Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 35 (26.8.1904)
- Date
- 1904-08-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration : WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Tölephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Eedaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaktion täglich von 10—Vs'2 Uhr. * Preise der Anzeigen: laut aufliegendem Tarif. Der Irseratenteil wird Dienstagabends geschlossen Einzelne Nummern 30 Heller. RP7linQnrAIQP' Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: i#<?cuyo|ji ClOU. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Bussland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.— halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli.—.85 Nr. 35 Wien, 26. August 1904 — 15. Elul 5664, 8, Jahrgang. ZIONISTEN! Die Jahreskonferenz, die in denjenigen Jahren statt des Kongresses abgehalten wird, in denen ein grosser Kongress nicht stattfindet, hat am 17., 18. und 19. August in Wien getagt. Wir haben in ernster Beratung unsere Lage geprüft und alle die Massregeln ergriffen, die eine ruhige und gedeihliche Entwicklung unserer heiligen Sache zu fördern versprechen. Wir haben uns alle gesagt, dass es nötig sei, die schmerzliche Lücke, die der Tod unseres grossen Führers veranlasst hat, so gut und so rasch als möglich wieder auszufüllen. Wir wissen wohl, dass dies ein Einzelner nicht kann, und dass wir alle unsere Kräfte sammeln müssen, um den Verlust wenigstens einigermassen wettzumachen. Deshalb hat das grosse Aktionskomitee mit Zustimmung der Jahreskonferenz beschlossen, die Exekutive durch eine Anzahl erprobter Gesinnungsgenossen zu verstärken und so die Möglichkeit zu schaffen, dass die bewährten Mitarbeiter Di\ Herzls gemeinsam die wichtigen Beschlüsse fassen können, von denen die weitere Entwicklung unserer Bewegung abhängen wird. Die Wahl, welche das grosse A.-C. respektive die Jahreskonferenz getroffen hat, trägt die Bürgschaft in sich, dass nicht etwa experimentiert werden, sondern in vorsichtiger aber unermüdlicher Arbeit an der Erreichung unseres Zieles weiter gebaut werden soll. Man war deshalb bei der Wahl der Männer, die das kleine A.-C. verstärken sollen, nicht nur darauf bedacht, hervorragende Gesinnungsgenossen in das zu erweiternde Komitee zu berufen, sondern auch darauf, allen Schattierungen in unserer Bewegung, gerecht zu werden. Hinter dieses Bestreben musste jedes persönliche Moment zurücktreten, damit alle unsere Gesinnungsgenossen überzeugt seien, dass unsere Arbeit in ihrem ganzen Umfange von uns gewürdigt und in allen ihren Teilen gefördert werde. Weder die politische Tätigkeit wird die geringste Einbusse erleiden, noch werden die begonnenen Arbeiten, die eine Durchführung unseres Programmes vorbereiten, aus dem Auge gelassen werden. Der ganze grosse Komplex der Fragen, denen unsere Arbeit gilt, wurde vom grossen A.-C. und der Jahreskonferenz einer gründlichen Prüfung in prinzipieller Hinsicht unterzogen. Es hat sich dabei gezeigt, dass selbst dort, wo sich Meinungsverschiedenheiten herausstellten, mit Rücksicht auf unsere Sache, der alle aufrichtig ergeben sind, eine Einigung zu erzielen war. Diese Einigkeit in allen prinzipiellen Fragen hat uns die frohe Ueberzeugung gegeben, dass wir mit unverminderter Kraft an unserer grossen Sache weiterarbeiten können, dass unser Ziel unverrückbar vor uns steht, und dass selbst durch die schwersten Schicksalsschläge eine Ablenkung nicht zu befürchten ist.