Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 2 (13.1.1905)
- Date
- 1905-01-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 „bi* # W^li" Nr. 2 Schliesslich sei bemerkt, dass gerade die bewährtesten, der Distriktsleitung angehörenden Gesinnungsgenossen für die moralische und finanzielle Kräftigung der zionistischen Parteiprepse Vorzügliches geleistet haben. Ganz besonders sei auf die unermüdlichen, im Dienste der jüdischen VerlagsgMsellschaft „Kadimah" an den Tag gelegten Bestrebungen des Genossen Heinrich Löwenherz verwiesen. Ben Z i o n. Wie man für den Nationalfonds arbeiten kann. An Herrn Pr Hugo Benedikt, den Nationalfondskommissär von Oesterreich, kam folgender Brief: Hochwohlgeboren Herrn Dr. Hugo Benedikt, Wien. Es sind acht Monate verflossen, seitdem ich die „Welt" die mir aus Johannesburg geschickt wird, abonnierte. Ich lernte während dieser Zeit den Zionismus so gut kennen, dass ich jetzt mit meinem ganzen Herzen an unserem armen, gedrückten Volke hänge. > Das Ableben unseres grossen Führers Dr. Theodor Herzi hat auf mich einen sehr grossen Eindruck gemacht. Seit jener Stunde beschäftigen sich meine Gedanken stets mit d*m Zionismus. Allein nicht jedesmal kann der Mensch seinen Gedanken freien Lauf geben; so ist es auch mit mir bis dato gewesen. Ich bin seit langer Zeit Zionistin in meinem Herzen, ich konnte es aber nicht ans Licht kommen lassen, weil so manche Gründe dazwischen standen. Auch heute kann'ich noch nicht nach meinem Wunsche handeln, denn wir leben auf dem Lande, weit von einer Stadt, nur unter Christen. Wir sind nur sechs ,JSebräer, infolgedessen können wir nichts stiften und wir müssen mit unserem Wunsche von allem zurückstehen. Den 21 d. M. fand das Wiegenfest unserer zweijährigen Tochter Ida, statt, so benützte ich die Gelegenheit, um doch meinem Denken, soviel wie es mir hier möglich ist, freien Lauf zu geben. Ich sammelte von den, auf unserem Gute sich befindenden Personen für den Nationalfonds, nämlich: Von Herrn Bernhard und Frau Johanna Milwidsky g> 1. 0. 0. Von den anderen Herren folgendes: Isaac Bergmann spendet« 5 sh, Herr Joseph Herr 7 sh. 6 d., Herr Abraham Hurwitz 7 sh. 6 d. Die Summe beträgt £ 2. 2. 6. Wir beschlossen, da wir doch nichts gründen können, n a me ntlich für den Nationalfonds zu spenden, auch bei jeder Gelegenheit, wo und wannwirunsereGesinnungsgenossen treffen werden, für unser heiliges und teures Vaterland, fürunsereso armen, gedrückten Brüder Sammlungen zu unternehmen* Wir hoffen dieses wenige prompt zu erfüllen und wir wollen uns, zu jeder Zeit, wo und wann es uns nur möglich sein sollte, bemühen, unsere Umgebung zu vergrößern und mit grossem Eifer und Fleiss fortzuarbeiten, damit es uns vielleicht doch gelingen könnte, ein Komitee zu gründen. Obwohl wir vorläufig noch sehr wenig für den Zionismus gearbeitet haben, wie das Obengenannte bereits sagte, dessenungeachtet wären wir sehr froh, wenn die hochgeehrten Mitglieder der Leitung uns dennoch als Zionisten zu jeder Zeit betrachten möchten! Da ich diesen Plan vorlegte, so ernannten mich die Anwesenden zur Vorsteherin unserer so kleinen Gesellschaft. Ich will mich stets bemühen, die Zahl unserer Mitglieder für die Bewegung zu vergrössern, und alles Möglich«, das in meiner Macht sich befindet, für unser Volk zu tun. Ich verbleibe, in der Hoffaung, dass die hochgeschätzten Vorsteher und Führer unserer Bewegung uns ganz gewiss zu den Zionisten rechnen werden, im voraus dafür dankend, indem ich für alle zeichne: Hochachtungsvoll T'r e e f o n te in, den 26. November 1904. ,-..■>. Johanna Milwidsky. fMbtftK» (Ftr diese Rubrik ist die Rtdtktioi nicht verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.-F. Briefmarken eingesendet : W i e n: „Mona*, Dr. R Wagner, J. Komjathy, J. Klaber, jur. F. Fischl. B o 1 e c h o w: Verein „Chowewe Zion". Teschen: Dr. Halm („Ivria"). Sägewerk Teslig: jur. M. Lederer. Tri est: Frl. Maria di Giuiio Treves durch M. Glaser. Frankfurt a. M.: M. Kolliner. Lodz: Frl. G. uud L. Daukes. Trka: L. Bosenblatt. London: Jüdische Kolonialbank durch M. Greenbergi D.-Tuzla: „Bar Giora", F. Blatt. T.-M argurele: P. Herrmann. Papa:Frl. E. Pfeiffer. Lemberg: M. Horowitz, Frl. S. Arnold, M. Arnold. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss. Die Philatelie abteilung der N.-F. - Kommission. .Gesinnungsgenossen, sammelt eifrig Brief marken für den N.-F.! Wir sindnicht abgeneigt, schöne, grosse Briefmarkensammlungen auch gegen bar zu kaufen! * * * Jüdische Toynbee-Halle. m^ Wien, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung: Sonntag, 15. Jänner. Adolf Gelber: Dreihundert Jahre Hamlet. Montag, 16. Jänner. Dr. Alex. Hausmann: Der moderne Landkrieg. IL Dienstag, 17. Janner. S. Abraham: Die Juden und der Alkohoiismus. II. Mittwoch, 18. Jänner. Diskussion* Donnerstag, 19, Jänner. M.ßerkowicz: Perez Smolensky. Freitag, 20. Jänner. Bibelvortrag. Samstag, 21. Jänner. Konzert * * * Hebräische Sprache. Durch das Entgegenkommen des Herrn Dr.Leop. Kahn als Obmann des Hebräischen Sprachvereines ist es dem Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl" in Wien gelungen, einen grossangelegten hebräischen Elementarsprachkurs un*'r der Leitung des Herrn Schriftstellers M.ßerkowicz zu eröffnen. Der erste Unterricht, bei dem eventuell die endgültige Stundeneinteilung festgesetzt wird, fiadet Sonntag den 15. d. M. von 10—12 Uhr vormittags statt. Einschreibungen im Lokal des Vereines „Theodor Herzi" (IL, Förstergasse 8) jeden Abend nach VU Uhr. * # * Ein Vorschlag an die Jüdische Kolonialbank. Tausende Pfunde Sterling werden wöchentlich von eingewanderten Juden in Südafrika zu deren Familien in den östlichen Ländern Europas vermittels Bankdrafis abgesandt. Die Nachteile, die ganz besonders Geldempfänger in den kleinen Flecken und Städtchen des russischen Ansiedlungsrayons durch ein ungeregeltes System des Geldwechselns erleiden, sind der Jüdischen Koloniaibank zu wohlbekannt, um nochmals ihretwegen erörtert zu werden. Die in Mitleidenschaft gezogenen Parteien sollten es aber wissen, dass es eine gewisse Klasse Leute in den obigen Städtchen gibt, die neben ihren gewerbsmässigen Berufen, die sie zum periodischen Besu< hen der grösseren Stadt des Distriktes veranlassen, das Geldwechseln als Nebengeschält betreiben und sich für diese angeblichen Liebesdienste eigenmächtig übermässig entschädigen. Die betreffenden Empfänger des Geldes stehen, ihrer Unwissenheit und Geldverlegenheit entsprechend, diesen Ausbeutern völlig machtlos gegenüber und wissen in den meisten Fällen über<- haupt nicht, dass sie gerupft worden sind. Die Administration der Bank sollte für Abschaffung dieser Missstände und für Geldbeförderung durch ihre Zentrale in der jüdischen Presse entsprechend agitieren und sich mit der Südafrikanischen Föderation in Verbindung setzen, an dieselbe grosse gedruckte Wand zirkuläre mit den nötigen kompletten Erklärungen in englischer und jüdischer Sprache übersenden, welche von dieser wieder an alle zionistischen Vereine und jüdischen Institutionen verteilt werden sollten.