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Die Welt · 1904-10-07 · 41 (7.10.1904) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
41 (7.10.1904)
Date
1904-10-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41 „bie # weit11 Seite 5 Das engere A.-C. besteht aus 9 Mitgliedern. Jedes Mitglied hat das ihm vom Kongress zugewiesene Dezernat innerhalb der Grenzen seines Bessorts selbständig zu verwalten. Bei Neueinrichtungen, die über den Rahmen der laufenden Verwaltung hinausgehen, ebenso bei Streitigkeiten über die Befugnisse der einzelnen entscheidet das Plenum. Folgende Dezernate werden geschaffen: 1. Politische Angelegenheiten; 2. Inneres; o. Finanzen; . 4. palästinische Angelegenheiten; 5. Jüdischer Nationalfonds; 6. Fragen der Hebung; 7. Fragen der russischen Organisation; Ferner gehören dem engeren A.-C. an: 8. Der Präsident des Direktoriunis der Jüdischen National bau k; Ii. der Präsident des letzten Zionistcnkon grosses. Der Vorsitzende des engeren A.-C. und sein Stellvertreter werden vom Kongress aus der Zahl der Mitglieder desselben gewählt. Das Plenum des engeren A.-C. kann für die einzelnen Dezernate, soweit ein Bedürfnis vorliegt, Hilfsarbeiter bestellen. Diese sollen Mitglieder des grossen A.-C. sein. Andernfalls hat das grosse A.-C. seine Zustimmung zu erteilen. Das Generalbureau der zionistischen Partei befindet sich am Wohnort des Vorsitzenden des engeren A.-C. Das engere A.-C. muss vierteljährlich mindestens einmal zusammentreten. Den Ort der Tagung bestimmt der Präsident. D e r W a h 1 v o n M i t g 1 i e d e r n i n das grosse A.-C. durch den Kongress soll die Vorlage des Personalvorschlages der Lande so r g an i s a t i o n (Föderationen) vorausgehen. Das passive Wahlrecht in das A.-C. ist von ein e r drei j ä h r i g c n u n u n t e r b r o c h c - n e n S c h e k e 1 z a h 1 u n g a b h ä n g i g. Das grosse A.-C. wählt für seine Sitzungen jedesmal einen Präsidenten aus seiner Mitte. Bei diesen Vorschlägen gehen wir zunächst davon ans, dass es heute nicht an der Zeit ist, eine allgemeine und durchgreifende Aenderung des Organisationsstatuts durchzuführen. Soweit als irgend möglich, muss vielmehr das alte erhalten, müssen nicht unumgänglich notwendige Reformen zurückgestellt werden. Nur dann wird es möglich, sein, verderbliche Erschütterungen zu vermeiden. Infolgedessen sehen wir von allen Abänderungsvorschlägen ab, wie sie insbesondere von dem Organisationsausschuss des VI.. Kongresses und von M. Fssischkin auf dem V. Kongresse betreffs des Kongresses, des grossen A.-C, der Landesorganisationen etc. gemacht worden sind, so viel Wertvolles diese 'Vorschläge auch enthalten. Im täglichen Leben des zionistischen Organismus soll alles weitere seinen ruhigen (lang gehen. Nur die Spitze der Organisation ist zu verbreitern, die Befugnisse und Pflichten ihrer Mitglieder untereinander sind zu regeln. Bisher war die Verteilung des engeren A.-C1, unÜT dessen Mitglieder nicht geordnet, und so kam es, dass der Präsident den grössten Teil der Geschäfte seihst ei ledig! hat. .Der Arbeitslast, die sich so auf ihn häufte, war nicht einmal ein Herzl gewachsen. AVir müssen daher die Tätigkeit jedes einzelnen Mitgliedes des engeren A.-C fest umrahmen, dann wird die Last der Geschäfte auf mehrere Schultern verteilt sein. Dann wird auch der Kongress hesser wie bisher in der Lage sein, sich über jeden einzelnen Kandidaten für das A.-C seine Meinung zu bilden. Der Kongress wird dann für jedes Dezernat den geeigneten Fachmann auswählen können. Fachleuten kann man eben ein gewisses Mass von Selbständigkeit geben, wie wir es oben als notwendige Voraussetzung einer Neuordnung gekennzeichnet haben. Dass aus dieser Selbständigkeit kein Nachteil entsteht, dass die Politik und die Verwaltung des engeren A.-C auch in Zukunft eine einheitliche bleibt — dafür zu'sorgen, ist Sache des Vorsitzenden des A.-C. bezw. seines Stellvertreters und des Plenums. Von den einzelnen Dezernaten bedarf wohl nur Dezernat 7: Fragen der russischen Organisation einer besonderen Begründung. Infolge der politischen Verhältnisse in Russland erscheint es uns notwendig, dass ständig ein Vertrauensmann der russischen Landesorganisation an der Leitung der Partei teilnimmt, einmal, um die Wünsche der russischen Parteiorganisation zu übermitteln, zum anderen um als Sachverständiger alle Vorgänge innerhalb der russischen Organisation zu beurteilen. Die Präsidenten der Kolonialbank und des jeweilig letzten Zionistcnkongresses, den wir uns als verschieden vom Vorsitzenden des engeren A.-C denken, erscheinen kraft ihrer Stellung und des Vertrauens, das die Verleihung dieses Postens bekundet, als geborene Mitglieder des engeren A.-C Präsident des Aufsichtsrates der Kolonialbank muss der jeweilige Vorsitzende des A.-C sein. Dieses Amt ist so wichtig, dass es nur dem Führer der Bewegung anvertraut werden kann. Den Einfluss des grossen A.-C, das ja im wesentlichen immer nur eine kontrollierende Behörde sein wird, wollen wir durch die Bestimmung stärken, dass die Hilfsarbeiter, die für einige Dezernate, insbesondere für das politische Dezernat notwendig sein werden, in der Kegel ihm entnommen werden sollen. Auch die Leitung der Sitzungen des grossen A.-C. ist ebenso wie die der Kongresse nicht Sache des Vorsitzenden, sondern eines ad hoc zu wählenden Mitgliedes des grossen A.-C Damit dürften die wichtigsten unserer Neuerungen kurz begründet sein. Sie schliessen in sich eine sehr wichtige Abänderung unserer jetzigen Verfassung. Nach dieser mussten nämlich alle Mitglieder des engeren A.-C. in einer Stadt wohnen. Dies dürfte — wenigstens in den nächsten Jahren — auch dann nicht möglich sein, wenn die Zahl der Mitglieder des engeren A-C. nicht vergrössert wird. Trotzdem wird die Aktionsfähigkeit des engeren A.-C. nicht leiden. Denn die laufende Verwaltung wird von jedem Mitgliede desselben selbständig erledigt werden können. Zur Beratung prinzipieller oder sonst über den Bahmen der Verwaltung hinausgehender Beschlüsse wird es genügen, wenn das Plenum alle zwei bis drei Monate zusammentritt. Derartige Zusammenkünfte sind durchführbar, auch wenn einige Mitglieder des engeren A.-C. nicht an dem Sitze des (Teneralbureaus wohnen sollten. Das hat die. Geschichte der letzten sieben Jahre gelehrt. Die jüdische Turnerschaft/) Von Dr. Ludwig Werner. Die jüdischen Turnerschaft, der Verband der jüdischen Turnvereine, ist nun ein Jahr alt geworden. Da heisst es auch an die Bilanz denken. Ich spreche nicht von der Kassabilanz der jüdischen Turnerschaft — ist sie doch so gut und so schlecht, als sie unter den gegebenen ATerhältnissen eben sein kann — sondern von der Bilanz ihrer Tätigkeit. *) Aus Nr, 9 der ^Jüdischen Tumzeitung8, Monatsschrift für die körperliche Hebung der Juden. Charlottenburg, Pestalozzistrasse 88 a.

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