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Die Welt · 1904-08-12 · 33 (12.8.1904) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
33 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 flbi$ * W^lt" Nr. 33 ihrer Luftschlösser machen wollten, die hoffen, dass wir die ruhige Ueberlegung verloren haben und etwaige Störer unserer Einigkeit nicht in die Schranken weisen können* Wir wollen darüber kein Wort verlieren. Die Konferenz des grossen Aktionskomitees wird ihnen beweisen, wie grundlos ihre Hoffnungen und Pläne sind. Unsere Gesinnungsgenossen können daher die Beratungen trotz aller Schwierigkeiten, die auftauchen könnten, ohne Besorgnisse abwarten. Die Mitglieder des grossen Aktionskomitees kennen den Weg, den wir seit sieben Jahren gehen, genau und werden die Mittel finden, weil sie diese Mittel finden müssen. Es ist nicht die erste Probe ihrer Ergebenheit und Volksliebe, die sie zu bestehen haben, wenn es auch die ernsteste ist. Sie wissen, dass sie in jeder Beziehung beispielgebend sind, und dass wir alle nur die Parole erwarten, die wir vertrauensvoll befolgen wollen. Da kann es keine dauernde Uneinigkeit geben, da m u s s alles zu einem guten Ende kommen. Mut, Mut und Mut, so riefen im Augenblicke des bittersten Leides russische Gesinnungsgenossen unserer Leitung zu. Es war ein fernes Städtchen, aus dem diese Aufmunterung kam. Aber sie hat bewiesen, wie sehr unsere Arbeit bereits gefruchtet hat. Selbst im tiefsten Schmerze seiner Pflicht eingedenk sein, aus ihm den Ruf nach neuer Arbeit und erhöhter Anstrengung hören, das ist zionistische Art. Dazu hat unser Ideal unsere Brüder begeistert. Können wir da nicht das Beste von der Konferenz des Aktionskomitees erwarten? Haben wir da nicht das Recht, auf Beruhigung und Klärung aller Wirrnisse zu hoffen? Vorwärts, Brüder! „Zwischen Erinnerung und Hoffnung steht unsere Tat!" Dr. Werner. The Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank), Limited. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dass die Siebente ordentliche Generalversammlung der Aktionäre des Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank), Ltd., am Freitag, den 19. August 1904, präzise 10 Uhr vormittags, in Wien, IX., Türkenstrasse 9, im Saale des Bureaus des Zionisten-Kongresses mit folgender Tagesordnung stattfinden wird; TAGESORDNUNG: 1. Entgegennahme der Berichte des Direktoriums und der Revisoren und Rechnungsablegung. 2. Wahl der Direktoren und Rechnungsrevisoren. 3. Beschlussfassung über Verwendung des Reingewinnes. 4. Beschlussfassung über die Aenderung des Memorandums und der Gesellschafts-Statuten. 5. Durchführung der gewöhnlichen Tagesordnung und Eventualia. Statutengemäss bleiben die Zessionsbücher und die Mitgliederregister der Gesellschaft vom 5. bis 19. August 1904 (beide Tage inklusive) geschlossen. Im Auftrage des Direktoriums: Brook House, Walbrook, H. NEUMANN London, E.G. Sekretär. Den 25. Juli 1904. Zum Nationalgeschenk. Ein offener Brief Professor Max Mandelstamntt Kiew, L August 190 k Aufruf an meine russischen Gesinnungsgenossen. Seitdem Mutter Erde die sterblichen Reste unseres grossen Toten birgt, wehklagt sein verlassenes Volk ohne Unterlass. Anhänger und Gegner trauern um ihn und hören nicht auf, Bewunderung und Lob zu zollen der Geistes- und Herzensgrösse des toten Führers, dieses „Herrlichsten von Allen". Erst jetzt kommt es Vielen zum Bewusstsein, dass Jahrhunderte vergehen müssen, bevor die schaffende Natur wieder einmal einen Menschen formt, so sehr dem Ebenbilde Gottes gleich, wie er es gewesen. Die zahlreichen Zwerge, die bei Lebzeiten den Riesen auf einmal nicht überschauen konnten, sehen erst jetzt ein, was sie an ihm verloren. In des Wortes striktester Bedeutung hat er sich für sein Volk geopfert, hat er sein grosses, goldenes aber krankes Herz voll und ganz hingegeben. Dieses Herz brach. . „ . Blosses Wehklagen hilft aber nicht, die Toten erweckt es nicht. Im Namen des Verblichenen kann verlangt werden, dass wir in seinen Fusstapfen weiter wandeln und den grossen Zielen entgegengehen, die er uns in kühnen Zügen vorgezeichnet hat. Herzl hat für uns einen Schatz gehoben, kostbarer als Gold und Edelstein: Die nationale Würde, den nationalen Stolz, der durch Jahrhunderte tief unterhalb der Schwelle des Volksbewusstseins schlummerte. Er hat diesen Schatz ans Tageslicht gefördert, seine Kraft aber brach nach dieser Riesenleistung zusammen. Was Herzl für uns in ethischer Beziehung getan, das lässt sich mit keinem Masse messen, noch auch entlohnen; wohl aber ist es unsere heilige Pflicht, seinen Kindern diejenigen materiellen Opfer wiederzuerstatten, die er seinem Volke dargebracht, und die den unmündigen und der sorgfältigsten Erziehung bedürftigen Kindern abgehen. Möge daher ein jeder Zionist nach seinem Wollen und Können sein Scherflein zum „Fonds für die Kinder Herzls" beitragen. Es soll uns nicht der Vorwurf gemacht werden können, dass wir wohl sehr prompt im Empfangen, aber sehr lässig im Geben sind. Durch unsere Spenden müssen wir zeigen, dass wir von unserem unvergesslichen Führer gelernt haben, zur rechten Zeit, am rechten Ort einzugreifen! Mit Zionsgruss! Dr. Max Mandelstamm. In der Jüdischen Rundschau vom 5. Aug. 1904 veröffentlicht das Zentralkomitee der Zion* Vereinigung für Deutschland folgenden Aufruf: Gesinnungsgenossen! Noch im Tiefsten erschüttert durch den allzufrühen Heimgang unseres grossen unvergesslichen Führers haben wir uns zusammengefunden, um über die Erfordernisse des Augenblicks zu beraten. Wir haben unermesslich viel verloren, mehr, als sich in Worten sagen lässt; dennoch wird die Bewegung — des sind wir sicher — nicht Schaden leiden. Wir hoffen und erwarten, dass ein Jeder doppelt und dreifach seine Pflicht tut, wir zweifeln nicht, dass die Liebe zu unserem Volk, dem Theodor Herzl als leuchtendes Vorbild voranschritt, in den Herzen Aller aufs neue Begeisterung und Hingebung für die zionistische Idee erwecken und uns verdoppelte Kräfte verleihen wird. Der geliebte Führer ist tot, aber die Bewegung lebt! Wir werden zeigen, dass wir würdig waren, ihn zu besitzen. 1

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