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Die Welt · 1904-11-25 · 48 (25.11.1904) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
48 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 4§ „&ie # we»11 Seite 13 Karlsbad, Am 15. v. M. Veranstaltete der E.-V. „Zion" einen Rezitationsabend im Hotel Traut wein, woselbst der Schauspieler Egon Brecher das Schauspiel „Die Juden" von E. Tschirikow zur Vorlesung brachte. (Beifall.) Hierauf hielt Gg. R. Steiner einen Aufruf für den N.-F., und wurde der gesammelte Betrag dem Fonds zur Eintragung des Vereines ins goldene Buch übergeben. — Jeden Mittwoch findet im Hotel Trautwein eine Zusammenkunft statt, wozu Gäste herzlichst geladen sind. Wien. (Jüdischer Sport- und Geselligkeitsverein.) Das Vereinslokal beiladet sich nunmehr IL, Praterstrasse 34. Vereinsabende jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Wien. („Jordania", Vereinigung jüdischer Hochschüler aus der Bukowina.) Ausschusswahlen für das II. Semester: ing. J. Kohr lieh Präses, ing. F. Frankel Vizepräses, ing. S. Felberbaum Schriftführer, ing. F. König Kassier, ing. L. Katz Schriftführerstellvertreter, geom. B. Marian Bibliothekar, Budenbesuch : Montag und Donnerstag 7—9 Uhr abends. Vereinslokal: VIL, Burggasse 36. Wien. (Jüdischnationaler Arbeiterverein, XIV. Ullmannstrasse 31. Kauerhof, Stiege 10a,) Sonntag fand unter äusserst zahlreicher Beteiligung der Vereinsniitglieder eine ausserordentliche Generalversammlung statt. Vorsitzender Obmann S. Bock begrüsste die Erschienenen; er hielt dem verstorbenen Führer einen allen zum Herzen gehenden Nachruf und forderte die Anwesenden auf, im Geiste, des leider zu früh Verschiedenen an den zionistischen Arbeiten mitzuhelfen. Im Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr erwähnte Gg. Bock alle Veranstaltungen des scheidenden Ausschusses. Die Neuwahl ergab: Obmann S. Bock, Obmannstellvertreter D. Hasterlick, 1. Schriftführer O. Reissmann, 2. Schriftführer S. Flehner, 1. Kassier R. Klauber, 2. Kassier R. Kopp3tein, Beiräthe, Heb. Hasterlick, Ed. König, Ph. König, E. Kraus, N. Reiss, E. Schaffer, F. Pollak. Unter Eventualia wurden dem neuen Ausschusse viele Anregungen gegeben, deren Ausführung Sache des neuen Ausschusses sein wird. Die Vereinsmitglieder versammeln sich jeden Sonnuod Feiertag nachmittags im Vereinslokale, woselbst der Unterricht in Tanz und Anstandslehre erteilt wird. Derselbe ist für Mitglieder unentgeltlich. Die Eröffnung der Unterrichtskurse und der Bibliothek steht bevor. Es finden zahlreiche Exkursionen statt. Auskünfte werden bereitwilligst erteilt. Bücherspenden sowie Zuschriften sind an den Obmann Herrn S« Bock, XIII/8, Auhofstrasse 222, zu richten. Berichte. Wien. Die jüd.-akad. Verbindung „Unitas* veranstaltete am 13. November den Antrittskommers des XXL Semesters, verbunden mit einer Trauerfeier für Dr. Herzl. Die Trauerrede hielt med. Max Rosenzweig. Wien. „Theodor Herzl", Verein zionistischer Hochschüler. Samstag den 5. d. M. hielt phil. Leib Arzt im Vereinslokaie (IL, Untere Augartenstrasse 1 a) einen Vortrag über den Eiufluss Nietzsches auf die junghebräische Literatur. In höchst fesselnder Weise schilderte er den Lebensgan.} des einsam ringenden Dichterphilosophen Berdiczewsky, der im lebensfrohen Individualismus Nietzsches die Lösung der jüdischen Kulturfrage gefunden glaubt. Er will demnach die ganze rabbinisch-jüdische Kultur der Lebensverneinung beseitigen und analog Nietzsches „Uebermenschen" sein Volk zum „Uebervolk" erziehen. In der Diskussion, die sich insbesondere mit dem Achad-Haamismus beschäftigte, sprachen unter anderen die Herren Ing. Benjamin Keil, Arthur Freud und phil. Carniol. (N.-F.) jur. Goldhammer. Triest. Am 3. v. M. fand die feierliche Einweihung der neuen Vereinslokalitäten des hiesigen „Circolo Sionistico" statt. Trotz des schlechten Wetters, das gerade an diesem Abende hier herrschte, hatte sich dennoch ein zahlreiches Publikum eingefunden. Als erster Redner ergriff unser Präsident Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dante A Lattes das Wort, der einen RückbUck auf unsere bisherige Vereinstätigkeit warf und an die Anwesenden die Bitte richtete, von nun ab unser neues Vereinsheim flüssig besuchen zu wollen. Hierauf erstattete Herr Morpurgo als Kassier aes Vereines den Kassenbericht. Als letzter ergriff unser wackerer Gg. Herr Salo Aufrichtig das Wort, der in stark nationalen Worten die Mitglieder aufforderte, an dem grossen Befreiungswerke, das sich die Zionisten allseits gesetzt haben, üeissig mitzuwirken. (Beifall.) N.-F. gesammelt. E. Eine Trauerfeier nach Dr. Theodor Herzl in Budapest. Am 13, d. M. fand in Budapest eine Trauerfeier nach unserem verstorbenen Führer Dr. Theodor Herzl statt Veranstaltet wurde die erhebende Festlichkeit von dem Vereine zionistischer Budapester Universitätshörer „Makkabäa", deren rührige Tätigkeit sich bereits lange im Lande geltend macht. Bezeichnend für die ungarischen Verhältnisse ist es, dass, obwohl die Vorbereitungen schon seit Wochen getroffen waren, es den Vera jstaltern ausserordentlich schwer fiel, einen der Feier würdigen Saal zu erhalten. Die Budapester israelitische Kultusgemeinde schlug die Bitte um Ueberlassung eines Saales rundweg ab mit der Begründung, dass sie sich mit Zionismus nicht befasse. Diesem unwürdigen Benehmen setzte das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde die Krone auf, indem es der Einladung, an einer Ehrung eines der grössten Söhne des Judenvolkes teilzunehmen, nicht Folge leistete. Interessant ist es jedoch, dass der Adlerklub, ein kernmagyarischer Unabhängigkeitsklub, uns mehr Entgegenkommen bewies, indem er uns seine prächtigen Lokalitäten zur Verfügung stellte, als die Kultusgemeinde, deren Pflicht und Schuldigkeit dies nur gewesen wäre. Der grosse Festsaal war mit schwarzen Draperien verhängt, an denen das Bild unseres so tief betrauerten Führers befestigt war. Schon um 10 Uhr vormittags fand sich ein zahlreiches Publikum ein, das allmählich den grossen Prachtsaal bis auf das letzte Plätzchen füllte. Unter anderen waren anwesend: Dr. Agai Adolf (mit seinem Schriftstellernamen „Pörzö") eine der bekanntesten Gestalten der ungarischen Schriftetellerwelt, UniversitätsprotVssor Dr. S c h ä c h t e r, die Ofen er Rabbiner Dr. Arnold Kiss und Dr. Berthold Edelstein und viele Verwandte Dr. Theodor Herzls. Auch f\ei auf ein alter, grauer Mann — Dr. Iritz, der erste Letorer Dr. Herzls, Um 11 Uhr begann die Trauerfeier mit eimm Chorlied. Hierauf eröffnete der Präsident Ingenieur Bi sseliches die Trauerfeier mit einigen die Bedeutung Herzls würdigenden Worten. Nach ihm hielt Dr. Schön fei d eine temperamentvolle Trauerrede, die auf die Zuhörer einen ausserordentlichen Eindruck machte, worauf in ergreifend schöner Weise Mendelssohns „Trauerklänge" gespielt wurde. Sodann sprach Professor Armin Bokor über das Verhältnis Herzls zum Zionismus und schioss mit Herzls Worten : „Im eschkohech, Jeruscholajim, tischkach jemini"!" (Wann ich dein Vergesse, Jerusalem, verdorre meine Rechte V Nachdem Prof. Bokor geendet hatte, sang der Chor das „El mole rachamim", welches von den Anwesenden stehend angehört wurde. Unter den Klängen der Zionshymne, die von den Mitgliedern der „Makkabäa" gesungen wurde, schioss die Feier, die auf alle Anwesenden einen mächtigen Eindruck ausübte. Wynberg. Gg. Rudolf Hirsch sendet uns einen sehr erfreulichen Bericht, woraus eine sehr lobenswerte Tätigkeit für den Zionismus und den Nationalfonds spricht. Wir werden uns freuen, weiter so gute Nachrichten zu bekommen. Nach Ankündigung von 30 Pfd. Sterl. für drei Eiütragungen ins Goldene Buch teilt uns der Einsender die Nachricht einer Trauerfrier für Dr. Herzl mit, die an den letzten Feiertagen vor 300 aufrichtig trauernden Besuchern stattfand. Der neugeborene Sohn des Herrn Moscowitz erhielt den Namen Theodor Herzl. Nationalfonds 5 Pfd. Sterl. Am 23. Oktober war über Veranlassung des Herrn Hirsch ein Konzert mit sehr starkem Besuch. Nationalfonds 5 Pfd. Sterl. Eine Makkabä^rfeier ist in Vorbereitung. Todesfälle. Wir registrieren mit tiefem Bedauern das allzufrühe Hinscheiden eines wackeren und beliebten Juden, des Vaters unseres geschätzten Gesinnungsgenossen Berihold Feiwel. Herr Josef F ei wel war das Muster eines Mitgliedes der jüdischen Gemeinde und ein guter Vater. Wiederholt hatte er Gelegenheit, in den Reihen unserer Bewegung aktiv mit Erfolg aufzutreten Er wurde von allen geschätzt, die das Vergnügen seines Umganges hatten, und der Verlust bedeutet eine schmerzliche Lücke in seiner Familie und für seine Freunde. Ehre seinem Andenken! — Herr Elias Markus, ein verdienstvolles Mitglied des Einzelvereines, Brigittenau, ist am 21, d.im Alter von 35 Jahren verschieden. Ehre seinem Andenken! — Unser Gg. Julius Steinhardt Nadworna, Zugsführer beim k. k. Div.-Art.-Reg. Nr. 30, ist am 15. November (5. Kislev) im Garnisonsspitai in Przemysl nach schwerem Leiden im 23. Lebensjahre verschieden. Er war bis zum Militärdienst ein tätiges Mitglied des Vereines „Zion" in Nadworna. Friede seiner Asche! -— Am 20. d.M. starb in Dyczkowic jur. Josef R e i t m an n, a. H der „Bar Kochbau (Tarnopoi) im 24. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken!

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