßrith seines Sohnes Pfd. Sterl. 0.13.0 . . . . 15.60 Jüdische Kolonialbank: durch Eiiatschew, Grodno, Spende von Weissbaum und Ripp Rbl. 48/25........121.59 Sammlung Josef Rubinger, Lu2an aniässlich Besuch des Josef Fried, Wiznitz: J. Fried K 0.25, 1. Stier 1.—. J. Rubinger 0.20, M. Löbel 0.50, Sara Rubinger, Brane Rubinger, A. M. Rubinger, J. Rubinger jun. ä 0.20; ab Porto 0.10 ................. . 2.65 Kimpolung : Sammlung bei Hochzeit Mosefl Astfeld ... 4. - Lemberg: Brüder Umschweif und Familie Pineles, Spielgewinste . . .................. 3.20 S. B. Rosner, Miava, Glückwunsch an den Klausenburger Rabbiner zur Hochzeit seiner Tochter....... 2.— Prag: Jüdischer Frauenverein bei Vortrag Bergman 13.—, jur. Dr. Bergman für einen Kuss Ton Frl. Paula 2.—; ab Porto, Sophie R oubitschek . . . 14.84

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.