Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 41 (7.10.1904)
- Date
- 1904-10-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Ni% 41 „bie weit Seite 11 nach Przemysl versetzt wird. Der Verein spricht ihm auf diesem Wege nochmals seinen besten Dank für die dreijährige Mitarbeiterschaft aus. Festiedner jur. Neubauer. Nationalfonds-Sammlung (zur Eintragung des Vereines). — Im Laufe des Oktobers findet ein Vortrag Di. Zieglers statt „Der grösste Geistesrevolutionär im alten Israel". K. b. H. Prerau. Anlässlich des Simchas-Thoxa-Festes fand am Nachmittag im Tempel eine Kinder feier statt, bei der Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Jakob Tauber den Kindern die Bedeutung des Festes schilderte. Herr Oberkantor Fuchs brachte hierauf feierliche Gesänge zum Vortrage. Dieser Feier folgte eine Kinderjause, veranstaltet durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Gabriel Low unter Betätigung des Mädchenvereines „Mirjam", wobei Herr Kultusvorsteher Karl Low den Kindern die Aufgaben des Judentums nahelegte. (N.-F. 2 K) Podhajce. Am 17. September Generalversammlung des Vereines „Zion". Wahlen: Präsident B. Kitt n er, Vizepräsidenten B. Margulies und K. Sternschuss, Sekretär J. Messer, Kassier L. Lilienfeld, Bibliothekar S. Gang, J. Wolf, H. Marienberg, L. Gross, J. Falber und als Vertreter M. K r e i s 1 e r, M. Lieblich und J. Haselkorn. Tarnöw. Chargen wähl der Vereinigung „Bar Kochba": Präses arch. Kas s 1 e r, Vizepräses jur. Menasche, Schriftführer jur. Borgenich t. Die Vereinigung ernannte ihr Mitglied cand. phil. Max Bienenstock zum A. H. Niznios. Unser kleines Städtchen, dessen Einwohner fast durchgängig Chasidim sind, stand bis heute der zionistischen Bewegung gleichgiltig gegenüber. Dank den Bemühungen des Juristen, Herrn D. Werfel wurde kürzlich eine sehr gut besuchte Versammlung veranstaltet. Mit ergreifenden Worten schilderte Herr Werfel die traurige Lage des jüdischen Volkes und wies auf den N.-F. als eine der wichtigsten Institutionen hin, die imstande sind, Abhilfe zu schaffen. Redner legte den Versammelten die in der „Welt" veröffentlichte Anregung des Herrn Henisch aus Kolomea vor. Die Versammelten erklärten sich bereit, wöchentlich je 2 h zu Gunsten des N.-Fbeizusteuern. Am folgenden Tage gingen die Herren H. Krauthainer und D. Werfel von Haus zu Haus, trugen die Bereitwilligen in ein Buch ein und klebten für jede Spende eine entsprechende Anzahl von Nationalfondmarken auf. Vorläufig belauft sich die Zahl derjenigen Männer und Frauen, die sich entschlossen haben, die nationale Institution zu unterstützen auf 100, was für ein Städtchen, das bloss 150 jüdische Familien zählt, einen nicht zu unterschätzenden Erfolg bedeutet. Topolcsäny. Es ist nicht so leicht, sich der geheimnisvollen Kraft zu entziehen, die in der jüdisch-nationalen Idee schlummert. Beweis der hiesige Verein „Ahawath Ziontf. Trotz Acht und Bann seitens der Leuchten des Exils und ihres ungarischen Lampenputzers Szabolcsi haben sich alle Schattierungen des jüdischen Lebens zu dem vom Vereine veranstalteten Abend eingefunden. Die festlich geschmückten Lokalitäten waren bis in den letzten Winkel gefüllt. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte man den Ausführungen der Leiter. Präses Josef Felsenburg und Dr. Abrahamsohn behandelten das Thema „Zionismus und Misrachismus* und gaben zu einer sehr lebhaften Diskussion, die für die Sache vom besten Erfolge begleitet war, Anlass. Der Löwenanteil an dem Gelingen gebührt der unermüdlichen Tätigkeit des Ehrenpräsidenten M. Graus, dem es auch zu danken ist, dass dem Vereine, der eine Lebensnotwendigkeit der hiesigen Gemeinde geworden ist, vom Reinerträgnis ein solcher Zuschuss gebracht wurde, dass er im Wintersemester mit verdoppelter Kraft seiner Aufgabe genügen kann. Schekelzahl um elf gestiegen. Zioni. Köln. Einem langjährigen Brauche folgend hielt Rabbiner Dr. Frank am letzten Schimini-Aceres in seiner Festrede eine Totenschau über die grossen Toten des Judentums im verflossenen Jahre. Diesmal galt sein maskir nexhomes den grossen Philantropen Jacobsohn, Rabbiner Dr. Rahm er, Oberst G o 1 d sc h mi dt und Herzl. Unseren beiden verstorbenen Führern, ihrem Wirken und ihrer Bedeutung für das Gesamtjudentum widmete der Redner begeisterte Worte des Lobes und der Anerkennung. Der objektiv und doch sehr warm gehaltene Nachruf erregte in Anbetracht der schroff ablehnen den Haltung, die der Herr in früherer Zeit dem Zionismus und seinen Führern gegenüber bekundeten, ein gewisses Aufsehen und fand allenthalben, auch in nicht zionistischen Kreisen, grossen und anerkennenden Beifall. Zürich. Unter der Firma Genossensehaft „Karmel" in Zürich wurde hier eine Palästinawein-Importgesellschaft begründet. In den Vorstand wurden gewählt: A. Schoenlank (gleichzeitig als besoldeter Verwalter), Kaufmann Leo Dreifus und Kaufmann I. Horn, Vizepräsident der zionistischen Ortsgruppe Zürich- Zu Revisoren wurden gewählt: Wilh. Bambus von Berlin und Rechtsanwalt Dr. Farbstein, Zürich. Die begründete Genossenschaft nahm sofort ihre Tätigkeit auf. Nach dem Genossenschaftsstatut soll ein Gewinn über 5% für jüdische Kolonisationszwecke verwendet werden. Am Genossecschaftskapital ist die „Ica" mit einem grossen Kapital beteiligt. C. H. * * * Personalnachricht. Am 10. Oktober findet in Chodoröw die Verm ählung unseres Gg. Herrn Ch. Bloch aus Delatyn mit Frl. Gusti Landmann aus Narajöw statt. Jede Einladung trug eine Nationalfondsmarke. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Kollegen, Freunde und Bekannte zur Eintragung des verew. Oberingenieurs Herrn Abraham Sauberberg in Turka . . Kronen 287.— Rabbiner Oskar Meyer Schapira in Czortköw............. „ 266.14 W*ft*@bi*ODik' Die Bevorzugung der Juden. In der die Jahre 1001 — 1479 umfassenden Schweizer Chronik des Landmannes Aegidius Tschudi wird das in französischer Sprache abgefasste Verzeichnis der Zollbeträge mitgeteilt, die nach einem zwischen dem Grafen Konrad v. Fryburg und der kleinen Stadt Murten in den Jahren 1399 getroffenen Abkommen für die Benützung der über das Flüsschen Thiele (Zil) führenden Brücke zu erheben waren. Es hatten danach alle Personen zu Pferde 2 Denier (1 Pfennig) zu entrichten, wobei Edelleute und Priester ausgenommen waren. Weiter heisst es in der Liste: „Es zahlt jeder Fussgänger 1 Denier, jedes Maultier 15 Denier. Jeder Esel 30 Denier. Jeder Jude 30 Denier." Warum man die Juden so „hochschätzte41, weiss jeder mit dem Leben der Vergangenheit einigermassen Vertraute, dagegen sind wir nicht imstande, die Gründe für die Gleichstellung zwischen Esel und Juden anzugeben. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens noch ein anderes hübsches Beispiel für die hohe Einschätzung der Juden angeführt: Zu Anfang des 19. Jahrhunderts musste in Preussen jeder, der sich seine Hausmusik nicht selbst besorgte, sondern dazu Leute brauchte, die die Musik „gewerbsmässig betriebenalso Klavierspieler, Sänger usw., einen Erlaubnisschein, »Musikzettel* genannt, lösen. Für diesen wurde eine Taxe entrichtet, und zwar hatten (per Tag) zu zahlen : Generäle, Staatsminister, Personen vom hohen Adel 1 Thaler und 8 Groschen, Bankiers, Engroshändler, Fabriksunternehmer 4 Thaler und Juden 5 Thal er. „Jüd. Presse". Das Deutschtum an den Prager Mittelschulen. Im verflossenen Schuljahre 1903/4 wurden die zehn deutschen Mittelschulen von 330 Tschechen, 1003 Deutschen und — 1070 Juden besucht! So sieht das Deutschtum der Prager im Lichte der Statistik aus. Assimilation der Zionisten. Gibt es so ein Ding? werden*11 unsere Leser fragen. O ja! Der Pardubitzer „Rozvoj" ha sie entdeckt und zwar in der Gründung der schlagend <? jüdisch-nationalen Verbindung „Barissia" in Prag. Besonders die Schläger (slägry) der „bursäky* (Burschen) flössen der Redaktion Angst ein. Reformatorisches. Das Organ der „fortschrittlichen" tschechischen Juden „Rozvoj" bricht in Hallelujas aus, weil es seiner Agitation endlich gelungen, dass die — Pardubitzer Juden nur am e r s t e n Neujahrstage ihre Läden geschlossen haben. Denn den zweiten Neujahrstag hält die Redaktion, kraft ihrer souveränen Machtvollkommenheit, für kompletten Unsinn und begründet dies auch: „Das Jahr kann unmöglich mit zwei Tagen anfangen und wurde der zweite Tag infolge eines Fehlers der Astronomen, die den richtigen Anfang des Jahres nicht auarechnen konnten, hinzugetan."