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Die Welt · 1904-10-28 · 44 (28.10.1904) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
44 (28.10.1904)
Date
1904-10-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „bi* # W$lt" Nr. 44 Oswierim. Verein „Zion\ Gewählt wurden nachstehende Herren in den Vorstand : Präsident ß. Pilzer, Vizepräsident M. Geller, erster Sekretär S. Wulkan, zweiter Sekretär D. Goldstern, Kassier J. Huttrer, Beisitzer H. Menasche, M. Piessner, I. Better, S. L. Wulkan, A. Band, L. Wischnitzer. L. Biebelmann. In tiie Kontrollkommission M Better, K. Weinheber und H. Neuhof. In das Schiedsgericht J. Herzig, H. Holzer und H. Huttrer. Der Verein ersucht höflich und dringend um Bücher.-penden für seine Bibliothek. An Nationalfondsspenden wurden bis jetzt K 111-52 gesammelt. Klausehburg. Unsere hiesigen Gesinnungsgenossen haben den bereits aufgelösten Verein wieder ins Leben gerufen. Demselben traten mehr als 100 Mitglieder bei, grösstenteils Universitätshörer. Die Agitation hat guten Erfolg. 8 Li_. Szombathely (Steinamanger). Die Zionisten dieses Ortes kamen am 8. d. M. zu einer Konferenz zusammen. Das Präsidium führte Herr Dr. Ernst H ei m 1 e r, der die in grosser Zahl erschienenen Zionisten herzlichst begrüsste. Hierauf ergriff Religionslehrer Aladär Pollak das Wort und hielt eine das L*ben und Wirken Dr. Theodor Heizls würdigende Rede, wobei er mit viel Liebe und Pietät von dem Andenken unseres grossen Stammesgenossen sprach. Hierauf hielt Dr. Ernst Heimler einen Vortrag über den Zionismus und erörterte ausführlich dessen Notwendigkeit und Berechtigung für die Juden. In seinen Ausführungen behandelte er den religiösen und den Rassen Standpunkt, sowie den magyarisch nationalen Standpunkt. Der Redner brachte hierauf überzeugende Argumente dafür, dass im Falle der Annahme des Anerbietens der englischen Regierung die Aussiedlung eines Teiles der Juden in Uganda praktisch durchführbar sei. wo auch bei der allbekannten Befähigung der jüdischen Rasse alsbald eine moderne Kultur erblühen würde. Nach diesem mit Beifall aufgenommenen Vortrag machte Herr Eugen Ragendorfer die Versammelten mit der zionistischen Organisation bekannt Es sprachen noch mehrere andere Redner. Noch während der Debatte meldeten sich 35 Schekelzahler. Li—. Esseg. Die „Chewra Kadischa" hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, den Namen Dr. Herzls in das Buch der Haskarah einzutragen. Ferner wurd<* an die Familie Herzi ein Brief abgeschickt, in welchem die Gemeinde ihrem Beilpid und ihrer unwandelbaren Treue für den Verstorbenen Ausdruck gab. D.-Tuzla (Bosnien). Knapp vor Rosch haschono ward auch hier die studierende Jugend zu einem Baustein für Zion zusammengefügt. Man bildete eine lose Schekelgruppe mit dem Zwecke, die Sprache und die Geschichte unseres Volkes zu studieren und sich an der zionistischen Arbeit zu beteiligen. Für den N.-F. wird eifrig gesammelt, auch wurde im sephardischen und aschkenasischenTempil das Spenden für den N.-F. erfolgreich angeregt. Die Gruppe nennt sich „Bar Giora". Es liegt dieTendenz vor, alle studentischen Vereine und Gruppen im slawischen Süden nach dem ersten Verein der Studenten aus den südslawischen Ländern „Bar Giora" in Wien zu benennen. Bei der zweiten Festversammlung des D.-Tuzlaer „ Bar Giora" am v2. Tischri d. J , die — obwohl sie einen durchaus intimen Charakter trug — sehr gut besucht war hielt J. U. C. J. Thau unserem unv^rgesslichen Führer einen innigen Nachruf, der seinn Wirkung nicht verfehlte. Das Andenken unseres Dr. Herzl ward durch Slava-Rufe geehrt. Hierauf hielt Herr J. Alkalai einen Vortrag über den Nationalfonds, woran sich eine Vorlesung jüdischer Gedichte anschloss. Die D. Tuzlaer Jugend ist durchwegs zionistisch. Nun kommen die Alten an die Reihp. Ein wohltuender Anblick war es, am Vorabend des Thorafreudentages die Kinder mit blauweissen Fähnchen mit dem Schilde Davids im hiesigen Tempel zu sehen. a —. Gaya. Am 16. d. M. veranstaltete der „Zion" die drittjährige Gründungsfeier unter Mitwirkung des als Komponisten und Sänger gleich bekannten Bisenzer Oberkantors S. J. Weiss und seines bewährten Tempelchors. Die Gesänge, die so recht den tausendjährigen Schmerz des Judentum9 widerspiegeln, rührten das Publikum und gefielen so sehr, dass nach jeder Programmnummer endloser Beifall gespendet wurde. Herr Max Siebenschein trug „Eine Hundegeschichte" von J. L. Perez vor und erntete gleichfalls grossen Beifall. Aligemein wurde ihm für die Veranstaltung des Abends gedankt und der Wunsch ausgesprochen, er möge bald und öfters derartige Unterhaltungen arrangieren. Mit der Nationalfondsbüchse wurde gesammelt. Komotau. Wie bereits berichtet wurde, fand am 9. Oktober eine Versammlung des Jüdischen Volksvereines „ZionÄ in Teplitz in Komotau statt. Zahlreiche zionistische Gäste aus Teplitz, Saaz und Karlsbad, Dux und Seestadl hatten sich eingefunden. An die vortrefflichen Ausführungen des Referenten Herrn Ernst Bech«r t-Teplitz über das Thema „Lösung der Juden frage* knüpft eine äusserst anregende Debatte an» Die redegewaitigen akademisch gebildeten Gegner hatten es vorgezogen, zu Hause zu bleiben. Von Komocauern sprachen nur die Herren Dr. Hirsch und Dr. Fischer, welche für die Verbreitung der Idee einzutreten versprachen. Die beiden genannten Herren sowie die Herren Dr. Ma rgu I i es aus Teplitz, Se. Ehrwürden Herr Dr. Stern aus Saaz, Se. Ehrwürden Herr Dr. Thieberger aus Komotau, Herr Steiner aus Teplitz und Herr T o r t a k o w s ky-Warschau hielten begeisterte Ansprachen an die zahlreich besuchte Versammlung. Es wurde ein Verein gegründet, der am 20. Oktober die Statuten durchberiet und dem Verein den Namen Jüdischer Volksvereiu „Herzl" in Komotau, Einzelverein des „Zion" gab. Auch diesmal wurde für den N.-F. gesammelt. Es ist wünschenswert, dass der Teplitzer Verein „Zion" überall ein so günstiges Feld für seine ausgezeichnete Tätigkeit, wofür wir ihm hier nochmals danken, finden möge, wie er es in Komotau gefunden. Wir wollen unsere Tätigkeit mit ihm vereinen und unserer Idee in ganz Westböhmen Anhänger verschaffen. London. Am 9. Oktober fand die jährliche Versammlung des Vereines „Bnoth Ziona statt. Madame Levy, Präsidentin, hielt eine längere Ef öffüucgsrede. Fräulein Rebekka Mauer berger, Sekretärin, verlas den Jahresbericht. Die Hauptarbeit dieses Jahres war die Errichtung einer Mädchenschule mit hebräischem Unterricht nach dem System „Iwrith b'iwrith". In die Schulkommission wurden tfie Herren J. Goldblum, Janischewsky und Straschun gewählt. Die Schule zählt 30 Mädchen, die sehr grosse Fortschritte machen. Die Ausgaben,welche sich ungefähr auf 21 Shillings per Woche belaufen, wurden teils aus dem Lehrgelde der bemittelten Kinder, teils aus den Spei1 den der Subkommission, bestehend aus den FiäuJeins R. u. ß. Mauerberger, Harris, Frumkin. ß. Rosenblum und Frau Schapiro, bestritten. Für den Nationalfonds gab der Verein 2.2.0 Pf 1. Sterl, für die East Africa-Expedition 1.0.0 Pfd. Sterl. Er verkaufte Schkolim für 8.15.0 Pfd. Sterl. Das Saldo beträgt 8 6.9 Pfd. Sterl. Die letzte Summe ist, nach dem Beschlüsse der an wesenden Mitglieder, als Reservefonds für die hebräischen Klassen bestimmt worden. Die Präsidentin mag recht gehabt haben, indem sie behauptete, dass die hebräische Klasse ein sehr gutes Mittel sei, die Kinder von den Missionären abzuziehen. Das alte Komitee ist wieder gewählt worden. Folgende sind neu gewählt: Fräuleins Coblenz, R. Rosenblurn, Rattenberg, Frauen Cohen, Feldmann, Rubins und Goldb^rg. Was aber in der gedruckten Bilanz vermisst wird, i«*. wieviel Shares der Jüdischen Bank man im verflossen* n Jahre verkauft hat. Wie es scheint, hat di* kulturelle Arbeit die ganze Anstrengung und Arbeit in Anspruch genommen. Hoffen wir aber, dass im laufenden Jahre der Verein „Bnoth Zion" sowohl in kultureller als auch in praktischer Arbeit mit Erfolg gekrönt werde. London. Donnerstag den 21. d. M. wurde in der Kensington Hall eine grosse zionistische Versammlung abgehalten, der auch ein Gast aus Johannesburg, ein hervorragender Zionist, Mr. H. Salomon, beiwohnte. Den Vorsitz führte Mr. J. L. Greenberg. Er polemisierte in seiner Red* gegen die bekannten Ausführungen des deutschen Reichskanzlers Grafen ßülow. Er sprach dann auch von dem Oatafrikaprojekte. Mr. Salomon sprach dann den Gedanken aus, die Aufgabe des Zionismus liege hauptsächlich in der Konzentration des jüdischen Volkes. Buenos Aires. Die Federation hat ihre Tätigkeit seit dem letzten Landeskongress unermüdlich fortgesetzt. Jede zweite Woche fanden aufklärende Propagandaversammlungen statt. Der traurige Schlaff, der uns mit dem Ableben Herzls traf, hat aufrichtige Teilnahme in den weitesten Kreisen der Judenschaft hervorgerufen. Eine Trauerfeier aller zionis'ischen Vereine der Stadt fand im „Schweizer- Haus" statt. 5000 Teilnehmer. Juden und Christen, waren anwesend. Reden hielten die Herren S. Oswald, J. Liachovitzky, R. Sinay, S. Bomchil, Jarach etc. Der Saal war entsprechend dekoriert. Die Federation erhielt aus dem ganzen Lande Beileidskundgehungen; sie hat ihrerseits beschlossen, eine sechsmonatliche Trauer zu halten, den Namen des Verewigten ins Goldene Buch einzutragen und Z'i agitieren, dass dieser Name allen heuer geborenen Kindern gegeben werde. In mehr als 25 Fällen ist letzteres

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